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[Die Industrie der Steine + Erden]






protecT 2002 - Ein Blick in die Zukunft

"Arbeitssicherheit und Wirtschaftlichkeit ergänzen sich" - so das Fazit des im Mai in Kassel erstmals durchgeführten Zukunftskongresses protecT 2002. Rund 300 Teilnehmer trafen sich in Kassel, um sich über innovative Technik, neue zukunftsweisende Managementkonzepte und Personalführungsstrategien für die Bau-, Baustoff- und Bergbau-Industrie zu informieren. Im Rahmen des Zukunftskongresses fand außerdem eine begleitende Ausstellung statt, auf der die Besucher den technischen Fortschritt und Arbeitssicherheit zum Anfassen live erleben konnten.
Im Rahmen des Kongresses, der von der Geoplan GmbH in Kooperation mit ihren Partnern, der Steinbruchs Berufsgenossenschaft, der Tiefbau-Berufsgenossenschaft und der Bergbau-Berufsgenossenschaft sowie des Bundesverbandes Baustoffe - Steine und Erden e.V. und der Arbeitsgemeinschaft Naturstein e.V. durchgeführt wurde, kamen über 50 hochkarätige Referenten zu Wort, um über zukunftsweisende Technologien zu berichten. Außerdem wurde über Maßnahmen und Möglichkeiten, die Arbeitswelt von morgen sicherer, gesünder und motivationsfördernd zu gestalten, diskutiert.
Das Themenspektrum reichte von Zukunftsstudien über mannlos fahrende Dumper und Skw (die bereits Realität sind) bis hin zu konkret anstehenden Fragen, wie z. B. der modernen und optimierten Instandhaltung von Anlagen und Maschinen oder auch des Outsourcings bestimmter Aufgabenbereiche.
Das Kongressprogramm begann mit einer Plenarveranstaltung, die unter dem Motto stand "Visionen entwickeln - Zukunft gestalten".
Unter der Moderation von Dr. Eichendorf, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG), stellte Ulrich Becker die neue Initiative der Bundesregierung "Neue Qualität der Arbeit" (INQA) vor. Reiner Georg Hagemeier von der MHI AG befasste sich mit der Frage, ob "wirtschaftlich produzieren" und "sicher arbeiten" tatsächlich Gegensätze sind.
Als Vertreter für den erkrankten Vorstandsvorsitzenden des HVBG, Klaus Hinne, sprach Klaus Jürgen Fischer über den Menschen in der Arbeitswelt. Sein Vortrag stand unter dem Motto "Mehr und mehr im Mittelpunkt - der Mensch!". Den Standpunkt der Bundesländer vertrat Hartmut Karsten vom Ministerium für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt, er präsentierte das Handlungskonzept der Arbeitsministerien der Bundesländer.
Im Anschluss daran vertrat Wilfried Coenen, Leiter des Bereiches Prävention beim HVBG, die Rolle der Berufsgenossenschaften. Für die Maschinenhersteller erläuterte Stefan Zangenfeind von der Zeppelin Baumaschinen GmbH exemplarisch, was man dort unter der Überschrift "Maschinen für Menschen - innovative Technik verändert die Arbeitswelt" versteht. Vor der abschließenden Podiumsdiskussion kam als Vertreter der Wissenschaft Prof. Peter Kern vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation zu Wort, er überraschte die 300 Zuhörer mit einem visionären Ausblick unter der Überschrift "Wie werden wir morgen arbeiten?". Mit einer gemeinsamen Abendveranstaltung im Ausstellungsbereich des Kongressgebäudes endete der erste Tag.
Das sich anschließende Fachprogramm war in insgesamt acht Blockveranstaltungen strukturiert, die in zwei Parallelreihen durchgeführt wurden:

Block I: Innovationen und Visionen
Block II: Produktionsfaktor Mensch
Block III: Instandhaltung und Wartung
Block IV: Organisation und Management
Block V: Verantwortung und Haftung
Block VI: Immissionen - Emissionen - Umwelt
Block VII: Outsourcing
Block VIII:Forschung


Insgesamt 36 Vorträge wurden in diesen acht Blöcken angeboten. Dabei reichte das Spektrum von der Vision des Radladers 2010, der Erkenntnis, dass Sicherheit nicht am Werkstor aufhört, der optimalen Nutzung von Förderbandanlagen, dem Ethikmanagement der Bauwirtschaft, der Grenze zwischen öffentlichem und innerbetrieblichem Verkehr, über neueste Entwicklungen bei der lärmarmen Verdichtung von Beton bis hin zur Haftung bei Fremdfirmeneinsätzen und zu Sichtfeldmessungen bei Erdbaumaschinen.
Thematisch zugeordnet wurden im Rahmen dieses vielfältigen Programmes auch Beiträge aus fünf Jahren Förderpreis Arbeit · Sicherheit · Gesundheit.
Der zweite Tag war angereichert durch das Forum protecT 2000, in dem unter der Moderation von Rudolf Kremer vom Belgischen Rundfunk Unternehmer, Sicherheitsfachkräfte, Betriebsärzte und Präventionsdienstleister gemeinsam zu der Frage "Was muss die Prävention in Zukunft leisten?" diskutierten.
Am letzten Tag schließlich wurden die Ergebnisse einer Zukunftswerkstatt, die unter dem Motto stand "Wie wollen wir morgen arbeiten?" von Dr. Gerhard Rothhaupt und fünf Sprechern präsentiert. Die Zukunftswerkstatt hatte zwei Wochen zuvor in Kirchheim mit rund 20 Teilnehmern aus den betroffenen Branchen stattgefunden, die dort zwei Tage lang über innovative Ansätze im Rahmen der Initiative "Neue Qualität der Arbeit" diskutiert hatten.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das hochkarätig besetzte und qualitativ auf hohem Niveau stehende Kongressprogramm von allen Teilnehmern einhellig gelobt wurde. Der Veranstalter und seine Partner waren sich darin einig, dass die protecT 2002 ein gelungener Auftakt war. Dass die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die Teilnahme an dieser kostenpflichtigen Veranstaltung, auch entsprechend hoch bewertete, kommt darin zum Ausdruck, dass sie als Fortbildungsveranstaltung im Rahmen des Unternehmermodells und für Sicherheitsfachkräfte gewertet wird. Sicherlich hätte das vielfältige Programm der protecT 2002 noch mehr Teilnehmer verdient, aber - ein bemerkenswerter Auftakt in Kassel ist gelungen. Zwischen dem Veranstalter, der Geoplan GmbH, und den Partnern wird nunmehr zu befinden sein ob und in welchem zeitlichen Turnus die protecT wiederholt werden soll.



Wilfried Coenen, HVBG, bei seinem protecT-Vortrag Demonstration des Förderband-Modells der StBG
Wilfried Coenen, HVBG,
bei seinem protecT-Vortrag
Demonstration des Förderband-
Modells der StBG


protecT-Impressionen protecT-Impressionen protecT-Impressionen protecT-Impressionen protecT-Impressionen


Eine Rückschau auf die protecT-Vorträge




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