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Trotz Verbots wird Handy weiter benutzt

Obwohl das Benutzen eines Handys am Lenkrad seit mehr als zwei Jahren verboten ist, sehen viele Autofahrer das Telefonieren am Steuer mit einem Handy weiterhin als Kavaliersdelikt an. Offenbar ist den Autofahrern das damit ausgelöste hohe Unfallrisiko nicht bewusst.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Mehrfachbelastungen wie Autofahren und Telefonieren nicht durch fahrerisches Geschick aufgefangen werden können. Je mehr Aufmerksamkeit ein Telefongespräch erfordere, um so höher ist das Risiko. Eine Untersuchung in der Schweiz stellte als häufigste Fehler
  • das Übersehen von Fußgängern oder roten Ampeln,
  • Vorfahrtsverletzungen,
  • nicht Einhalten von Tempobegrenzungen und
  • abruptes Bremsen fest.

Britische Wissenschaftler kamen zum Ergebnis, dass mobiles Telefonieren am Steuer das Fahrverhalten stärker beeinflussen kann als Alkohol. Wer mit dem Handy am Ohr Auto fahre, riskiere eine Verlängerung der Reaktionszeit um mehr als 30 Prozent. Selbst mit einer Freisprecheinrichtung sei die Reaktionszeit beeinträchtigt. Das belegten auch Wissenschaftler der Universität von Utah in Salt Lake City. Zudem blockiere das Telefonieren die Wahrnehmung der Umgebung. Freisprecheinrichtungen scheinen demnach nicht auszureichen, die gefährliche Ablenkung durch Telefonate aufzuheben.
Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft rät: Wer auf ein Gespräch nicht verzichten möchte, sollte den nächsten Parkplatz anfahren und dort in Ruhe telefonieren. Oder man leitet die Anrufe auf die eigene Mailbox um und kann dann nach der Autofahrt zurückrufen.
Übrigens: Die Polizei kontrolliert mit zivilen Beobachtungsposten, ob mit einem Handy telefoniert wird. Meist wird gleichzeitig die Benutzung des Gurtes kontrolliert. Wer mit dem Handy am Ohr erwischt wird, muss mit 30 Euro Bußgeld rechnen.




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