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[Die Industrie der Steine + Erden]






"Round-Table"-Gespräch mit SiFas

Im April 2002 trafen sich bei unserem Mitgliedsunternehmen, der Firma Geiger in Sonthofen, die Sicherheitsfachkräfte aus dem Allgäu zum Erfahrungsaustausch. Initiiert durch den Geschäftsbereich Prävention der Sektion I wurde dieses Zusammentreffen in zwangloser Atmosphäre und Umgebung durchgeführt.
Zielsetzung des Treffens war in erster Linie der Erfahrungsaustausch und das gegenseitige Kennenlernen von Sicherheitsfachkräften aus örtlich benachbarten Firmen. Zudem informierten die Mitarbeiter aus dem Geschäftsbereich Prävention der Sektion I der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft über neue rechtliche Regelungen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Themenvorschläge bestimmten den Rahmen und die Richtung dieses Round-Table-Gespräches, beeinflussten aber nicht die gewünschten Diskussionen, die durch die Sicherheitsfachkräfte initiiert wurden.
Von einem Technischen Aufsichtsbeamten wurde über die Erfahrungen und die Forderungen der Baustellen-Verordnung berichtet. Hierbei ging man in der Diskussion auch speziell darauf ein, inwieweit die eigene Firma intern von der Baustellen-Verordnung betroffen sein könne.
Sicherheitsfachkräfte, mit denen im Vorfeld telefonisch ein Thema vereinbart worden war, stellten die Erfahrungen bei der Umsetzung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in ihrem Betrieb dar. Interessant war es, wie situationsbezogen und differenziert sie ihre Pflicht der Beratung des Unternehmers, aber auch der Umsetzung bestimmter gesetzlicher Forderungen in dem Betrieb wahrnehmen.
So wurden die Themen
  • gruppenspezifische Unterweisung der Mitarbeiter
  • Mitwirkung der Mitarbeiter bei der Beschaffung der PSA
  • Rückwärtsfahren auf Baustellen
  • Ladungssicherung mit den verschiedenen Verantwortlichkeiten

vorgetragen und im Kreise der Teilnehmer diskutiert.
Erhebliches Interesse fand der Tagesordnungspunkt "Erwerb von Maschinen aus Ländern der Europäischen Union bzw. Nichtmitgliedsländern".
Die unterschiedlichen Erfahrungen mit der BAUZ-Kampagne der StBG zur Verminderung von Sturz- und Stolperunfällen wurde in der Runde dargestellt.
Die aktuellen Zahlen des Unfallgeschehens der beteiligten Mitgliedsfirmen wurden lebhaft diskutiert, insbesondere die Gründe für die doch erheblichen Unterschiede bei der Häufigkeit der meldepflichtigen Unfälle bezogen auf eine Million Arbeitsstunden.
In der Abschlussdiskussion wurde angeregt, eine derartige Veranstaltung - organisiert von der StBG - im kommenden Jahr zu wiederholen. Es wurde vorgeschlagen, dass nach einer schriftlichen Ankündigung die Sicherheitsfachkräfte der beteiligten Mitgliedsunternehmen Themen- und Terminvorschläge unterbreiten. Der zuständige Technische Aufsichtsbeamte stellt daraus die Tagesordnung zusammen und organisiert das Round-Table-Gespräch.



Fazit

Die Diskussion wurde mit den TAB'en beim Round-Table-Gespräch hautnah und offen geführt. Schnell stellte sich heraus, wo der Schuh drückt. Somit kann bei späteren Beratungen gezielt auf die Probleme der Unternehmen eingegangen werden. Es wurde immer wieder betont, dass die Betriebe und die BG eine gemeinsame Zielsetzung haben: weniger Unfälle und weniger Berufskrankheiten!
Alle Teilnehmer haben erkannt, dass die Prävention ein gleichwertiges Unternehmensziel darstellt. Unfälle und Berufskrankheiten können nicht kommentarlos hingenommen werden. Nur aktive Sicherheitsfachkräfte in den Unternehmen können in Sachen Prävention weitere Erfolge bringen.
Das Round-Table-Gespräch ist von allen Beteiligten so positiv aufgenommen worden, dass eine Fortführung im kommenden Jahr beschlossen wurde.
Folgende Intension ist mit dem Round-Table-Gespräch verbunden:
  1. Sicherheitsfachkräfte aus einem begrenzten geographischen Bereich kommen zu einem Erfahrungsaustausch und zum gegenseitigen Kennenlernen zusammen.
  2. Geringer zeitlicher Aufwand durch:
    • kurze Anreisezeiten
    • Beschränkung der Veranstaltung auf etwa fünf Stunden.
  3. Örtlich bezogene Informationen - wie z. B. über die Beschaffung von PSA bei bestimmten Händlern oder die Verpflichtung von Betriebsärzten - werden ausgetauscht.
  4. Synergien werden genutzt: Probleme hinsichtlich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz können gemeinsam besser gelöst und die Erfahrung aller Teilnehmer genutzt werden. Ideenaustausch!
  5. Gegenseitige Motivation bei der Arbeit als Sicherheitsfachkraft.
  6. Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsfachkräften und TAB.


Dipl.-Ing. Kretschmer, StBG
Dipl.-Ing. Röder, StBG



Im offenen Gespräch zwischen den Sicherheitsfachkräften kam schnell heraus, "wo's drückt"
Im offenen Gespräch zwischen den Sicherheitsfachkräften
kam schnell heraus, "wo's drückt"






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