www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 4/03 > 30 Jahre Readymix Institut für Baustoffe

[Die Industrie der Steine + Erden]






Technologisches Netzwerk von hoher Effizienz

30 Jahre Readymix Institut für Baustoffe



Besonders in den 60er und 70er Jahren boomte die Transportbetonbranche. Bauen mit Beton lag stark im Trend. Readymix, seit 1955 in Deutschland präsent, mischte bereits damals an der Spitze mit und in Ratingen entstand 1972 ein leistungsstarkes Verwaltungszentrum. Dort realisierte das Unternehmen gleichzeitig ein Entwicklungszentrum für Transportbeton und Baustoffe unter dem Namen IBR - Institut für Betontechnologie Ratingen, später umbenannt in RIB - Readymix Institut für Baustoffe. Dr. Günter Achenbach leitet das RIB seit zwei Jahren. 17 Mitarbeiter sind hier tätig.
Hermann Dornauer, Abteilungsleiter des Technikums im RIB, war von Anbeginn dabei und erinnert sich: "Zuvor werkelten wir in der Prüfstelle in Düsseldorf-Wersten herum. Mit dem Institut hatten wir dann wirklich etwas 'Professionelles'. Darum beneideten uns alle Wettbewerber". Die damalige Konzeption erwies sich als weitsichtig. Noch heute erfüllen Größe und Ausstattung fast alle Anforderungen. Seit 1972 veränderten sich die Aufgabenschwerpunkte. Anfangs führte man hauptsächlich Arbeiten zur Optimierung der Transportbetonproduktion und der Betonqualität durch. Dabei standen Fragen: "Wie muss der Betonmischer aussehen?" "Welche Einbauten sind in Transportbeton-Fahrzeugen am besten?" "Welchen Einfluss haben die Zuschläge auf die Betonqualität?" "Wie wirken unterschiedliche Umgebungsbedingungen auf Beton?" im Vordergrund.
Um diese und viele andere Fragestellungen klären zu können, mussten neue Untersuchungsmethoden entwickelt und die Anforderungen an Qualitätsparameter der Ausgangsstoffe neu definiert und überprüft werden. Die heutigen betonspezifischen Kenntnisse waren das Ergebnis harter Laborarbeit.
Die Readymix Expansion "rund um den Stein" in den neunziger Jahren führte dazu, dass neben Transportbeton auch Zement, mineralische Rohstoffe, Betonfertigteile und Pflastersteine an Bedeutung gewannen. Hierauf musste sich das Institut zielgerichtet einstellen. Der Bereich Baustoffchemie und -physik wurde verstärkt; mineralogische Untersuchungsmöglichkeiten, wie z.B. ein Röntgendiffraktometer, angeschafft. Gleichzeitig rückten ökologische Fragen in den Vordergrund, z. B. "Wie können Umweltgesichtspunkte in Produktstrategien integriert werden?" Als Antworten seien beispielhaft das von Readymix vorangetriebene Frischbeton-Recycling erwähnt. Die Entwicklung von CEM II-Zementen mit ihren sehr guten Festigkeitsentwicklungen, die gleichzeitig aufgrund ihres geringen Klinkergehalts eine niedrige Emission beinhalten, gehörten ebenfalls dazu.
Vor zwei Jahren entwickelte das RIB Methoden für die Ascheanalyse und untersuchte den Einfluss von Tiermehlasche auf Zementeigenschaften. Darüber hinaus brachten die RIB-Experten Produktkonzepte für außergewöhnliche Einsatzbereiche, z. B. bei Golf- und Reitplätzen, auf den Weg.
Das praxisorientierte Wissen, Flexibilität und die langjährige Erfahrung des Institutes dienen der gesamten Baustoffgruppe. Im RIB sind Untersuchungsberichte archiviert, eine Bibliothek mit allen wichtigen Veröffentlichungen, Normen und Richtlinien wird vorgehalten. Vorträge und Schulungen runden die Angebotspalette ab. Im RIB arbeiten Bauingenieure, Mineralogen, Chemiker, Baustoffprüfer und Chemielaboranten.
Das RIB ist, wie die Ingenieurdienstleistungen und die Abteilung Baustofftechnologie & Produktökologie, ein Teil der Hauptabteilung Technologie in Ratingen. Gemeinsam mit den Prüfstellen und Laboren der Produktionsbereiche Transportbeton, Kies/Sand und Bauchemie, den selbständigen Bautechnik-Gesellschaften und den Prüf- und Laborkapazitäten des Zementes verfügt das Unternehmen so über ein technologisches Netzwerk beispielgebender Effizienz.

Gebäude

Vor 30 Jahren wurde das RIB auf dem Gelände
der Hauptverwaltung in Ratingen eingerichtet.
Im Bereich Umwelt prüfte das RIB-Labor
die Auslaugung und Ausgasung von Baustoffen.
Laborantin




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