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[Die Industrie der Steine + Erden]






Stone+tec 2003 - Erwartungen klar übertroffen

Am 01. Juni 2003 ging im Messezentrum Nürnberg die Stone+tec 2003 zu Ende. Die internationale Fachmesse für Naturstein und Natursteinbearbeitung konnte an vier Messetagen 40.199 Fachbesucher (2001: 46.102) aus aller Welt anziehen. Der Anteil internationaler Besucher stieg dabei auf 28 % (2001: 24 %) an.

Dabei hat die Stone+tec 2003 viele positiv überrascht. Vor dem äußerst schwierigen konjunkturellen Hintergrund - vor allem in der zentraleuropäischen Bauwirtschaft und der SARS-Hysterie im Vorfeld der Messe - waren die Erwartungen sehr zurückhaltend. Der Verlauf der Stone+tec 2003 hat jedoch bewiesen, wie wichtig dieses Forum für die weltweite Natursteinbranche ist.

"Die zahlenmäßigen Rückgänge bei Ausstellern und Besuchern spiegelt die Marktlage wieder, haben aber die Qualität nicht eingeschränkt, sondern im Gegenteil geschärft", so Walter Hufnagel, Mitglied der Geschäftsleitung der Nürnberger Messe.

1.172 Aussteller (2001: 1.251) aus 56 Ländern zeigten auf der Stone+tec 2003 auf über 44.000 m² netto Ausstellungsfläche (2001: 51.449 m²) ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot. 34 % der ausstellenden Unternehmen kamen aus Deutschland, 66 % aus Europa und Übersee. Führende ausstellende Nation nach Deutschland (390) war das klassische Natursteinland Italien mit 245 Unternehmen - im europäischen Raum - gefolgt von der Türkei (42), Spanien (37), Frankreich (20) und Österreich (20). Außerhalb Europas führt China mit 144 den Reigen der Aussteller an, gefolgt von Indien mit 52 und Brasilien mit 18 Ausstellern.

3/4 der Aussteller stellten auf der Stone+tec 2003 eine Produktneuheit oder eine Weiterentwicklung ihrer Produkte vor, in 2001 waren es nur rund 2/3. Das Besucheraufkommen an ihrem Stand bewerteten 9 von 10 Ausstellern zwischen sehr gut und zufriedenstellend. 95 % der ausstellenden Unternehmen konnten internationalen Besuch an ihrem Stand begrüßen und die Qualifikation sowie Kompetenz der Fachbesucher bewerteten die Aussteller fasst durchweg als sehr hoch. Der Messeerfolg der einzelnen Aussteller ist naturgemäß sehr unterschiedlich. Im Schnitt waren aber über 70 % mit dem Gesamterfolg ihrer Beteiligung an der Stone+tec 2003 zufrieden.

Messeimpression: Standbesucher   Messeimpression: Standbesucher   Messeimpression: Standbesucher
Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten
von CNC, CAD und CAM Technologien als
integraler Bestandteil von Naturstein-
maschinen werden immer häufiger zu
einem Muss für den Kunden
  Das Besucheraufkommen an ihrem
Stand bewerteten 9 von 10
Ausstellern zwischen sehr gut
und zufriedenstellend
  Die nächste Stone+tec
- im Jahre 2005 - findet von
Mittwoch bis Samstag statt




Harte Zeiten für Natursteinunternehmen

In der Einschätzung der Branchenlage kommen Aussteller wie Besucher der Stone+tec 2003 zu ähnlichen Ergebnissen. Nur 16 % der Aussteller und 21 % der Besucher sehen derzeit einen Aufwärtstrend, über die Hälfte jedoch eine sich weiter abschwächende Branchenkonjunktur. Auch der Blick in die Zukunft ist noch skeptisch, aber schon zuversichtlicher: Rund 1/3 der Aussteller und 1/4 der Besucher wagt für die kommenden Jahre eine positive Prognose, jeweils ein knappes Drittel geht von einer stabilen Lage aus.


Neue Laufzeit 2005: Mittwoch bis Samstag

Die nächste Stone+tec findet turnusgemäß in zwei Jahren im Messezentrum in Nürnberg statt, dann jedoch nach den Pfingstfeiertagen mit neuer Laufzeit von Mittwoch, 25. bis Samstag, 28. Mai 2005. Damit wird, nach Angaben der Nürnberg Messe, der Besuch besser auf vier Messetage verteilt, da der Sonntag traditionell am schwächsten besucht ist. Damit sei der erste Messetag nun nicht mehr der Feiertag, sondern mit dem Mittwoch ein vollwertiger Arbeitstag.



Natursteinmaschinen: Exportequote über 60 %

Weltweit wird der Maschinen- und Anlagenbau für die Natursteinwirtschaft weitgehend von europäischen Unternehmen dominiert. Dabei besitzen in diesen Szenarium traditionell die italienischen Maschinenhersteller die größten Marktanteile. Zweitstärkste Kraft sind die deutschen Anbieter, die sich im internationalen Wettbewerb durch ihre Innovationen aber auch durch Qualität und kundenorientierte Lösungen profiliert haben.

Etwa 40 deutsche Maschinenbauunternehmen und Werkzeugproduzenten, die im Natursteinsektor ihr Kerngeschäft sehen, stellen sich dem internationalen Wettbewerb. Diese durchgängig mittelständischen Unternehmen erwirtschaften ein jährliches Umsatzvolumen von ca. 200 Mio. €. In den letzten beiden Jahren musste die Branche angesichts des zunehmenden internationalen Wettbewerbs sowie der Nachfrageschwäche in Europa und speziell in Deutschland jeweils einen Umsatzrückgang von 6 % hinnehmen. Allerdings hat das starke Engagement der deutschen Hersteller von Natursteinmaschinen und Werkzeugen in den Auslandsmärkten sich bezahlt gemacht. So liegt die Exportquote zurzeit bei über 60 %.



Innovative Lösungen für weitgefächerte Kundenforderungen

In der Natursteinwirtschaft haben sich entsprechend der Orientierung der verschiedenen Kundenkreise bestehende Trends weiter verstärkt.

Auf der einen Seite gibt es die Nachfrage nach vollautomatischen, hochspezialisierten Maschinen und Anlagen, die zur Serienproduktion z. B. von Fliesen, Platten und auch Küchenarbeitsplatten in Industrieunternehmen bestimmt sind. Auf der anderen Seite benötigen kleine und mittlere Steinverarbeiter, die in kleinen Losgrößen arbeiten und oft kundenspezifische Einzelstücke fertigen, vielfach multifunktionale und gleichzeitig leistungsfähige Maschinen, um den Marktanforderungen gerecht zu werden.

Zunehmende Bedeutung gewinnt die immer enger werdende Verzahnung zwischen Maschinenherstellern und Steuerungs- und Softwarespezialisten.
Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von CNC, CAD und CAM Technologien als integraler Bestandteil von Natursteinmaschinen werden immer häufiger zu einem Muss für den Kunden, um den steigenden Anforderungen des Markts bezüglich Formenvielfalt, Genauigkeit, Werkstückfinish und nicht zuletzt Lieferzeiten gerecht werden.

Auch wird das Internet nicht nur als reine Informationsquelle sondern mehr und mehr als hocheffizientes Instrument zum Datenaustausch genutzt. So werden z. B. CAD-Daten von Produkten nach Bestellung durch den Endverbraucher in den Bearbeitungsbetrieb übertragen und dort mittels CAM-Systemen weiterverarbeitet, d. h. hier erfolgt die Festlegung der Maschinen- und Bearbeitungsparameter und schließlich die entsprechende automatische Steuerung der Maschinen wie z. B. Bearbeitungszentren, Brücken- oder Seilsägen.

Die Maschinenhersteller sind insbesondere von der Steuerungsseite her bestrebt, diese komplexen Technologien beherrschbar zu machen, d. h. es wird im engen Kontakt mit den Anwendern großer Wert auf Bedienungskomfort gelegt.

Da weitere Effektivitätssteigerungen in der Natursteinbearbeitung maßgeblich von den verfügbaren Werkzeugen abhängen, geht im Diamantwerkzeugsektor der Trend hin zu Hochleistungswerkzeugen, die auf der Basis neu entwickelter Diamantschneidsystems eine wesentliche Verbesserung in punkto Standzeit bei gleichbleibend hoher Schnittgenauigkeit garantieren.



Weltpremiere bei Galeski

Anlässlich der Stone+tec wurde von Galeski die neue Galaxy Multistar 4000 präsentiert. Gegenüber dem Vorgängermodell bietet das neue Natursteinbearbeitungszentrum erweiterte Einsatzmöglichkeiten, die in enger Zusammenarbeit mit den Kunden implementiert wurden. So wurden die Verfahrwege auf 2,5 m x 1,0 m verlängert und die Durchgangsbreite zwischen den Maschinenfüßen auf über 2,0 m erweitert. Ein vergrößerter Plattenwagen garantiert im Verbund mit dem nach drei Seiten offenen Arbeitsfeld die Bearbeitung größter Werkstücke. Eine innovative Lagerung und Führung der Zentralen Bedieneinheit sorgt für einen ebenso exakten wie leichten und sensibel zu handhabenden Fahrweg, was besonders vorteilhaft bei der Kantenbearbeitung und Flächenvertiefung ist. Natürlich bietet die Galaxy Multistar 4000 sämtliche Vorteile ihres Vorgängermodells: Die in vier Stufen schwenkbare Säge erreicht eine Schnitttiefe von max. 80 mm und nimmt Trennscheiben mit einem maximal Durchmesser von 300 mm auf. Auch das in den Haltegriff integrierte Bedienfeld mit Ein- und Notschalter sowie der stufenlosen Drehzahlregelung wurde, weil im Praxiseinsatz bewährt, beibehalten. Der verstellbare Anschlagrahmen garantiert das mühelose Nivellieren von Steinplatten ganz unterschiedlicher Größe.


Die neue Galaxy Multistar 4000
Die neue Galaxy Multistar 4000




Diamant-Segment für die Steinbearbeitung

Beim Auftrennen von Natursteinblöcken in Platten werden hohe Anforderungen an die Genauigkeit und die Präzision des Schnittes gestellt. Für die Segmente der Diamant-Trennscheibe bedeutet dies, dass die Arbeitsflächen der Segmente absolut plan sein müssen. Konventionelle Segmente nutzen sich jedoch im Betrieb im mittleren Bereich schneller ab als an den Außenflächen. Dreischichtig aufgebaute Sandwich-Segmente schaffen hier zwar Abhilfe, sind in der Herstellung aufgrund des höheren Aufwandes kostenintensiver. Ein auf der Stone+tec 2003 in Nürnberg von Krebs & Riedel, Bad Karlshafen, erstmalig vorgestelltes Diamant-Segment verbindet die Vorteile von konventionellen mit denen von Sandwich-Segmenten. Eine Aussparung in der Segmentmitte ermöglicht einerseits das Einhalten der Schnittgenauigkeit über die gesamte Lebensdauer des Segments, andererseits lässt sich dieses Segment im Gegensatz zu Sandwich-Segmenten in einem Arbeitsgang fertigen. Durch die Aussparung ist der mittlere Segmentbereich weniger Leistungsfähig als die Randbereiche, so dass der mittlere Bereich zum Erreichen der gleichen Schneidleistung schneller verschleißt. Es bildet sich keine gewölbte Arbeitsfläche aus und die Arbeitsfläche des Segments wird gleichmäßig ausgenutzt. Die Geometrie des zum Patent angemeldeten Segmentes ist so ausgelegt, dass mit ihr Scheibendurchmesser von 300 bis mehr als 1.200 mm abgedeckt werden. Zur Bewertung des Leistungsverhaltens wurde Schnittversuche an Tarngranit mit einem Sägeblatt mit 400 mm Durchmesser mit einer fixen Schnittleistung von 540 cm²/min. bei einer Umfangsgeschwindigkeit von 30 m/s durchgeführt. Dies Schnitttiefe betrug 20 mm bei einer Schnittlänge von 2.400 mm. Bei diesen Versuchen stellte sich heraus, dass die benötigte Schnittkraft zum Auftrennen der Platten sehr gering war, was die hohe Schnittfreudigkeit der Segmente zeigt. In Abhängigkeit der Bearbeitungsbedingungen sind Schnittleistungen bis zu 1.100 cm²/min. möglich.


Skizze der Säge
Eine Aussparung in der Segmentmitte ermöglicht das Einhalten
der Schnittgenauigkeit über die gesamte Lebensdauer des Segments




Genius Fräs- und Polierzentrum von Kolb

Kolb stellte das Genius Fräs- und Polierzentrum in den Mittelpunkt seines Messeauftritts. Mit dieser Anlage können Werkstücke mit den Abmessungen von 3.000 bis 800 mm und Bohrungen bis 100 mm Durchmesser bearbeitet werden. Dabei verbindet die Genius die Vorteile eines Verarbeitungszentrums mit festen Achsen, mit den Vorzügen eines Gelenkarms, um z. B. Rundungen zu fertigen. So können Bohrungen, Ausschnitte und Abtropfflächen hergestellt, aber eben auch gerade Kanten gefräst und poliert werden. Über die Brückenkonstruktion lässt sich die Genius mit zwei Handgriffen mit großer Leichtigkeit bewegen. Die Bedienung ist denkbar einfach, alle Funktionen sind über das Bedienpult gut einsehbar. Die Längs- oder die Querachse werden auf Knopfdruck pneumatisch blockiert, sodass anschließend eine grade Kante gefräst oder poliert werden kann. Das lästige arretieren von Anschlägen entfällt. Die feuerverzinkte, geschweißte Stahlkonstruktion bildet die Basis für die Brücke. Diese läuft auf nachstellbaren Aluminium-Linearführungen, die eine absolute Exaktheit und lange Lebensdauer garantieren. Mit einem bis 12.000 U/min regelbaren sechs kW-Motor können "fast" alle Materialien bearbeitet werden.



Diamant-Konturseilsäge DKSS von Fickert

In Konstruktion und Ausführung vereint die neue Diamantkonturseilsäge DKSS von Fickert, Marktredwitz, jahrzehntelange Erfahrung im Steinbearbeitungsmaschinenbau mit dem Willen, neue Wege zu gehen. Die DKSS macht Schluss mit der Notwendigkeit Schablonen anfertigen zu müssen. Die PC-basierte Steuerung sorgt dafür, dass die Maschine auf den Millimeter genau das aus dem Werkstück sägt, was am Bildschirm entworfen wurde. Bei der Entwicklung der DKSS stand die Anforderung an eine hohe Produktivität im Mittelpunkt. So lässt sich die Maschine zu einem kombinierten Säge- und Schleifzentrum ausbauen. Ohne erneutes Auf- und Abbänken des Werkstückes können die normal üblichen Konturen sofort im Anschluss geschliffen und poliert werden. Dabei ist der Platzbedarf der Maschine selbst im Vollausbauzustand erstaunlich gering.

Oberste Priorität genießt bei Fickert seit jeher die Arbeitssicherheit. Die Säge ist mit einer elektronischen Seilrissüberwachung ausgestattet und für einen schnellen Seilwechsel ausgelegt.




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