www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 4/03 > Brecherinstandhaltung leicht gemacht

[Die Industrie der Steine + Erden]






Brecherinstandhaltung leicht gemacht

Kontakt: Kieswerk Brinkmeyer GmbH & Co. KG, Kreckenhof 2, 32457 Porta Westfalica,
Herr Peter-Bernd Brinkmeyer, Tel.: 05706/94 01 10




Problem
In einem Kieswerk wird das Oberkorn mittels eines Backenbrechers auf verwertbare Korngrößen heruntergebrochen. Zu den regelmäßigen Wartungsarbeiten an diesen Maschinen gehört der Wechsel der Brecherbacken und der Verschleißschutzauskleidung - auch Seitenkeile, Schwerter oder Panzerung genannt. Die Seitenkeile dienen dazu, um die feststehende Brecherbacke zu fixieren. In der Vergangenheit traten im Rahmen der Instandhaltung immer wieder erhebliche Schwierigkeiten beim Lösen der Seitenkeile auf. Diese sind durch die Beanspruchung während des Brechbetriebes so fest in ihren Sitz gepresst, dass sie sich nur unter größtem Krafteinsatz lösen lassen. Hierzu wurde üblicherweise das Bauteil mit einem Seil oder einer Kette angeschlagen, mittels Bagger- oder Radladereinsatz unter Spannung gebracht und mit schweren Hammerschlägen bearbeitet. Die Mitarbeiter befanden sich hierbei in höchster Gefahr, da Seitenkeil und Lasthaken unkontrolliert herumschlugen, sobald das Bauteil sich seiner Verklemmung löste.


Praxislösung
In einem Unternehmen der Kies- und Sand-Industrie war man nicht länger gewillt, diesen unfallträchtigen Zustand zu tolerieren: Es wurde nach Lösungen gesucht den Arbeitsablauf sicherer und ergonomischer zu gestalten. Zunächst wurden Oberlegungen angestellt, die Seitenkeile von unten mit einem Hydraulikstempel zu lösen. Da dies jedoch aufgrund fehlender Bauhöhe des Brechersockels nicht möglich war, wurde nach einer anderen hydraulischen Lösung gesucht, da allein der Einsatz von Hydraulik gewährleistet, dass keine Federenergie aufgebaut wird. Nach einer entsprechenden Marktrecherche wurde ein hydraulisch betätigter Hubzug gefunden, mit dem die erforderlichen Zugkräfte aufgebracht werden können. Der Hubzug wird mit einem Schlauch an einer Handpumpe angeschlossen, die außerhalb des Gefahrbereiches aufgestellt wird. Als Widerlager für den Hubzug wurde eine Konstruktion aus Doppel-T-Trägern errichtet, an dem zwei Anschlagpunkte senkrecht über den Seitenkeilen des Brechers angebracht sind. Vervollständigt wird die Ausrüstung mit einem speziell angefertigten Formstück, das genau auf die runde Aussparung im Seitenkeil passt und gleichzeitig maximale Sicherheit gegen unbeabsichtigtes Aushängen bietet.


Brechermaul vor der Wartung Hydraulischer Hubzug
Brechermaul vor der Wartung Hydraulischer Hubzug


Erfahrung
Seitdem die Brecherwartung in diesem Kieswerk auf die beschriebene Art und Weise durchgeführt wird, ist es zu keinen kritischen Situationen oder Unfällen im Zusammenhang mit fest sitzenden Seitenteilen mehr gekommen. Auch ergonomisch sind die Mitarbeiter entlastet, da der körperliche Kraftaufwand bei den Arbeiten durch die vorhandene Ausrüstung auf ein Minimum reduziert wurde. Die Arbeiten lassen sich zudem wesentlich schneller durchführen und sind in ihrer Dauer planbar, daher hat sich die Anschaffung der Geräte wegen des hohen Verschleißes am Brecher und des daher häufig fälligen Werkzeugwechsels auch aus wirtschaftlicher Sicht mehr als bezahlt gemacht. Von diesen Erfahrungen sollten alle gesteinsaufbereitenden Betriebe profitieren, in denen Backenbrecher im Einsatz sind.






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