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[Die Industrie der Steine + Erden]






7,2 Kubikmeter-Riese im Kalksteinbruch

"Die Qualität unserer Waren ist vorzüglich, und wir werden besonders darauf achten, dass sie unabänderlich die gleich gute bleibt", so schrieb der Sohn von Wilhelm Gustav Dyckerhoff an seinen Vater, den Unternehmensgründer von Dyckerhoff. Diesem Grundsatz bleibt man in dem 1864 gegründeten Unternehmen, das sich vom Portland-Cement-Werk zu einem weltumspannenden Baustoffkonzern entwickelt hat, bis heute treu. Im März 2002 übernahm man im Steinbruch Wiesbaden-Amöneburg, in dem jährlich etwa 1,2 Millionen Tonnen Kalkmergel gewonnen werden, einen neuen Komatsu-Großbagger PC1 100SP-6.
Dieser 110 Tonnen wiegende Hydraulikbagger gewinnt mit seinem 7,2 m3-Löffel täglich, zusammen mit einem weiteren Bagger, bis zu 8.000 Tonnen Kalkmergel. Im Werk Amöneburg wird dieser, durch eine Bandstrasse angebunden, zu Zement verarbeitet. Da einschichtig gearbeitet wird, müssen die Bagger zusammen mit den Muldenkippern in fünf Arbeitstagen den Rohmaterialbedarf für eine ganze Woche decken. An den Wochenenden wird das Material von Halden abgetragen. Deshalb kommt nur zuverlässige und leistungsstarke Baggertechnik zum Einsatz. Aus diesem Grund wählte Dyckerhoff
einen besonders leistungsstarken Bagger mit hohen Reiß- und Losbrechkräften, denn der Kalkmergel darf wegen der nahen Wohnbebauung nicht gesprengt werden.
Der Komatsu-Händler Fasietec aus Stockstadt am Rhein empfahl den aus Düsseldorfer Produktion stammenden Großbagger in Tieflöffelausführung. Er belädt die bis zu 90 Tonnen ladenden Komatsu-Muldenkipper HD785 in maximal sechs Spielen. Der von Komatsu Mining gebaute PC 1100SP-6 (SP steht für Special Performance und kennzeichnet die Hochleistungsvariante) ist 110 t schwer und wird von einem 463 kW starken Komatsu-Turbodieselmotor in Niederemissionstechnologie mit Ladeluftkühlung (Euro 11) angetrieben. Die HD-Arbeitsausrüstung besteht aus dem 7,7 Meter langen speziell gekröpften
Monoblock-Ausleger, einem 3,4-m-HDStiel und einem 7,2 Kubikmeter fassenden Spezialtieflöffel für den kombinierten Reiß- und Ladeeinsatz. Zur besseren Einsicht in die Muldenkipper wurde die Kabine bereits ab Werk um 900 mm erhöht.
Herzstück des in drei Stufen schaltbaren Load-Sensing-Hydrauliksystems, schließlich kommt es nicht nur auf schiere Kraft, sondern auch auf deren feinfühlige Arbeitsbewegung an, sind drei Axialkolbenverstellpumpen für Ausrüstung und Schwenkwerk. Sie liefern 2 x 494 und 1 x 600 l/min und sorgen somit für die richtige Versorgung der hydraulischen Verbraucher. Zu den Sonderausrüstungen für diesen harten Einsatz gehören Zentralschmierung sowie Rops/Fops-Kabine.
Der Großbagger wurde mit vier Tiefladern von Düsseldorf nach Wiesbaden transportiert und in wenigen Tagen montiert. Zwischenzeitlich ist das Gerät in den Leistungseinsatz gegangen. Der PC 1100 ist, für einen professionellen Abbau typisch, auf dem zu ladenden Material positioniert. Von dort belädt er die rückwärts in die Ladezone fahrenden Muldenkipper mit kleinen Schwenkwinkeln (hohe Umschlagleistung). Während der Ladepausen löst der PC1100 bis zu 15 t schwere Kalksteinbrocken aus der Formation und übergibt diese an einen mit Hydraulikhammer ausgerüsteten Raupenbagger, der sie knäppert.
Dyckerhoff betreibt im Steinbruch Amöneburg einen vielseitigen Komatsu-Maschinenpark. Neben dem PC1 100-6 werden ein PC750-6 SE, ein PC450 LC sowie ein PC400-5 für das Verladen von Abraum eingesetzt. Zwei Muldenkipper HD785 übernehmen den Großteil der Transportaufgaben, ein Radlader WA600 steht für Rückverladung sowie allgemeine Arbeiten im Steinbruch zur Verfügung und eine Planierraupe D65 EXL ist für die Vorbereitung der Ladesole und Rekultivierungsarbeiten verantwortlich.
Sämtliche Maschinen wartet Dyckerhoff in der eigenen modernen Werkstatt, die so groß ist, dass auch Arbeiten an der gekippten Mulde des HD785 möglich sind. Für Schulung und Ersatzteilversorgung ist der Betreiber permanent mit dem Komatsu-Händler Fasietec in Stockstadt/Rhein verbunden, welcher die größte Niederlassung im Rhein-Main-Gebiet unterhält.



Lösen von bis zu 15 Tonnen schweren gewachsenen Kalksteinbrocken - der Komatsu PC1 100 löst sie aus der Formation - gesprengt werden darf wegen naher Wohnbebauung nicht
Lösen von bis zu 15 Tonnen schweren gewachsenen Kalksteinbrocken -
der Komatsu PC1 100 löst sie aus der Formation - gesprengt werden darf
wegen naher Wohnbebauung nicht






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