www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 4/03 > Insgesamt positive Bilanz

[Die Industrie der Steine + Erden]






Die aktuellen Unfall- und Berufskrankheitenzahlen

Insgesamt positive Bilanz

Die jährliche Statistik über das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen in den Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft sind ein Gradmesser für Erfolge bei den gemeinsamen Anstrengungen von Mitgliedsunternehmen und Berufsgenossenschaft für die Prävention.
Mit Hilfe dieser Statistik können einerseits Schwerpunkte des Unfall- und Berufskrankheitengeschehens im Berichtsjahr verdeutlicht und andererseits durch einen Vergleich mit den Vorjahren Entwicklungstendenzen und Trends aufgezeigt werden.



Zahlen zum Umfang der Versicherung fallen weiter

Die Entwicklung der Mitgliedszahlen in den letzten Jahren sowie die Zahlen der Versicherten, Vollarbeiter und geleisteten Arbeitsstunden sind in Abbildung 1 dargestellt.

Umfang der Versicherung 2000 bis 2002
  2000 2001 2002 Veränderung von
2001 nach 2002 in %
Unternehmen

6.231

6.080

5.914

-2,73

Versicherte

185.421

174.065

161.902

-6,99

Vollarbeiter

172.074 1)

161.209 2)

148.529 3)

-7,87

geleistete Arbeitsstunden

264.993.536

246.649.770

227.248.875

-7,87

1) 1 Vollarbeiter = 1.540 Std./Jahr (2000)
2) 1 Vollarbeiter = 1.530 Std./Jahr (2001)
3) 1 Vollarbeiter = 1.530 Std./Jahr (2002)


Im Jahre 2002 waren 5.914 Unternehmen im Zuständigkeitsbereich der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zu verzeichnen; dies ist ein Rückgang um 2,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schon seit 1996 halten diese negativen Entwicklungen an.
Die Zahl der Versicherten wird aus der Zahl der Versicherungsverhältnisse errechnet, wobei eine Bereinigung für Mehrfachversicherungen derselben Person erfolgt; somit wird die Zahl der versicherten Personen ermittelt, die tatsächlich dem Schutz der Unfallversicherung in den Unternehmen unterliegen. Für das Jahr 2002 ergibt sich eine Zahl von 161.902; sie liegt 6,99 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der seit 1996 anhaltende Trend zu verminderten Zahlen schreibt sich somit fort.
Die Zahl der Vollarbeiter ist eine statistische Größe, die zur Berechnung von Unfallhäufigkeiten verwendet wird. Ein Vollarbeiter entspricht dabei der durchschnittlich von einer vollbeschäftigten Person in der gewerblichen Wirtschaft tatsächlich geleisteten - nicht der tariflichen - Arbeitsstundenzahl eines Jahres. Der Vollarbeiter-Richtwert berücksichtigt die kalendarischen Arbeitstage, die durchschnittlichen Urlaubs- und Krankheitstage sowie die bezahlten Wochenstunden und wird seit 1968 jährlich aktualisiert. Für 2002 wurde von allen Berufsgenossenschaften einheitlich ein Vollarbeiterrichtwert von 1.530 Stunden zugrunde gelegt. Diese Größe eignet sich als Bezugszahl für die Berechnung von Arbeitsunfallrisiken, weil sie die durchschnittliche Expositionszeit des Vollbeschäftigten gegenüber der Gefahr, einen Arbeitsunfall zu erleiden, widerspiegelt. Für 2002 beträgt die Zahl der Vollarbeiter für die Mitgliedsunternehmen 148.529; dies entspricht einer Reduzierung um 7,87 Prozent gegenüber dem Vorjahr und setzt ebenfalls den Trend der Vorjahre fort.
Die Arbeitsunfälle werden neben der Vollarbeiterzahlen auch zur Arbeitszeit in Beziehung gesetzt, da die Unfallwahrscheinlichkeit zur Arbeitszeit direkt proportional ist. Die Häufigkeit der Arbeitsunfälle je 1 Million geleisteter Arbeitsstunden ist eine solche Größe. Der Nachteil, der sich durch die veränderten Richtwerte bei den Vollarbeitern ergibt, liegt bei den geleisteten Arbeitsstunden nicht vor, sodass auch frühere Jahre in einen Vergleich einbezogen werden können. Die Reduzierung der geleisteten Arbeitsstunden gegenüber dem Vorjahr entspricht prozentual der der Vollarbeiter.
In den verminderten Zahlen bei Mitgliedsunternehmen, Versicherten und Vollarbeitern spiegelt sich auch die derzeit negative konjunkturelle Situation der Steine und Erden-Industrie wider.



Anzeigepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle auf historischem Tiefstand

Als anzeigepflichtige Unfälle werden die Unfallanzeigen nach § 193 Sozialgesetzbuch VII (SGB VII) gezählt. Danach sind Unternehmen verpflichtet, binnen drei Tagen Unfälle von Versicherten anzuzeigen, die eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder den Tod zur Folge haben. Die 3-Tage-Frist beginnt am Tag nach dem Unfall und umfasst alle Kalendertage, also auch Samstage, Sonn- und Feiertage. Bei nachträglich eintretender Arbeitsunfähigkeit - z. B. bei Verschlimmerung - ergibt sie sich am Tag nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so werden auch Anzeigen von Verletzten, Durchgangsarztberichten sowie durch Krankenkassen angezeigte Fälle gezählt. Das Gleiche gilt für Wegeunfälle; das sind Unfälle auf dem Weg zum oder vom Ort einer versicherten Tätigkeit die nach § 8 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 SGB VII den Arbeitsunfällen gleichgestellt sind.
Ist die 3-Tages-Frist unterschritten, handelt es sich um einen nicht anzeigepflichtigen Unfall. Anzeigepflichtige und nicht anzeigepflichtige Unfälle zusammen sind die sog. angezeigten Unfälle, d. h. Fälle, die bei der Berufsgenossenschaft insgesamt gemeldet worden sind.
Verläuft ein Arbeits- oder Wegeunfall tödlich oder hat er so schwere Folgen, dass es zu einer Entschädigung in Form einer Rente oder Abfindung kommt, so wird dieser zusätzlich als "neue Unfallrente" ausgewiesen. Voraussetzung für eine solche Entschädigung ist, dass der Unfall alleine oder zusammen mit einem früheren Arbeitsunfall für einen gesetzlich Mindestzeitraum zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent geführt hat. Derartige Fälle wurden in früheren Jahren als "erstmalig entschädigte Unfälle" bezeichnet. Über die Zahlung von Renten hinaus gehören zu den Entschädigungsleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung auch die Bar- und Sachleistungen für medizinische, berufliche und/oder soziale Rehabilitation, die die Berufsgenossenschaften für eine wesentlich größere Zahl von Personen, nämlich für praktisch jeden Versicherungsfall, erbringen.
Eine Übersicht der angezeigten sowie tödlichen Unfälle und der neuen Unfallrenten der letzten drei Jahre vermittelt Abbildung 2.


Arbeits- und Wegeunfälle (absolut) 2000 bis 2002
  2000 2001 2002 Veränderung von
2001 nach 2002 in %
Angezeigte Unfälle *)
Arbeitsunfälle

21.037

19.182

16.991

-11,42

Wegeunfälle

1.149

1.102

938

-14,88

zusammen

22.186

20.284

17.929

-11,61

Tödliche Unfälle
Arbeitsunfälle

18

15

21

40,00

Wegeunfälle

8

4

1

-75,00

zusammen

26

19

22

15,79

Neue Unfallrenten
Arbeitsunfälle

301

279

280

0,36

Wegeunfälle

41

47

39

-17,02

zusammen

342

326

319

-2,15

*) Die angezeigten Unfälle ergeben sich aus der Summe von anzeigepflichtigen und nicht anzeigepflichtigen Unfällen



Demnach ergeben sich mit Ausnahme der tödlichen Arbeitsunfälle und der neuen Arbeitsunfallrenten in allen Bereichen Rückgänge bei der absoluten Zahl. Besonders positiv ist die Reduzierung bei den angezeigten Arbeits- und Wegeunfällen, die mit ihren Reduzierungen im zweistelligen Bereich liegen (11,42 bzw. 14,88 Prozent).

Im Jahr 2002 ereigneten sich 8.078 anzeigepflichtige und 8.913 nicht anzeigepflichtige Arbeitsunfälle (Abbildung 2).


Anzeigepflichtige und nicht-anzeigepflichtige Arbeitsunfälle



Somit ergibt sich erstmalig, dass die nicht anzeigepflichtigen Arbeitsunfälle einen höheren Wert einnehmen, als die anzeigepflichtigen. Die Zahlenentwicklung insgesamt weist möglicherweise auf einen Trend zur Verminderung der Unfallschwere hin, da die Ausfalltage mit mehr als drei Tagen (anzeigepflichtige) gefallen, während die mit weniger als drei Ausfalltagen (nicht anzeigepflichtiger) gestiegen sind.
Als Vergleichsgröße für das Unfallrisiko in der gewerblichen Wirtschaft werden die Unfallzahlen pro 1000 Vollarbeiter bzw. 1 Million Arbeitsstunden herangezogen. Die anzeigepflichtigen Arbeitsunfälle bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden (Abb. 3) haben sich entsprechend der Entwicklung bei den absoluten Zahlen - von 2001 nach 2002 - um 12,53 Prozent reduziert; allerdings nicht so stark wie die absoluten Zahlen (19,41 Prozent), da sich die Bezugsgröße "Arbeitsstunden" ebenfalls gemindert hat.


anzeigepflichtige Arbeitsunfälle bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden



Die Zehnjahresdarstellung zeigt den Trend auf: weiterhin deutliche Minderungen im Unfallrisiko.



Tödliche Arbeitsunfälle in 2002 gestiegen

Die tödlichen Arbeitsunfälle sind sämtliche registrierten Todesfälle im Berichtsjahr, bei denen der Tod innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall eingetreten ist. Bei dieser 30-Tage-Frist wird - analog zur 3-Tage-Frist bei den meldepflichtigen Unfällen - der Unfalltag nicht mitgezählt.
Für 2002 ergibt sich leider eine Steigerung der tödlichen Arbeitsunfälle von 15 im Vorjahr auf 21 im Berichtsjahr. Der Zehnjahrestrend weist demgegenüber insgesamt eher auf einen Trend zu Verminderungen hin (Abb. 4).


Tödliche Arbeitsunfälle


Am häufigsten traten 2002 in der Beton- und Fertigteilindustrie tödliche Arbeitsunfälle auf (neun Fälle). Fünf weitere Ereignisse ereigneten sich auf Baustellen, vier tödliche Arbeitsunfälle im Bereich der Gewinnung und Aufbereitung bzw. Bearbeitung von Gesteinen. Letztlich sind drei tödliche Arbeitsunfälle im öffentlichen Straßenverkehr eingetreten.
Nach anderen Kriterien aufgeteilt, ereigneten sich sieben (von 21) tödlich endende Absturzunfälle sowie sieben tödliche Ereignisse im Zusammenhang mit Fahrzeugen.



Neue Arbeitsunfallrenten erstmalig wieder gestiegen

Da die neuen Arbeitsunfallrenten i. d. R. als schwere Arbeitsunfälle aufzufassen sind, spiegelt sich in ihnen auch das Geschehen bzgl. schwerer Unfälle wider.
Der seit 1996 anhaltende Trend zu verminderten Zahlenwerten bei den neuen Arbeitsunfallrenten hat sich im Jahre 2002 leider nicht mehr fortgesetzt. Somit ergibt sich bzgl. der absoluten Zahlen eine Steigerung um einen Fall und somit um 0,36 Prozent (Abb. 2). Bei neuen Arbeitsunfallrenten bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden hat sich eine deutliche Steigerung ergeben, die wegen der gleichzeitig reduzierten geleisteten Arbeitsstunden in 2002 gegenüber dem Vorjahr einen Prozentwert von 8,93 einnimmt (vgl. Abb. 5).


neue Arbeitsunfallrenten bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden



Als Schwerpunkt des Unfallgeschehens bzgl. des Merkmals "Arbeitsbereich" haben sich eindeutig Betonwerke und Fertigteilwerke herausgestellt, die immerhin zusammen die Rentenzahl von 60 erreichen.

Häufigkeit der neuen Arbeitsunfall-Renten 2002
Merkmal: Arbeitsbereich
Rang-Nr. Arbeitsbereich Anzahl
1 Betonsteinwerk (z. B. für Platten, Steine, Rohre)

39

2 Fertigteilwerk (z. B. für großformatige Fertigteile)

21

3 Öffentliche Straße (auch Autobahn)

16

4 Konventioneller Bau

12

4 Zerkleinerung

12

5 Nichtöffentliche Straße im Freien, auch Betriebshof

9

5 Fahrerplatz von gleislosen Fahrzeugen

9

Summe

118

StBG insgesamt

280



Bei dem Merkmal "unfallauslösenden Gegenstand" liegt kein besonderer Schwerpunkt vor. Es traten am häufigsten Unfallereignisse auf Verkehrswegen ein, d. h. Fußböden, Gehwege, Plätzen und dergleichen. Es folgen ohne großen Abstand die Bereiche "Lkw" und "Bandförderer".

Häufigkeit der neuen Arbeitsunfall-Renten 2002
Merkmal: Unfallauslösender Gegenstand
Rang-Nr. Unfallauslösender Gegenstand Anzahl
1 Fußböden, Gehwege, Plätze und deren Teile
(auch Rohbaudecken)

16

2 Lkw

14

3 Band-, Gurt-, Riemen-, Seilförderer, Bandaufgeber

12

4 Anlegeleitern, Roll-, Steck-, Schiebeleitern

11

5 Flurförderzeuge (Stapler)

10

5 Gesteine, Steine, Erden, Kies, Sand, Böden

10

5 Lader

8

6 Pkw

8

6 Maschinen und Einrichtungen zur Formgebung für Beton- und
Stahlbeton-Fertigteile, Einrichtungen zur Herstellung

8

Summe

97

StBG insgesamt

280



Ein herausragender Unfallschwerpunkt wird erkennbar wenn nach der "Tätigkeit des Verletzten" aufgeschlüsselt wird. 102 Fälle traten im Bereich "Gehen, Laufen, Steigen" auf. Die Angaben beziehen sich sowohl auf Verkehrswege, als auch auf Fahrzeugen und Anlagen im weitesten Sinne. Aufgrund dieses Schwerpunktes hat die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft - neuerdings auch in Zusammenarbeit mit dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) - zahlreiche Aktionen eingeleitet (Abb. 9).

Häufigkeit der neuen Arbeitsunfall-Renten 2002
Merkmal: Tätigkeit des Verletzten
Rang-Nr. Tätigkeit des Verletzten Anzahl
1 Gehen, Laufen, Steigen, ...

102

2 Betätigen, Ingangsetzen, Stillsetzen, Einrichten

62

3 Handhaben von/Umgang mit Werkzeugen

41

4 Handhaben von/Umgehen mit maschinellen
Werkzeugen, Geräten und Hilfsmitteln

26

5 Beaufsichtigen, Überwachen, Kontrollieren,
Beobachten

22

6 Heben, Tragen, Halten, ...

16

7 Schieben, Ziehen, Festhalten, Zurückhalten

8

Summe

277

StBG insgesamt

280





Auf dem Weg zum Arbeitsplatz gibt es positive Entwicklungen

Die Wegeunfälle unterscheiden sich insofern deutlich von den Arbeitsunfällen im Betrieb, als sie sich auf dem Weg von der Wohnung zum Arbeitsplatz, also außerhalb des Betriebes, ereignen. Sie entziehen sich somit den klassischen Arbeitssicherheitsmaßnahmen der Berufsgenossenschaften.
2002 wurden 938 angezeigte Wegeunfälle erfasst (Abb. 2). Dies entspricht einer Verminderung gegenüber dem Vorjahr um 14,88 Prozent. Die meldepflichtigen Wegeunfälle pro 1 Million Arbeitsstunden sind im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um 9,67 Prozent gefallen.


Somit hält die Verminderung der Zahlen seit 1997 an.
Die Zahl der tödliche Wegeunfälle hat sich 2002 auf nur einen Fall reduziert. Dies lässt hoffen, dass vielleicht in einer der nächsten Jahre eine Reduzierung auf Null möglich sein wird (Abb. 2).
Im Berichtsjahr wurden 39 Wegeunfallrenten ausgewiesen; dies sind 17,02 Prozent weniger als im Vorjahr (Abb. 2); bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden ergibt sich für die neuen Wegeunfallrenten eine Reduzierung um 9,67 Prozent. Möglicherweise deutet sich auch ein anhaltender Trend zu verminderten Zahlen an.




Verdachtsanzeigen für Berufskrankheiten weiter rückläufig

Berufskrankheiten sind nach § 9 Abs. 1 SGB VII diejenigen Krankheiten, die die Bundesregierung durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates als Berufskrankheiten bezeichnet und die Versicherte infolge einer den Versicherungsschutz nach § 2, 3 oder 6 SGB VII begründeten Tätigkeit erleiden. In dieser Liste können ausschließlich Erkrankungen durch besondere gefährdende Einwirkungen aufgenommen werden, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind. Darüber hinaus ermöglicht § 9 Abs. 2 SGB VII im Einzelfall die Anerkennung und Entschädigung einer nicht in der Liste aufgeführten Krankheit, wenn nach neuen medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind. Damit eine Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt werden kann, muss die versicherte Tätigkeit die Ursache für die schädigende Einwirkung sein. Bei einigen Berufskrankheiten müssen zusätzlich - neben diesem Kausalzusammenhang und den jeweiligen medizinischen Merkmalen - besondere versicherungsrechtliche Voraussetzun-gen erfüllt sein. Die Anzeigepflicht für Ärzte besteht bei begründetem Verdacht auf das Vorliegen einer Berufskrankheit; für Unternehmer besteht ebenfalls eine Anzeigepflicht. Es können jedoch auch Versicherte, Krankenkassen oder andere Stellen den Verdacht auf das Vorliegen einer Berufskrankheit anzeigen.
In 2002 ist die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit um 92 Fälle gesunken, somit setzt sich der Trend zu Reduzierungen fort (Abb. 6).


Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit absolut



Schwerpunkte der Reduzierungen sind in Bereichen der BK 2109: Halswirbelsäule, 2301: Lärmschwerhörigkeit und 4101: Silikose zu verzeichnen.
Die vier am häufigsten auftretenden Berufskrankheiten der letzten Jahre sind BK 2108: Lendenwirbelsäulenerkrankungen, BK 2301: Lärmschwerhörigkeit, BK 4101: Silikosen und BK 5101: Hauterkrankungen. Abbildung 7 zeigt bei all diesen Berufskrankheiten tendenziell fallende Zahlen.


Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit nach Krankheiten



Die neuen Berufskrankheitenrenten (Abb. 08) haben sich in 2002 gegenüber 2001 um 14 Fälle reduziert.

Neue Berufskrankheitenrenten absolut


Der Schwerpunkt der Verminderung lag insbesondere bei den Silikosen (BK 4101). Die am häufigsten auftretenden Berufskrankheitenrenten sind BK 2301: Lärmschwerhörigkeit, BK 4101: Silikosen und BK 5101: Hauterkrankungen. Während sich bei den Lärmschwerhörigkeiten und bei den Hauterkrankungen tendenziell her verminderte Zahlen ergeben, ist bei den Silikosen eine schwankende Entwicklung auf etwa gleichem Niveau zu verzeichnen (Abb. 9).


Neue Berufskrankheitenrenten nach Krankheit





Entschädigungsleistungen vermindern sich

Die Entschädigungsleistungen, die sich aus Renten, Hinterbliebenenleis-tungen, Heilbehandlung und sonstigen Leistungen zusammensetzen, zeigen seit 1996 eine langsam aber stetig fallende Tendenz. Immerhin waren in 2002 noch 130.021.247 Million Euro für Entschädigungsleistungen von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft aufzubringen (Abb. 10).


Entschädigungsleistungen


Die Aufteilung der Entschädigungsleistungen nach Arbeitsunfällen, Wegeunfällen und Berufskrankheiten in Prozent für das Jahr 2002 zeigt Abbildung 17.

Als Summe fällt der größte Anteil der Entschädigungsleistungen auf Arbeitsunfälle mit 89.867.456 Euro, Wegeunfällen mit 15.967.546 Euround Berufskrankheiten mit 24.186.245 Euro. Dem größten Teil dieser Leistungen liegen Ereignisse zugrunde, die weit in der Vergangenheit liegen. Von der Gesamtsumme sind 16.304.683 Euro Entschädigungsleistungen, die aufgrund von Ereignissen in 2002 erbracht werden mussten; dies entspricht einer Quote von 12,54 Prozent (Abb. 11).


Entschädigungsleistungen StBG gesamt und neu 2002



Aus diesen Daten ergibt sich die Erkenntnis, dass sich die Entschädigungszahlungen, die in der Vergangenheit z. B. durch Unfallereignisse ausgelöst wurden, nur in geringem Umfang beeinflussen lassen. Könnten jedoch - insbesondere durch Präventionsmaßnahmen - Entschädigungsleis-tungen im laufenden Jahr 2003 oder in Folgejahren deutlich vermindert werden, so ergäbe sich ein Einsparungspotenzial in Millionenhöhe für die Berufsgenossenschaft und damit indirekt für die Mitgliedsunternehmen. Bei dieser Betrachtung sind die Kosten, die den Unternehmen durch Ausfallzeiten der Mitarbeiter (ein Ausfalltag pro Person kostet ca. 800 bis 1.200 Euro) und Sachbeschädigung sowie Produktionsausfall entstehen, nicht berücksichtigt.
Es scheint daher geboten, auf der Grundlage von Präventionskonzepten weiterhin Maßnahmen einzuleiten, die einerseits die Unfall- und Berufskrankheitenzahlen und andererseits den Entschädigungsaufwand vermindern helfen.
Dipl.-Ing. Jürgen Koch




Inhaltsverzeichnis Ausgabe 4/03 | Zurück zu unserer Homepage