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[Die Industrie der Steine + Erden]






Prüf- und Zertifizierungsstelle erneut europaweit akkreditiert

Als eine der ersten Organisationen im Anwendungsbereich des Gerätesicherheitsgesetzes wurde die Prüf- und Zertifizierungsstelle der Fachausschüsse "Steine und Erden / Glas und Keramik" 1996 akkreditiert; die Gültigkeitsdauer dieser Akkreditierung endete entsprechend den Regularien zum 31. Dezember 2001. Aufgrund dieser Sachlage wurde noch in 2001 ein erneutes Akkreditierungsverfahren eingeleitet, das nach einem zweitägigen Audit mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden konnte.
Mit Bescheid vom 31. Mai 2002 wird durch die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz bestätigt, dass die Prüf- und Zertifizierungsstelle der Fachausschüsse "Steine und Erden / Glas und Keramik" die Anforderungen des § 9 Abs. 2 des Gerätesicherheitsgesetzes (GSG) erfüllt.
In diesem Paragraphen sind die allgemeinen Anforderungen an "benannte" ("zugelassene") Stellen formuliert; dies sind z. B.
  • Unabhängigkeit der Stelle,
  • Verfügbarkeit der für die Aufgaben erforderlichen Organisationsstrukturen, des erforderlichen Personals und der notwendigen Mittel und Ausrüstungen,
  • ausreichende technische Kompetenz, berufliche Integrität und Erfahrung sowie fachliche Unabhängigkeit des beauftragten Personals,
  • Wahrung der im Zusammenhang mit der Tätigkeit der zugelassenen Stelle bekannt gewordenen Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse und
  • Einhaltung der für die Durchführung von Prüfungen oder die Erteilung von Bescheinigungen festgelegten Verfahren.

Ergänzend hat die ZLS festgestellt, dass die Prüf- und Zertifizierungsstelle

  1. die Norm DIN EN 45000 erfüllt und die Kompetenz besitzt, Maschinen und technische Arbeitsmittel im Geltungsbereich der EG-Richtlinie 98/37/EG (Maschinenrichtlinie) entsprechend den Bedingungen des Akkreditierungsbescheides zu prüfen,
  2. die Norm DIN EN 45011 erfüllt sowie die Kompetenz besitzt, Maschinen und technische Arbeitsmittel im Geltungsbereich der EG-Richtlinie 98/37/EG (Maschinenrichtlinie) entsprechend den Bestimmungen des Akkreditierungsbescheides zu zertifizieren und
  3. die Norm DIN EN 45012 erfüllt und die Kompetenz besitzt, QS-Systeme im Bereich des Gerätesicherheitsgesetzes gemäß § 3 Abs. 4 Nr. 3 GSG entsprechend den Bestimmungen des Akkreditierungsbescheides zu zertifizieren.

Die Akkreditierung für alle drei Punkte ist gültig vom 1. Januar 2002 bis zum 31.Dezember 2006.
Der Umfang der Akkreditierung bezieht sich auf die folgenden Bereiche:

Maschinen (harmonisierter Bereich): Maschinen, branchenübergreifend

  • Entstauber,
  • Strahlmaschinen und -einrichtungen.


Maschinen der Steine und Erden-Branche

  • Aufbereitungs- und Gewinnungsmaschinen und -anlagen,
  • Filterpressen,
  • Gesteinsbohrmaschinen und Tiefbohranlagen,
  • Maschinen zum Beschicken, Handhaben, Stapeln und Fördern,
  • Mischanlagen und Mischer,
  • Steinbe- und -verarbeitungsmaschinen,
  • Trockner und Öfen,
  • Sondermaschinen und Fein- und Grobkeramikherstellung,
  • Sondermaschinen der Glasherstellung,
  • Sondermaschinen zur Herstellung von Bauelementen aus - Beton, Kalksandstein und Leichtbaustoffmassen.


Transport, Lagerung, Ver- und Entsorgungsbranche

  • Fördereinrichtungen,
  • Stetigförderer,
  • Lagereinrichtungen,
  • Silos und Siloeinrichtungen.


Technische Arbeitsmittel (nicht harmonisierter Bereich):
Technische Arbeitsmittel der Steine und Erden-Branche

  • Geräte zum Beschicken, Handhaben, Stapeln und Fördern,
  • Sondergeräte der Glasherstellung.


Folgende Produkte werden im Rahmen von "Konformitätsbewertungsverfahren" für die Prüf- und Zertifizierungsstelle geprüft und zertifiziert:

  • Technische Arbeitsmittel auf Übereinstimmung mit dem Gerätesicherheitsgesetz, dessen Verordnungen und der durch diese Verordnungen umgesetzten EG-Richtlinien; hierbei handelt es sich z. B. um Bauartprüfungen mit dem Ziel der Zuerkennung des GS-Zeichens nach § 3 Abs. 4 Gerätesicherheitsgesetz.
  • Produkte auf Übereinstimmung mit EG-Richtlinien, die nicht durch Verordnungen zum Gerätesicherheitsgesetz umgesetzt wurden.
  • Sonstige Produkte auf Übereinstimmung mit Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen.
  • Bestimmte Teilaspekte an Produkten auf Übereinstimmungen mit Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen (z. B. Baumusterprüfungen in Bezug auf Lärmemission, Gefahrstoffemission).
  • Technische Produktunterlagen auf Übereinstimmung mit Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen.

Des Weiteren werden Qualitätsmanagement-(QM)-Systeme auf Übereinstimmung mit

  1. der Normreihe DIN EN ISO 9000:2000
  2. EG-Richtlinien
  3. Modulen des Ratsbeschlusses 93/94/65/EWG

(als Kontrollmaßnahmen nach einer Produktzertifizierung) auditiert und zertifiziert.
Das genannte Dienstleistungsangebot wendet sich vorrangig an Hersteller und Betreiber von Maschinen
aus dem Steine und Erden-Bereich und bietet z. B. bzgl. GS-Prüfung und QM-Auditierung folgende Vorteile: Durch das GS-Zeichen wird symbolisiert, dass ein Baumuster dieses Arbeitsmittel von einer unabhängigen Stelle erfolgreich auf Einhaltung sicherheitstechnischer und gesundheitlicher Anforderungen geprüft und zertifiziert worden ist und somit die EG-Maschinenrichtlinie sowie harmonisierte Normen erfüllt werden.
Da das Zeichen GS = geprüfte Sicherheit mittlerweile als Qualitätszeichen auch im europäischen Raum anerkannt ist, kann dies als zusätzliches Werbeargument verwendet werden. Auch haftungsrechtlich ergibt sich für den Hersteller eine bessere Ausgangsposition in Schadensfällen.
Mit dem Aufbau eines Qualitätsmanagement-Systems kann die kontinuierliche Verbesserung aller im Unternehmen ablaufenden Prozesse erreicht werden; insbesondere sind Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen zu erwarten. Als weiteres Ergebnis wird sich ein Vertrauen des Kunden in die Qualitätsfähigkeit des Herstellers ergeben.


Dipl.-Ing. Jürgen Koch, StBG


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