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[Die Industrie der Steine + Erden]






Eine starke Gemeinschaft!

Steinbruchs-Berufsgenossenschaft und Bergbau-Berufsgenossenschaft seit 1. Juli 2002 unter einem gemeinsamen Dach

Mit dem Schlüssel übergibt der scheidende BBG-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer (li.) seinem Nachfolger auch die Führung Seit dem 1. Juli 2002 bilden Steinbruchs- und Bergbau-Berufsgenossenschaft eine Verwaltungsgemeinschaft. Was die Selbstverwaltungsgremien dieser beiden - historisch gesehen ältesten - Berufsgenossenschaften Ende des Jahres 2001 beschlossen haben, ist jetzt Realität.
Im Rahmen einer Feierstunde am 2.Juli 2002 in Bochum übernahm der Hauptgeschäftsführer der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Direktor Willi Lange, auch die Führung der Bergbau-Berufsgenossenschaft von Dr. Joachim Breuer, der als Hauptgeschäftsführer zum Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften wechselte.
Damit wurde der erste entscheidende Schritt in der Bildung der neuen zukunftsweisenden Verwaltungsgemeinschaft vollzogen. Als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind die beiden Berufsgenossenschaften zuständig für die Arbeitssicherheit, den Gesundheitsschutz, Rehabilitationsmaßnahmen und Entschädigungsleistungen für rund 300.000 Beschäftigte in den 6.500 Unternehmen ihrer jeweiligen Mitgliedsbranchen.
Aufgrund der engen Verwandtschaft der Branchen Bergbau und Steine und Erden erwartet der neue und alte Hauptgeschäftsführer Willi Lange von einer engen Verzahnung insbesondere Synergieeffekte bei Prävention, Rehabilitation und Verwaltungsaufgaben. Gemeinsam wenden beide Häuser für die Wiederherstellung nach Unfällen und bei Berufskrankheiten sowie für Rentenleistungen zur Zeit rund 750 Millionen Euro pro Jahr auf. Im Rahmen der Übernahme der Hauptgeschäftsführung der Bergbau-Berufsgenossenschaft in Bochum äußerte Willi Lange, dass die mit der Zusammenlegung verbundene Verknüpfung aller Sach- und Personalressourcen auf einen längeren Zeitraum angelegt ist. Beide Berufsgenossenschaften werden die Verwaltungsgemeinschaft so ausgestalten, dass auch die Aufnahme weiterer Berufsgenossenschaften unter Berücksichtigung der bestehenden Branchen möglich ist.
Willi Lange, der neue Hauptgeschäftsführer der Bergbau-BG, bei seiner Antrittsrede In seiner Auftaktansprache verwies Willi Lange darauf, dass "die beiden ältesten Berufsgenossenschaften in Deutschland durch ihr kreatives Wirken eindrucksvoll beweisen, dass sie aus dem großen Schatz der in den vergangenen Jahren gewonnenen Erkenntnisse die jetzt politisch notwendigen Schlüsse ziehen. Sie treten damit den Beweis an, dass die Berufsgenossenschaften in der Lage sind, die notwendigen Reformen aus eigener Kraft zu gestalten." Weiter führte Lange aus, dass "die Institutionen, die wir repräsentieren, rein kalendarisch zwar alt sind. Doch: Gerade wenn man alt ist, muss man zeigen, dass man noch Lust zum Leben hat, wie bereits Goethe lehrt. Und genau das tun wir mit der Gestaltung dieser Verwaltungsgemeinschaft - und ganz nebenbei bemerkt: Alt ist man schließlich nur dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat, als an der Zukunft."
In seinen weiteren Ausführungen wies Lange darauf hin, dass der Wandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft und die damit einhergehenden Veränderungen der Strukturen in der Arbeitswelt auch neue Herausforderungen für die gesetzliche Unfallversicherung mit sich brächten. Natürlich stünden jetzt Punkte, wie Umfang des Leistungsspektrums, Umlagefinanzierung, Altlastenproblematik und zielgerichtete Präventionsarbeit auf der politischen Agenda und damit auch auf der Tagesordnung der Berufsgenossenschaften. Hier gelte es, Lösungsansätze zu finden und Veränderungen einzuleiten.
Mit großem Interesse und voller Zuversicht wohnten die anwesenden Vertreter der Selbstverwaltungsgremien beider Berufsgenossenschaften, aber auch die Repräsentanten der Politik, die Vertreter des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften sowie weiterer Berufsgenossenschaften und die leitenden Mitarbeiter beider Häuser der abschließenden "Schlüsselübergabe" von Dr. Joachim Breuer an Willi Lange bei.


Mehr als 300 geladene Gäste verfolgten den Stabwechsel
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