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Der Arbeitsmediziner informiert:

Krebsvorsorge durch gesunde Ernährung

In Deutschland erkranken jährlich etwa 340.000 Personen an Krebs, und über 210.000 Patienten sterben jährlich an den Folgen ihrer Krebserkrankung. Die wichtigsten Ursachen für die Krebsentstehung sind Ernährung und Rauchen.

Theoretisch sind etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen durch Ernährungsfaktoren bedingt und damit durch eine Veränderung der Ernährung vermeidbar.



Gemüse und Obst
Pflanzliche Nahrungsmittel, insbesondere Gemüse und Obst enthalten bioaktive Komponenten, wie z.B. Vitamine, andere Pflanzeninhaltsstoffe, Mineralstoffe und Ballaststoffe, denen krebsprotektive (d.h. vor Krebs schützende) Eigenschaften zugesprochen werden.
In wissenschaftlichen Untersuchungen wurden einzelne Inhaltsstoffe von Gemüse und Obst systematisch auf ihr krebsprotektives Potenzial hin untersucht. Für viele dieser Stoffe konnten Tumorhemmende Effekte gezeigt werden. Bei der Einnahme so genannter Nahrungsergänzungs-präparate, die mitunter schon in Einkaufsmärkten angeboten werden, ist jedoch höchste Vorsicht geboten, da isolierte Nahrungsinhaltsstoffe sogar gesundheitsgefährdend wirken können.


Obstkorb
Obst und Gemüse
bieten ballaststoff- und
vitaminreiche Ernährung



Pflanzliche Lebensmittel sollen die Grundlage eines Ernährungsstils bilden, der vor Krebserkrankungen schützt. Neben Gemüse und Obst sind dies wenig bearbeitete Produkte aus Getreidearten, Kartoffeln und Hülsenfrüchten. Konkrete Empfehlungen beinhalten einen täglich Verzehr von mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst (d. h. ca. 400-800g) sowie 7 Portionen (oder 600-800g) an Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Kartoffeln oder anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln.
Gemüse und Obst sollten, wenn möglich, roh verzehrt oder allenfalls schonend gegart werden. Als Getreideprodukte wären beispielsweise Reis und Vollkornbrot zu nennen, Kartoffeln sollten ebenfalls schonend zubereitet werden, sie können als Pellkartoffeln sogar mit Schale gegessen werden.




Energiezufuhr und körperliche Aktivität
Weitere Aspekte eines gesundheitlich günstigen und krebsprotektiven Ernährungs- und Lebensstils betreffen die Energiezufuhr, körperliche Aktivität und das Körpergewicht. Bereits mäßiges Übergewicht stellt einen Risikofaktor für verschiedene Krebskrankheiten (Gebärmutter, Brust, Niere, Dickdarm, Gallenblase) dar. Eine Ernährung, die nur knapp den Energiebedarf deckt, führt zu einer geringeren Zahl an Tumor-Neuerkrankungen. Ein weiterer Faktor ist die Gewichtsstabilität. Wechselnde Phasen rascher Körpergewichtsab- und zunahmen sind als gesundheitlich ungünstig anzusehen. Mangelnde körperliche Aktivität ist ein bedeutsamer Risikofaktor für Dickdarmkrebs, aber auch für Lungen- und Brustkrebs.
Wer eine berufliche Tätigkeit mit geringer körperlicher Aktivität nachgeht, sollte sich in seiner Freizeit täglich mindestens 1 Stunde aktiv betätigen und mindestens 1 Stunde in der Woche eine intensive körperliche Aktivität ausüben.


Läufer
Schon eine Stunde
Sport pro Woche
senkt das Krebsrisiko


Das könnte so aussehen, dass man, statt Fahrstuhl oder Rolltreppe zu benutzen, Treppen zügig hochsteigt. Statt eines gemütlichen Schaufensterbummels oder Spazierganges ist es besser, eine Stunde zügig zu gehen ("walken", um es in Neudeutsch verständlich auszudrücken).

Alkohol
Alkohol erhöht das Krebsrisiko (Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Leber und Brust). Der schädliche Effekt von Alkohol ist bei der Entstehung von Krebs bereits bei geringen Mengen zu beobachten. Der Konsum alkoholischer Getränke sollte niedrig gehalten werden.

Fett
Der Energiegehalt von 1g Fett ist mehr als doppelt zu hoch wie der Energiegehalt von 1g Kohlenhydraten (Zucker) oder Proteinen (Eiweiß). Es ist nicht nur die Menge an verzehrtem Fett zu berücksichtigen, sondern auch die Fettqualität. Fette tierischen Ursprungs weisen eine ungünstigere Verteilung der enthaltenden Fettsäuren auf als pflanzliche Fette. Ein hoher Teil des Fettkonsums wird in versteckter Form über Fleisch / -produkte (z. B. Wurst) sowie Milch und deren Produkte (Käse, Joghurt) aufgenommen.
Ziel sollte sein, den Anteil versteckter Fette durch fettarme Produkte zu verringern und sichtbare Fette bewusst auszuwählen und sparsam einzusetzen.

Fleisch
Auch bei der Zubereitung von Fleisch und Fisch können unter ungünstigen Bedingungen (starke und lange Hitzeeinwirkung und damit starkes Bräunen, grillen oder offene Flamme) Substanzen entstehen, die im Tierversuch als krebsauslösend einzustufen sind. Die Weiterverwendung von stark gebräuntem Bratrückstand zur Soßenbereitung sollte vermieden werden.
Fisch, Geflügel und Wild sind anderem Fleisch vorzuziehen.


Mann am Grill
Fleisch über offenem
Feuer zu grillen,
ist äußerst ungesund



Durch gezielte Ernährungsmaßnahmen könnten allein in Deutschland schätzungsweise mehr als 100.000 Neuerkrankungen, d. h. 30% aller neu auftretenden Krebsfälle pro Jahr, verhindert werden.

Die Kampagne führender deutscher Organisationen im Gesundheitswesen "5 am Tag - Obst und Gemüse" (www.5amtag.de) sollte daher möglichst vielen Personen bekannt gemacht und in die tägliche Ernährungspraxis umgesetzt werden.

Quelle:
J. Linseisen und N. Becker. Primäre Krebsprävention mit Ernährung. Deutsche Medizinische Wochenschrift, 2002:127:425-426.


5 am Tag - Information zur Zusammensetzung


5 am Tag - Vorteile der Zwischenmahlzeiten





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