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INQA - Nationales Konzept für Arbeitsschutzmanagement: Sicherheit und Gesundheitsschutz systematisch verbessern

Auf positive Resonanz bei Unternehmen und Institutionen ist die Präsentation des nationalen Konzepts für Arbeitsschutzmanagement im Rahmen der "Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)" gestoßen, die am 19. Juni 2002 in der Deutschen Arbeitsschutzausstellung (DASA) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) in Dortmund stattfand und an der auch die Steinbruchs- Berufsgenossenschaft beteiligt war.
Über 400 Teilnehmer haben die Veranstaltung genutzt, um Informationen und Anregungen zum Thema Arbeitsschutzmanagement für Unternehmen und Verwaltung zu erhalten. Das Konzept wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung gemeinsam mit den Sozialpartnern, den Ländern und den Unfallversicherungsträgern entwickelt. Es orientiert sich am Leitfaden der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organisation (ILO)). Seit Mitte der 90er Jahre werden auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene Arbeitsschutzmanagementsysteme als ein mögliches Instrument zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen diskutiert. Dabei erteilten Experten der Normierung von Arbeitsschutzmanagementsystemen eine Absage, weil dies dem Prinzip der Freiwilligkeit widersprechen würde.
Eine zwangsweise Zertifizierung würde somit nicht den gewünschten Erfolg bringen. Allerdings sind sich alle Beteiligten darüber einig, dass eine erfolgreiche Prävention im Arbeits- und Gesundheitsschutz nur durch einen systematischen Ansatz greift.
Die ILO - eine Unterorganisation der UNO - hatte angesichts von mehr als 1,3 Millionen tödlichen Arbeitsunfällen pro Jahr eine internationale Harmonisierung angestrebt. Unter deutscher Beteiligung wurde ein Leitfaden entwickelt, der auf international vereinbarten Grundsätzen und dem Konsens der in der ILO vertretenen Parteien (Regierungen, Arbeitgeber, Beschäftigte) beruht.
Das Konzept des Leitfadens der ILO sieht eine Anpassung an nationale Gegebenheiten durch die Erarbeitung nationaler Leitfäden vor. Das Bundesministerium für Arbeit, die obersten Arbeitsschutzbehörden der Länder, die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und die Sozialpartner haben daher einen nationalen Leitfaden entwickelt. Der Leitfaden ermöglicht es den staatlichen Arbeitsschutzbehörden oder den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung im Rahmen einer Systemkontrolle, den Unternehmen eine freiwillige Überprüfung der Wirksamkeit ihrer Organisation des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in die Managementstrukturen anzubieten.
Dadurch soll der Arbeitsschutz in die betrieblichen Abläufe integriert und damit Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten gewährleistet und kontinuierlich verbessert werden.
Bei der Veranstaltung stand der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. Hierzu trugen insbesondere Praktiker aus Unternehmen und Institutionen bei, die ihre Erkenntnisse in über 20 Vorträgen in verschieden Foren und Workshops darstellten. Ein "Markt der Möglichkeiten" hat Organisationen, Institutionen und vor allem Unternehmen die Möglichkeit gegeben, ihre Erkenntnisse, Erfahrungen, Methoden und Beispiele zum Thema Arbeitsschutzmanagement der Fachöffentlichkeit vorzustellen.
Dabei konnte die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft viele interessierte Besucher auf ihrem Stand mit dem Thema "Sicher mit System" empfangen. In zahlreichen Gesprächen konnten die Vorteile des Konzeptes "Sicher mit System" dargestellt werden, wobei neben dem "Handbuch SMS" auch die neue CD-ROM "SmS-digital" präsentiert wurden. Auf Anerkennung ist auch das neu entwickelte Gütesiegel "Sicher mit System" gestoßen, da es gerade für Klein- und mittelständische Unternehmen die Möglichkeit bietet, ihre Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzorganisation im Unternehmen überprüfen und bewerten zu lassen.
Somit bietet die Steinbruchs-Berufgenossenschaft ein umfassendes Konzept zur Organisation und Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in betriebliche Abläufe an, was jetzt schon gerade von Klein- und Mittelunternehmen intensiv und erfolgreich angewendet wird und somit zu einer Optimierung der betrieblichen Abläufe beiträgt.
Der bei der Veranstaltung dokumentierte nationale Konsens zu Arbeitsschutzmanagementsystemen hat daher im Sinn der Konzeption der Initiative für eine neue Qualität der Arbeit (INQA) dazu beigetragen, die Maßnahmen der einzelnen Konzepte im Bereich des Arbeitsschutzmanagements noch besser aufeinander abzustimmen, Lücken zu identifizieren und gemeinsam, d.h. arbeitsteilig, zu schließen.
Dies gilt z.B. für die Frage nach der Entwicklung unternehmens- und branchenspezifischer Handlungshilfen, insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe. Das gilt aber auch für die Verzahnung von Konzepten für Arbeitsschutzmanagementsysteme mit anderen Führungs- und Organisationsstrategien.
Somit war die Veranstaltung für alle Beteiligten ein Erfolg und hat schon jetzt praktikable Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Arbeitswelt von morgen gestaltet werden kann, um wettbewerbsfähige Arbeitsplätze mit gesunden, hochmotivierten und leistungsfähigen Arbeitnehmern zu schaffen.

Christian Claus, StBG



Reges Interesse am SMS-Ordner verzeichnete die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft an ihrem Stand
Reges Interesse am SMS-Ordner verzeichnete die
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft an ihrem Stand






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