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[Die Industrie der Steine + Erden]






Der Beitrag 2002 - ein differenziertes Bild

Willi Lange Ende April dieses Jahres haben unsere Mitgliedsunternehmen die Beitragsbescheide für das Geschäftsjahr 2002 erhalten. Auch diesmal hätte ich Ihnen gern - so wie in den vergangenen Jahren - einen stabilen Beitragsfuß oder sogar sinkende Beiträge mitgeteilt. Ich habe aber zunächst von einem Kommentar abgesehen, weil sich die aktuelle Beitragssituation so differenziert darstellt, dass eine einheitliche Bewertung kaum möglich ist. Deutlichen Erhöhungen für bestimmte Gewerbszweige auf der einen Seite stehen spürbare Beitragssenkungen für andere Gewerbszweige gegenüber.
Dass sich bei einer der Fremdlasten, dem Beitrag zum Insolvenzgeld, die schon in den Vorjahren begonnene dramatische Kostensteigerung weiter fortsetzen würde, hatte ich bereits Anfang April angekündigt. Lassen Sie mich aber noch einmal betonen, dass die Berufsgenossenschaft insoweit nur als Einzugsstelle der Bundesanstalt für Arbeit fungiert und auf die Höhe dieser Umlage überhaupt keinen Einfluss hat.
Von wesentlich größerer Bedeutung ist natürlich der "eigentliche" BG-Beitrag, der diesmal bei einer Reihe von Mitgliedsfirmen Widerspruch hervorgerufen hat. Die Kritik dieser Unternehmen richtet sich dabei vor allem gegen die Anhebung des Beitragsfußes von 7,50 auf den Faktor 8,80, in mehreren Fällen aber auch gegen die Höhe der Gefahrklasse. Bei genauer Betrachtung wird allerdings deutlich, dass die weitaus meisten Gefahrklassen bei der letzten Überprüfung des Gefahrtarifs eine - teilweise sogar erhebliche - Senkung erfahren haben. Der Gesichtspunkt der Beitragsgerechtigkeit machte es erforderlich, auf der Basis des neueren Unfallgeschehens hier korrigierend tätig zu werden und teilweise höhere, überwiegend aber niedrigere Gefahrklassen festzusetzen. Nun bedeutet ein niedrigeres Gefahrklassenniveau nicht automatisch, dass auch der Beitrag sinkt, sondern mitentscheidend sind insoweit auch die jährlichen Ausgaben der Berufsgenossenschaft und die ihr von den Unternehmen nachgewiesenen Entgelte. Während sich die Kostensteigerung im Gesundheitswesen vor dem Hintergrund rückläufiger Unfallzahlen bei unserer Berufsgenossenschaft nicht so gravierend ausgewirkt hat wie bei den Krankenkassen, erforderte der deutliche Rückgang der Entgelte um rund 7 Prozent in Verbindung mit den geänderten Gefahrklassen eine Anhebung des Beitragsfußes. Lassen Sie mich also noch einmal hervorheben, dass der für das Geschäftsjahr 2002 vom Vorstand unserer Berufsgenossenschaft festgesetzte Beitragsfuß vor allem wegen der überwiegend niedrigeren Gefahrklassen nicht mit dem der früheren Jahre verglichen werden kann. Immerhin haben die Mitgliedsunternehmen einer Reihe von Gewerbszweigen trotz des erheblich höheren Beitragsfußes wegen der teilweise deutlich niedrigeren Gefahrklassen spürbare Beitragssenkungen erfahren, die sich bei der wirtschaftlichen Situation der Steine und Erden-Industrie besonders erfreulich auswirken.



Ihr
Willi Lange




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