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Waldarbeit: Schwerarbeit mit hohen Risiken

Waldflächen bedecken zu knapp einem Drittel die Fläche Deutschlands. Die deutschen Forste werden arbeitsintensiv bewirtschaftet. Neben über 50.000 vollbeschäftigten Waldarbeitern tragen zwischen 500.000 und 750.000 Teilzeitbeschäftigte zur Nutzung und Pflege des Waldes bei.
Doch Waldarbeit ist Schwerarbeit - und ein bedeutsames Erkenntnisobjekt der Arbeitswissenschaft. Zurzeit verändert sich auch die Waldarbeit mit einer atemberaubenden Dynamik. Mit dem Forschungsbericht Fb 970 "Der arbeitende Mensch im Wald - eine ständige Herausforderung der Arbeitswissenschaft" veröffentlichte jetzt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eine zusammenfassende Darstellung von Arbeitswissenschaft und Waldarbeit. Da sich Waldarbeit von Industriearbeit stark unterscheidet, gibt der Bericht wichtige Hinweise für die Arbeitsgestaltung und die Verbesserung der Arbeitssicherheit.
An den geschichtlichen Teil, der die Waldarbeit von ihren Anfängen bis zur heutigen Hochmechanisierung umfasst, schließt sich eine Darstellung der wichtigsten Rahmenbedingungen der Waldarbeit an. Dabei wird deutlich, dass die Waldarbeit nach wie vor ein hohes Gefährdungspotenzial für die Beschäftigten birgt. Mit 144 meldepflichtigen Unfällen je 1.000 Vollarbeiter liegen die Unfallzahlen der Arbeiter im Staatswald deutlich über dem Durchschnitt aller Unfallversicherungsträger. Der Kleinprivatwald weist sogar noch höhere Unfallzahlen aus. Hinzu kommen Belastungsfaktoren wie körperliche Schwerarbeit, Lärm, Vibrationen, Gefahrstoffe und Klima. Infektionen drohen beispielsweise durch Zecken, die FMSE oder Borreliose übertragen können. Der viel beschriebenen Waldesruhe zum Trotz klagen auch Waldarbeiter zunehmend über psychische Belastungen. Oberstes Ziel aller Bemühungen des Arbeitsschutzes in der Waldarbeit ist deshalb die Verminderung der arbeitsbedingten Erkrankungen und der hohen Unfallzahlen.
Forschungsbericht Fb 970 "Der arbeitende Mensch im Wald - eine ständige Herausforderung der Arbeitswissenschaft", V. Gröger, S. Lewark; ISBN 3-89701-908-6; 176 S; 15,50 Euro.
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