www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 4/03 > BG'en besorgt über Fallpauschalsystem

[Die Industrie der Steine + Erden]






BG'en besorgt über Fallpauschalsystem

Zur Verabschiedung des Fallpauschalenänderungsgesetzes im Bundesrat am 20. Juni erklärte der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) für die gesetzliche Unfallversicherung sowie für die berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken:
Das verabschiedete Änderungsgesetz zum diagnose-orientierten Fallpauschalensystem (DRG) in Krankenhäusern enthält aus Sicht der Berufsgenossenschaften und ihrer neun bundesweiten Unfallkliniken nicht das erhoffte Ergebnis. Mit Besorgnis nimmt der Verband zur Kenntnis, dass die berufsgenossenschaftlichen Kliniken mit ihrer großen Häufung besonders schwerer Behandlungsfalle (Querschnittsgelähmte, Schwerbrandverletzte, Schädel-Hirn-Verletzte, Polytraumatisierte) sowie grundsätzlich der Bereich besonderer Diagnosen nicht vom Gesetzgeber aus dem Fallpauschalensystem ausgeklammert wurden. Dies ist aber dringend notwendig, weil sich komplizierte Fälle über Pauschalen nicht kostengerecht abbilden lassen und somit die umfassende Unfallversorgung insgesamt gefährdet ist. "Wir fürchten sowohl um die Behandlung der Unfallopfer als auch um das zukünftige Fortbestehen unserer Unfallkliniken, die bisher ohne staatliche Finanzierung auskamen", so Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer des HVBG.
Entsprechend ist es nun dringend geboten, den im Änderungsgesetz festgelegten Handlungsspielraum auszuschöpfen. Sowohl Einrichtungen, die überwiegend Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen betreuen als auch besondere Diagnosen bzw. Fallgruppen können laut Gesetzgeber temporär vom Fallpauschalensystem ausgenommen werden. In § 6 Krankenhausentgeltgesetz werden für die Einführungsphase des DRG-Vergütungssystems Öffnungsklauseln festgelegt, "die es erlauben, krankenhausindividuelle Entgelte zu vereinbaren". Die Verordnungsermächtigung wurde dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) übertragen, das nun die Öffnungsklauseln anwenden kann. Dr. Breuer: "Angesichts der besonderen Situation der berufsgenossenschaftlichen Krankenhäuser - also viele schwere Falle und das Vorhalten von Spezialeinrichtungen - ist es unerlässlich, diese aus dem allgemeinen System herauszunehmen. hier sind nun das Ministerium und die Kostenträger, z.B. die Krankenkassen, aufgefordert schnell zu handeln und Ausnahmeregelungen zu treffen. Denn die drohende Folge einer Unterversorgung in der Unfallmedizin wäre verhängnisvoll für die Patienten und nicht mehr rückgängig zu machen."




Inhaltsverzeichnis Ausgabe 4/03 | Zurück zu unserer Homepage