www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 4/03 > Damit es nicht in's Auge geht

[Die Industrie der Steine + Erden]






Präventionskampagne der StBG zum Thema Augenschutz

Damit es nicht in's Auge geht

Gebotszeichen Schutzbrille tragen   Hornhaut verletzt, Fremdkörper im Auge, Kalkverätzung, Verblitzt - pro Jahr werden der StBG etwa 4.600 Unfälle mit Augenverletzungen gemeldet. Damit sind die Augen nach Händen und Fingern die am häufigsten verletzten Körperteile! Die Gefahrenquellen sind vielfältig - Augenverletzungen ereignen sich zum Beispiel beim Schneiden von Naturstein, beim Glätten von Betonoberflächen, beim Wechsel von Fahrzeugbatterien, beim Druckluftreinigen, durch Eindringen von Kalk in das Auge und bei vielen anderen Tätigkeiten. Das macht die Augenverletzungen natürlich auch zu einem Thema in der Steine- und Erden-Industrie.

Analysiert man die Unfälle weiter, so zeigt sich, dass die am häufigsten vorkommenden Unfallursachen in der Arbeitsorganisation und im Verhalten am Arbeitsplatz liegen - in der Mehrzahl der Fälle wurde keine Schutzbrille getragen, in anderen Fällen konnten Fremdkörper oder Chemikalien - bedingt durch schlechten Sitz der Schutzbrille oder ein nicht für den Arbeitsbereich geeignetes Modell - in das Auge eindringen.


Was ist zu tun?

Über die Augen nehmen wir etwa 90 Prozent unserer Informationen wahr - ein Verlust der Sehkraft durch einen Unfall hat somit weitreichende Folgen. Jeder weiß, dass Augenverletzungen meist außerordentlich schmerzhaft verlaufen - niemand möchte Opfer eines Augenunfalls werden! Zudem führen Augenverletzungen wie alle anderen Arbeitsunfälle zu Produktivitätsausfall und Kosten.
Wie passt dies mit den vielen vermeidbaren Augenverletzungen zusammen, die sich dennoch Jahr für Jahr zu Tausenden in der Baustoff-Industrie ereignen? Warum werden zum Beispiel nach Verätzungen häufig nicht die Erste Hilfe-Maßnahmen angewandt, die in einer kurzen Zeitspanne darüber entscheiden, ob ein Mensch sein Augenlicht erhält? Der wesentliche Grund ist ein Informations- und Akzeptanzdefizit. Hier setzt die neue Augenschutzkampagne der StBG an.

Beschädigte Schutzbrille Schutzbrille



Die Präventionskampagne Augenschutz

Vorschriften allein reichen heute nicht mehr aus, um Unfälle zu vermeiden. Wirksamer Schutz kann nur erreicht werden, wenn Information in einer zeitgemäßen, interessanten und verständlichen Form vermittelt und die Eigenverantwortung jedes einzelnen Arbeitnehmers betont wird.
Das Kernstück des Angebots ist daher die bewährte BAUZ-Zeitung, deren aktuelle Ausgabe Ende Juni in die Betriebe gesandt wurde; sie informiert in ansprechender und zielgruppengerechter Form über Gefahren und Schutzmaßnahmen und spricht das Thema emotional und direkt an. Der Inhalt zeigt konkrete Lösungen und ist handlungsorientiert gestaltet. Ein Gewinnspiel verstärkt die Motivation zur intensiven Auseinandersetzung mit den Informationen. Nach dem großen Erfolg der Aufkleber zur ersten BAUZ-Ausgabe liegt auch den aktuellen Zeitungen ein Set bei, das die Botschaft ebenso wie die neuen Präventionsplakate dorthin transportiert, wo sie nachhaltig etwas bewirkt - an die Arbeitsplätze!
Parallel erhielten die Sicherheitsfachkräfte vertiefendes Informationsmaterial und einen Moderations-Leitfaden, der Unterweisungen zum Thema Augenschutz auf eine interessante Basis stellt. Um den Schulungserfolg zu optimieren, sind die Materialien auf die aktive Beteiligung aller Teilnehmer ausgelegt.

Broschüre Augen und Augenschutz BAUZ-Zeitung
Die Medien zur Kampagne: das Heft "Augen und Augenschutz" sowie die "BAUZ-Zeitung".
Beide Veröffentlichungen sind auch als PDF-Dateien verfügbar:
Augen und Augenschutz | BAUZ-Zeitung



Sicherheit erlebbar machen

Flankierend zur Information über die BAUZ-Medien wurde das "Augenmobil" der StBG konzipiert, das ab September bundesweit in den Mitgliedsbetrieben eingesetzt wird. Eine erlebnis- und handlungsorientierte Gestaltung des Fahrzeugs stellt die Schärfung des Gefahrenbewusstseins sicher - im Mobil finden die Teilnehmer alle wesentlichen Fakten zum Thema Augen und Augenschutz.
Einige Beispiele: Eine Ausstellung zeigt Werkstücke aus dem Arbeitsalltag, die zu Augenverletzungen geführt haben. Auf Monitoren läuft ein Film, der in extremer Zeitlupe verdeutlicht, welche Schäden Fremdkörper im Auge anrichten. Gleichzeitig wird demonstriert, welchen wirksamen Schutz entsprechende Brillen bieten.
Eine Ausstellung unterschiedlicher Schutzbrillentypen informiert über das jeweils richtige Modell für verschiedene Arbeiten und räumt mit einem überholten Klischee auf, denn: moderne Schutzbrillen sind heute durch geringes Gewicht, ergonomische Gestaltung und gute Belüftung angenehm zu tragen und alles andere als "lästig". Sie zeigt zudem, dass modernes Design und wirksamer Schutz heute kein Widerspruch mehr sind!
Der technische Fortschritt wird auch in der "Schweißer-Station" erlebbar: Dort kann ein moderner Leichtbau-Schutzhelm mit einem Visier ausprobiert werden, das sich beim Betrachten einer Lichtquelle innerhalb von Millisekunden automatisch verdunkelt und beim Erlöschen der Schweißflamme sofort wieder uneingeschränkte Sicht ermöglicht - auch hier muss der Schutz vor Verblitzung nicht unbequem sein.
Auch die Kommunikation wird nicht vernachlässigt: Unter anderem vermitteln erfahrene Trainer im Mobil Fachinformationen und stehen für eine kompetente Beratung zur Verfügung. Zusätzlich werden die Besucher über die Teilnahmemöglichkeit an einem Gewinnspiel aktiviert, in dessen Rahmen es gilt, relevante Fragen zum Thema Augenschutz auf Basis der vorgestellten Informationen zu beantworten. Als Preise winken attraktive Schutzbrillen modernster Art.

StBG-Präventionsplakat historisches Unfallverhütungsmotiv

Ein klassisches Thema, aktueller denn je:
Augenschutz-Plakat aus den 20er Jahren
des vorigen Jahrhunderts und in
zeitgemäßer Form




Der integrierte Sehtest

Die Arbeitnehmer in der Baustoff-Industrie bewegen heute tonnenschwere Fahrzeuge und Maschinen unter erhöhten zeitlichen Anforderungen. Unfälle auf Fahrzeugen oder an Maschinen der Steine- und Erden-Industrie verlaufen häufig folgenschwer und sind nicht selten auf vermindertes Sehvermögen der Fahrer und Bediener zurückzuführen. Schlechte Sichtbedingungen in der Gewinnung und Aufbereitung "bei Wind und Wetter" sowie in schlecht ausgeleuchteten Hallen und staubiger Umgebung verstärken dieses Problem noch. Da sich die Sehschärfe und das "Dämmerungssehen" meist schleichend verschlechtern, wird dieser Umstand nicht bewusst wahrgenommen. Im Augenmobil der StBG können die Besucher daher auf freiwilliger Basis durch kompetentes Personal einen kostenlosen Sehtest durchführen lassen.



Mit starken Partnern erfolgreich

Logo der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz   Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in Bilbao (Spanien) unterstützt die Kampagne aufgrund ihres Potentials und des innovativen Ansatzes durch einen finanziellen Zuschuss. Durch zusätzliche Kooperation mit namhaften deutschen Herstellern und Dienstleistern (Schutzbrillenhersteller, Augenoptiker, Fahrzeughersteller) ist zudem sichergestellt, dass maximale Wirkung mit minimalem finanziellen Aufwand für die Solidargemeinschaft erzielt wird.




Nutzen Sie die Chance!

Die StBG-Präventionskampagne zum Thema Augenschutz lebt von der aktiven Beteiligung und bietet die reelle Chance, menschliches Leid, Produktivitätsausfall und Kosten wirksam zu senken. Nutzen Sie diese Chance für Ihr Unternehmen! Bei Interesse sprechen Sie einfach Ihren Technischen Aufsichtsbeamten an.




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