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[Die Industrie der Steine + Erden]






Westeuropas größter Gasspeicher: Über 10 Jahre unfallfrei

Sie kennen ihn alle im Kreis Diepholz: den Speicher Rehden unseres Mitgliedsunternehmens Wintershall AG. Ein angrenzendes Industriegebiet trägt sogar den Namen "Am Gasspeicher". Schon seit den fünfziger Jahren wurde dort Erdgas gefördert. Und vor nunmehr zehn Jahren ist noch eine weit wichtigere Rolle hinzugekommen. Die Wintershall nutzt eine der in Rehden vorhandenen drei Lagerstätten als Gasdepot. Je nach Jahreszeit und Verbrauchsschwankungen wird dort Gas eingelagert oder gefördert. So ist in Rehden der größte natürliche Gasspeicher Westeuropas entstanden.
Sage und schreibe mehr als vier Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas finden in dem Depot Platz. Das entspricht dem Jahresbedarf von zwei Millionen Einfamilienhäusern. Das Speicherareal befindet sich in einer Tiefe von 1900 bis 2100 Metern und hat eine Größe von acht Quadratkilometern. 910 Fußballfelder würden dort ausreichend Platz finden. In der Tiefe des Speichers ist es etwa einhundert Grad Celsius heiß.
Wintershall hat das Erdgasfeld vor rund fünfzig Jahren entdeckt. Auch heute wird dort noch Gas gefördert. Vor allem dient eine der Lagerstätten aber heute als Speicher. Die Planung für den Bau begann 1991. Schon zwei Jahre später nahmen die ersten Beschäftigten dort ihre Arbeit auf. Die natürliche Klüftigkeit der Lagerstätte ermöglicht besonders hohe Injektions- und Produktionsraten. Das wird unterstützt mit Horizontalbohrungen, die nicht senkrecht in die Tiefe, sondern schräg oder "abgelenkt" durch den Untergrund führen. Mit dieser Technik ist es dem Unternehmen möglich, den Speicher wirtschaftlich und effektiv zu betreiben. Für die Entwicklung des Speichers wären normalerweise rund vierzig vertikale Bohrungen nötig gewesen. Stattdessen konnte mit nur sechzehn horizontal verlaufenden Bohrungen die komplette Lagerstädte von einem zentral gelegenen Bohrplatz aus gleichmäßig erschlossen werden.
Heute kümmert sich eine Mannschaft von einundzwanzig Mitarbeitern um den reibungslosen Ablauf der Ein- und Ausspeicherung. Ein Teil der Mannschaft arbeitet im Drei-Schicht-System. Das komplette Team leistet perfekte Arbeit: Seit Bestehen des Speichers gab es keinen einzigen meldepflichtigen Unfall.
Herzlichen Glückwunsch sagt die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft allen hieran beteiligten Mitarbeitern unseres Mitgliedsunternehmens - und auf die nächsten zehn unfallfreien Jahre.
Dipl.-Geol. Heiko Nuß, StBG


Sie betreuen für unser Mitgliedsunternehmen den Speicherbetrieb rund um die Uhr: die Mitarbeiter der Erdölwerke Barnstorf
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den Speicherbetrieb rund um die Uhr: die Mitarbeiter
der Erdölwerke Barnstorf





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