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XVI. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Vom 26. bis 31. März 2002 war Wien die Welthauptstadt der Prävention.
Unter dem Titel "Innovation und Prävention" veranstaltete die österreichische Unfallversicherungsanstalt (AUVA) gemeinsam mit der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS), dem Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger dort den XVI. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Rund 2.500 Teilnehmer aus über 80 Ländern, darunter viele Sicherheitsingenieure, Arbeitsmediziner, Arbeitsinspektoren, Forscher und Wissenschaftler, Fachleute für Kommunikation, Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter, sowie Entscheidungsträger aus der Sozialen Sicherheit waren der Einladung gefolgt und tauschten eine Woche lang ihre Erfahrungen und ihr Wissen im Rahmen eines vielfältigen Kongressprogrammes aus. Im Rahmen von fünf Hauptthemen wurden die besten Programme und Konzepte für die Zukunft gesucht. Dabei darf man nicht verkennen, dass die positive Entwicklung in Sachen Arbeitsplatzsicherheit in Deutschland keineswegs charakteristisch für die weltweite Entwicklung ist.
Nach Erhebungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO sterben jedes Jahr in Folge von tödlichen Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten insgesamt zwei Millionen Arbeitnehmer am Arbeitsplatz - das sind mehr als 5.000 pro Tag! Auf jeden Todesfall kommen je nach Branche weitere 500 bis 2.000 Verletzte. Außerdem kommen auf jede tödlich verlaufende Berufskrankheit rund 100 andere Krankheiten, die zum am Arbeitsplatz führen. Nach den Zahlen dieser UN-Organisation mit Sitz in Genf, erleiden weltweit rund 270 Millionen Arbeitnehmer jedes Jahr einen Arbeitsunfall - 160 Millionen Arbeitnehmer erkranken an einer Berufskrankheit!

Demzufolge lauteten die Generalthemen des Kongresses:
A     Arbeitswelt im Wandel
B     Methoden, Verfahren und Instrumente der Prävention
C     Institutionelle und politische Aspekte der Prävention
D     Prävention in kleinen und mittleren Unternehmen
E     Prävention in Entwicklungsländern




StBG-Präventionsstrategien weltweit gefragt

Seit Jahren zielt die erfolgreiche Präventionsarbeit, die sich inzwischen auch deutlich in den Unfall- und Berufskrankheitenzahlen niederschlägt sowie finanzielle Erfolge zeigt, auf die zielgerichtete Entwicklung und Umsetzung von Präventionskampagnen, zu Unfall- und BK-Schwerpunkten. Aufgrund der Mitgliederstruktur der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft stehen hierbei vor allem kleine und mittlere Unternehmen im Fokus. Die Erkenntnis, dass er sich bei dieser Gruppe von Unternehmen nicht um eine Sondergruppe, sondern um den Regelfall für zielgerichtete Unterstützung und Hilfe durch die Präventionsdienstleister handelt, setzt sich inzwischen auch auf internationaler Ebene mehr und mehr durch. Der Schlüssel zum Erfolg liegt eben nicht nur in Unterstützungsstrategien für Großbetriebe, die sich zumeist aufgrund eigener Personalressourcen helfen können, sondern in einer wirksamen Hilfestellung für die wesentliche Stütze einer gut funktionierenden, aber auch einer sich entwickelnden Volkswirtschaft, den kleinen Unternehmen.
Und so ist er auch kein Wunder, dass national wie international inzwischen das Thema Prävention in kleinen und mittleren Unternehmen mehr und mehr in den Mittelpunkt der Diskussion rückt. Erfolgreiche StBG-Initiativen haben dabei nicht nur auf bundesdeutscher, sondern über vielfältige internationale Kontakte auch auf der europäischen Ebene und auf der Weltbühne für Aufmerksamkeit gesorgt. Auf Interesse stoßen vor allem Präventionskampagnen zu typischen Unfallschwerpunkten wie z. B. die Kampagne "Sicherheit am laufenden Band" oder die BAUZ-Anti-Stolperkampagne, Strategien für kleine und mittlere Unternehmen, wie z. B. das Unternehmermodell der StBG, und natürlich der Marktplatz für mehr Eigeninitiative, der Förderpreis Arbeit · Sicherheit · Gesundheit.
Vor diesem Hintergrund ist es zu erklären, dass die Veranstalter des Weltkongresses an die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft herangetreten sind und darum gebeten haben, einige dieser erfolgreichen Aktivitäten einmal auf internationaler Ebene zu präsentieren.
Deshalb beteiligte sich die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft gemeinsam mit der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit, der Bergbau-Berufsgenossenschaft und dem BAD - Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH im Rahmen der internationalen Fachausstellung mit einem Gemeinschaftsstand am Weltkongress.
Im Mittelpunkt der StBG-Präsentation stand dort die erfolgreiche BAUZ-Kampagne gegen Stolper- und Sturzunfälle - die Bergbau-Berufsgenossenschaft hatte ihre Wanderausstellung zum Thema Sicherheit nach Wien gebracht. Viele hitzige Debatten und interessante Gespräche ließen die Tage für die Mitarbeiter der Standbesatzung nicht langweilig werden, obwohl die Fachausstellung in einem Nebengebäude untergebracht war.
Da die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) eine spezielle Arbeitsgruppe für Prävention in kleinen und mittleren Unternehmen eingerichtet hatte und in Wien eines der fünf Hauptthemenfelder des Programmes gestaltete, war frühzeitig die Bitte der IVSS an die StBG herangetragen worden, in Wien doch einmal die Idee und die Umsetzung des Förderpreises Arbeit · Sicherheit · Gesundheit zu demonstrieren. Auf der Suche nach den bestmöglichen Wegen, wie man dies einem internationalen Publikum denn vermitteln könnte, fiel dann im Rahmen der Vorbereitung die Entscheidung, exemplarisch einen der Förderpreise des Jahres 2002 in Wien zu verleihen und dort einen 30minütigen Festakt im Rahmen des Kongressprogrammes zu gestalten. Mehr als 500 Zuhörer ließen sich dabei zunächst von Dipl.-Ing. Wolfgang Pichl und Dipl.-Ing. Bernd Neitzert in einem anschaulichen mediengestützten Vortrag die Idee, die Umsetzungsstrategien und die Erfahrungen aus fünf Jahren Förderpreis erläutern.
Es folgte eine Videodokumentation, mit der ein Querschnitt der prämierten betrieblichen Initiativen gezeigt wurde. Den Abschluss der Zeremonie bildete die Preisverleihung des Förderpreises Arbeit · Sicherheit · Gesundheit in der Kategorie Sicherheitstechnik an das Lichtenfelser Kleinunternehmen Massiv Bau GmbH. Als Vertreter des Unternehmens war Herr Oswald Brandl nach Wien gereist.
Auf der Galerie des Haupteingangsbereiches im Kongressgebäude hatten die Teilnehmer im Anschluss daran Gelegenheit, die nagelneue Sonderschau "Fünf Jahre Förderpreis Arbeit · Sicherheit · Gesundheit" zu betrachten und im Rahmen eines kleinen Empfanges vertiefende Diskussionen zu führen. Die neue Sonderschau, die zukünftig für Messen, Kongresse und betriebliche Veranstaltungen eingesetzt werden soll, ist in sieben Themenfelder gegliedert (Sicherheitstechnik, Ergonomie, Fahrzeuge, Gesundheitsschutz, Stetigförderer, Information/Motivation/Organisation und Transport/Verkehr) und beschreibt auf fünfzig farbigen Tafeln die Highlights aus fünf Jahren Förderpreis.
Hinzu kommen sieben Videosäulen und eine Reihe von Originalexponaten zum "Anfassen". Auch in Wien waren die internationalen Experten verblüfft, wie einfach sich manchmal gute Ideen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit in die Tat umsetzen lassen. Wie die Abbildungen zeigen, war das Interesse am Förderpreis Arbeit · Sicherheit ·Gesundheit riesengroß - die Diskussionen zogen sich bis spät in den Nachmittag hinein.

Reges Treiben am Messestand   Gut besucht: die Sonderschau "best practice" der StBG   Foyer des Austria-Centers während des Kongresses   Willi Lange, StBG-HGF, (li.) und Vorstand Gerd Allers   Angeregte Diskussion in der Pause
Reges Treiben am Messestand   Gut besucht: die Sonderschau "best practice" der StBG   Foyer des Austria-Centers während des Kongresses   Willi Lange, StBG-HGF, (li.) und Vorstand Gerd Allers   Angeregte Diskussion in der Pause


Beratungsgespräch am StBG-Stand   Fachsimpeln am Rande   BAUZ-Kampagne auch international gefragt   Weltkongress-Highlight: Förderpreis-Verleihung   "Best-practice" fand viel Anerkennung
Beratungsgespräch am StBG-Stand   Fachsimpeln am Rande   BAUZ-Kampagne auch international gefragt   Weltkongress-Highlight: Förderpreis-Verleihung   "Best-practice" fand viel Anerkennung




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