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[Die Industrie der Steine + Erden]






Maschinen und Geräte: die neuen Modelle

Der Markt für Baumaschinen 2001 hinkt hinter den Erwartungen hinterher. Noch zur Bauma war die Branche optimistischer. An den Maschinenherstellern liegt es jedenfalls nicht. Sie stellten in München eine Vielzahl von Neu- und Weiterentwicklungen vor. Wir präsentieren hier eine Auswahl.



„4er-Generation“ jetzt komplett

Mit den beiden Radladern L 524 und L 534 stellte Liebherr zur Bauma 2001 zwei neue Modelle vor und komplettiert damit die 1998 eingeführte „4er Generation“. Das Radlader-Programm von Liebherr umfasst damit 14 verschiedene Typen mit Kipplasten von 3 bis 18 Tonnen bei Motorleistungen zwischen 44 kW / 60 PS und 195 kW / 265 PS.
Der neue L 524 bewegt Kipplasten bis zu 7.005 kg, der größere L 534 bis zu 8.625 kg. Die Motorleistung beträgt 100 kW / 136 PS beim L 524 und 81 kW/ 110 PS beim L 534. Diese Baureihe wird durch das besondere Antriebskonzept des stufenlosen hydrostatischen Fahrantriebs mit zwei Fahrmotoren und ohne Schaltgetriebe charakterisiert. Die Geräte können stufenlos ohne Schaltstöße beschleunigen oder verzögern. Durch den so erzielten besseren Wirkungsgrad wird der Kraftstoffverbrauch reduziert und durch die hydraulische Bremswirkung des Fahrantriebes ist der Bremsenverschleiß minimal.
Der L 524 ist wie der L 534 mit Pendelachse und Pendel-Knickgelenk ausgestattet, die zusammen mit einem zusätzlichen Gummi-Dämpfungselement im Knickgelenk die Pendelung der Kabine reduzieren und dadurch ein angenehmes Arbeiten ermöglichen.
Bei vergleichbaren Arbeitseinsätzen verbrauchen diese Radlader um bis zu 40 Prozent weniger Kraftstoff. Die Einsparungen resultieren aus der Charakteristik des emissions-optimierten Turbodieselmotors und aus der Verwendung von zwei getrennten Load-Sensing-Pumpen für Arbeitshydraulik und Lenkung. Auch der feinsteuerbare Liebherr-Antrieb wirkt sich positiv auf den Energieverbrauch aus und reduziert zudem den Reifenverschleiß.



Der Großhydraulikbagger
R 995 Litronic zusammen mit dem Muldenkipper TI 272
Der Großhydraulikbagger R 995 Litronic
zusammen mit dem Muldenkipper TI 272


Der neue L 524
Der neue L 524




Knickgelenkte Muldenkipper

In den 16 Jahren seiner Firmengeschichte hat Fiat-Hitachi seine Produktlinien von einer auf dreizehn, das heißt von vier auf mehr als siebzig verschiedene Modelle ausgedehnt. Der Umsatz erhöhte sich von damals 50 Millionen D-Mark auf heute 750 Millionen Euro.
Auf der Bauma 2001 stellte das Unternehmen unter anderem die neuen knickgelenkten Muldenkipper vor. Die Baureihe umfasst sechs Grundmodelle und beginnt mit dem Einsatzgewicht von 16 (4 x 4 ) über 20, 25, 30 und 40 Tonnen (6 x 6). Für die 30-t-Variante – die meist gefragte Version – gibt es anstelle der kippbaren Mulde mit Hubzylindern die exklusive Ausführung als Bodenentleerer. Damit kann auch beim Transport von zähem Material eine völlige Entleerung erzielt werden. Diese Ausführung bietet sich besonders für den Einsatz im Tunnelbau oder anderen Baustellen an, auf denen die Entladehöhe begrenzt ist.
Die Muldenkipper verfügen über zwei Mehrstufen-Teleskopzylinder (eine weitere Besonderheit von Fiat-Hitachi), die im Seitenrahmen untergebracht sind. Weitere charakteristische Merkmale sind die Hinterachsgeometrie und deren Aufhängung. Der Drehpunkt befindet sich unter den Seitenführungen des Rahmens anstatt auf der Seite. Der Rahmen selbst ist mit 1.140 mm viel breiter ausgelegt als gewöhnlich. Damit erhält die Maschine eine breitere Basis, einen tieferen Schwerpunkt und kann, bei gleicher Länge und Breite, wesentlich stabiler beladen werden.
Die Kabine ist nach den neuesten ergonomischen Erkenntnissen ausgestattet, großräumig und komfortabel und erfüllt auch die ROPS/FOPS Sicherheitsbestimmungen. Die Motorhaube, die an der Kabine angelenkt ist und am Rahmen abschließt, verfügt über ein modernes Styling, das auch die Sicht nach vorne und allen Seiten optimal gewährleisten soll. Das Öffnen der Motorverkleidung wird durch elektrische Betätigung erleichtert, weil bei besonderen Einsätzen regelmäßig die Verkleidung zu Kontrollzwecken geöffnet werden muss. Alle wichtigen Bauteile (die Hydraulikpumpe, die Lenkpumpe, hydraulische Leitungen und Verbindungen) sind unmittelbar erreichbar. Einmal um die Maschine herumgehen und die visuelle Inspektion ist ausgeführt.
Die seitliche Gelenkverbindung des Knickgelenks verfügt, wie üblich, über zwei großdimensionierte Lagerbolzen mit Pendellagern. Eine absolute Innovation stellt dagegen laut Hersteller die Drehverbindung dar, die nicht mehr mit einem Rundgehäuse – richtig lang, ziemlich groß und teuer – versehen ist, sondern mit einem großdimensionierten Schwenklager, das präzise auf Kugel- und Kegelrollenlagern läuft. Damit reagiert diese Verbindung optimal auf jede Geländeformation, bietet hohe Stabilität und ein Minimum an Belastung für die Rahmenstruktur.
Eine weitere Neuentwicklung steckt in der Achsaufhängung: Die Vorderachse verfügt über eine Einzelaufhängung mit zwei doppelt beaufschlagten, hydro-pneumatischen Zylindern, welche die Pendelwirkung der Achse ausgleichen. Die Hinterachsaufhängung besteht aus zwei gegossenen Trägern, verstärkt und resistent, aber leicht im Gewicht. Der Pendelausschlag wird über Querlenker abgefangen, die mit Hendrikson-Bolzen gesichert sind. Dieses System nennt Fiat-Hitachi „Torsionsreaktor“, mit dem gesichert werden soll, dass die Räder genau und mit der richtigen Bodenhaftung dem Geländeprofil auch unter extremen Bedingungen folgen können.



Fiat-Hitachi: knickgelenkte Muldenkipper
Fiat-Hitachi: knickgelenkte Muldenkipper




Case auf dem Weg zum Full-Liner

Maschinentechnische Komplettlösungen für optimale Baustellen-Ausstattungen, verbunden mit einer breiten Palette von Serviceangeboten und flankiert von individuellen Finanzdienstleis-tungen – das Portfolio von Case soll den Bedarf aller Kerndisziplinen der Bauwirtschaft und baunaher Wirtschaftszweige ebenso abdecken wie es effiziente Lösungen für den Güterumschlag, den Abbruch, Baustoff-Recycling und die stationäre Industrie bietet. In Deutschland wird das Case-Programm von der Vertriebs- und Servicegesellschaft Case Poclain GmbH, Heidelberg, mit eigenen Niederlassungen und Servicestationen sowie einem dicht geknüpften Netz aus selbstständigen Fachhandelsfirmen sowie einer Reihe von Basishändlern vermarktet.
Zu den neuen Maschinen-Segmenten von Case gehörten auf der Bauma der erste knickgelenkte Muldenkipper (Typ 325), der der Vorreiter einer kommenden Serie werden soll, und der Radlader, Typ 521D, mit Schaufelinhalten von 1,5 bis 1,7 m3. Der Lader wurde als erstes Modell einer neuen Radlader-Generation vorgestellt, die sich unter anderem empfiehlt durch ein neu entwickeltes Kühlsystem, Load-Sensing-Mengenregelung der Kinematik und neue Schaufelkonstruktionen.
Als bewährte Maschinen dieser Gruppe war der 721C mit einem sogenannten Twister-Schaufel-Separator zu sehen, der in einem Arbeitsgang Steine und Brocken aus extrem bindigem Material zerkleinert und mit einem Zuschlagstoff beispielsweise Kalk vermischt.
Der 921 C Quarry wurde für die Naturstein-Gewinnungsindustrie konzipiert: kennzeichnend ist unter anderem eine mit ihrer geometrischen Form speziell auf die Einsätze in der Natursteingewinnung abgestimmte, besonders stabile und verschleißfeste 4,1 m3 Felsladeschaufel mit einer auswechselbaren Schneide.
Mit drei neuen Maschinen wurde die neue CX-Hydraulikbagger-Serie erweitert; hierzu zählen je ein Bagger in der 16-t- und der 24-t-Klasse sowie die erstmals in Deutschland vorgestellte 80-t-Leistungsmaschine CX800, die sich mit ihrer technischen Grundkonzeption nunmehr in diese Linie eingliedert.
Die 88-Bagger-Reihe vertraten die beiden Short-Radius-Typen 788P Plus und 988P Plus. Mit einer hochfahrbaren Kabine für den Güterumschlag ausgestattet war die 21-t-Maschine Typ 1188P Plus. Für die moderne Abbruchtechnik wurde der 30-t-Hydraulikbagger 1288 NLC Plus mit der neuen Kombischere CC2700 gezeigt.



Basismodell für eine neue Radlader-Generation: der 521D
Basismodell für eine neue
Radlader-Generation: der 521D




Neuer Großbagger mit Tieflöffel

Mit dem Cat 5110B ist das Quartett der Großbagger der 5000er-Serie jetzt komplett. Diese Neuentwicklung setzt nach Ansicht von Caterpillar beim Einsatz in der Gewinnungsindustrie neue Maßstabe in der Wirtschaftlichkeit. Als Ladegerät für die Muldenkipper Cat 773 und 775 benötigt der Tieflöffel mit seinem Fassungsvermögen von 7,6 Kubikmetern bei einer Schaufelnutzlast von bis zu 13,7 Tonnen lediglich vier beziehungsweise fünf Ladespiele. Der Motor, ein Cat 3421 E HEUI, erzeugt eine Leistung von 768 PS (565 kW). Der Cat 5110 wird bei einem gut gesprengten Haufwerk (klein- bis mittelstückiges Material), in einem reinen Ladebetrieb, ohne Wartezeiten und einer mittleren Wagenwechselzeit von 0,5 Minuten eine maximale Produktion von 1.500 t in 50 Minuten erreichen. Durch seine robuste Bauweise und sein Load-Sensing-System, der speziellen Hydraulik für den Steinbruch, ist dieses Gerät für den kontinuierlichen Einsatz vor der Wand gut geeignet. Die maximale Arbeitshöhe beträgt 12,0 m und die maximale Reichweite 14,0 m. Die höhergelegte Kabine erleichtert die optimale Sicht auf den Arbeitsbereich. Sicheren Betrieb und schnelles Beheben von Störungen gewährleisten computergestützte Überwachungs- und Diagnosesysteme. Da alle Wartungsstellen gut zugänglich sind, ist die Pflege einfach und schnell zu erledigen.



125-t-Großbagger Cat 5110B
125-t-Großbagger Cat 5110B




Neue EM-Technik schont Mensch und Material

In Serkendorf, zirka 40 km nördlich von Bamberg, baut die Debus Naturstein GmbH & Co. seit fast dreißig Jahren hochwertigen Kalkstein ab. Jährlich werden rund 700.000 Tonnen Stein gewonnen, der zu Schotter, Splitt und Frostschutzschichten mit unterschiedlicher Körnung verarbeitet wird. Aufgrund der guten Auftragslage wurde im vergangenen Jahr der Radlader Komatsu WA 470 Magnum active angeschafft und mit dem neuen Bridgestone EM-Reifen VSDT ausgestattet.
Bei den Reifen entschied man sich für den VSDT 26,5 R 25 von Bridgestone, weil der laufrichtungsunabhängige EM-Reifen eine besonders stabile Seitenwand hat und deshalb ein Plus an Standsicherheit aufweist. Der neue Reifen verbindet den Abrollkomfort eines L3-Reifens mit der Beanspruchungsklasse eines L5-Reifens. Das extratiefe Profil (250 Prozent Profiltiefe) sowie die in Länge und Winkel optimierte Profilblockgestaltung sorgen dafür, dass der VSDT auch in schwierigstem Gelände gute Traktion aufweist. Im Profilgrund angebrachte „Steinauswerfer“ verhindern das Festklammern von Steinen zwischen den Profilblöcken.
Darüber hinaus ist der VSDT wegen seines fast vibrationsfreien Laufs für den „Load and Carry“-Einsatz geeignet, auf dem Komatsu fährt er bis zu 40 km/h. Durch Schutz vor Schnittverletzungen und hohe Laufleistung ist er außerdem äußerst wirtschaftlich. Eine Betriebszeit von rund 7.000 Stunden ist laut Hersteller realistisch.



Der speziell für Radlader entwickelte EM-Reifen
Der speziell für Radlader entwickelte EM-Reifen




Michelin liefert für jedes Fahrzeug den richtigen Reifen

Muldenkipperreifen XDR für den Transport auf verschleißintensiven Pisten Die Einsatzbedingungen und die jeweilige Geographie sind für jede Erdbewegungsmaschine höchst unterschiedlich. Die vornehmste Pflicht des Reifenherstellers kann also nur lauten, für jeden Einsatz einen denkbar geeigneten und leistungsfähigen „Pneu“ vorzuhalten. Denn nur so ist er in der Lage, der tagtäglichen Praxis des Kunden in all ihren Anforderungsprofilen Rechnung zu tragen. Diesem Ziel hat sich Michelin nach eigener Aussage seit jeher verpflichtet.
Die breit gefächerte Produktpalette von des französischen Herstellers hält für jeden Einsatz und für jedes Fahrzeug - wie extrem auch immer - den richtigen Reifen parat. Auf der Bauma 2001 dokumentierten folgende neue Produkte die Fortschritte, die Michelin erzielen konnte:
  • X-Haul: ein vielseitiger Reifen für Starrrahmenmuldenkipper, der aufgrund seiner Schnell-Laufeigenschaften die engen Termine von Straßenbaustellen einhalten hilft und sich auch unter harten Einsatzbedingungen auf aggressivem Grund bewährt.
  • XZSIL: ein maßgeschneiderter neuer Reifen für Kompaktlader und ähnliche Spezialfahrzeuge in Straßenbau, Industrie und Landwirtschaft. Der XZSL vervollständigt die Palette von XTLA, XM27, XM37 und Stabil'X.
  • XLD: die neuen Breitreifen in Serie 65 für Radlader, deren Vorteil gegenüber der konventionellen Standarddimension in einerleichteren Lenkbarkeit des Fahrzeugs sowie einem höheren Füllungsgrad der Schaufel liegt.

Diese neuen Pneus verfügen über beste Traktion und Haftung, sind darüber hinaus äußerst ausfallsicher und standfest. Diese Leistungsfähigkeit steigert die Wirtschaftlichkeit in der Praxis und senkt die Betriebskosten effektiv.



Volvo-Bagger mit erweitertem Ausrüstungsangebot

Unter den zahlreichen Exponaten von Volvo Construction Equipment auf der Bauma befanden sich Maschinen, die für Spezialeinsätze optimal ausgerüstet sind. Die Raupenbagger mit Abbruchausrüstung können zum Beispiel mit einer hydraulischen Wechseleinrichtung ausgestattet werden, die eine Umrüstung von kurzem auf langen Ausleger – oder umgekehrt – innerhalb von nur 30 Minuten ermöglicht. Kabine beziehungsweise Fahrersitz und Bedienkonsole können gekippt werden, damit der Fahrer die auf volle Höhe ausgestreckte Abbruchausrüstung ohne Mühe überblicken kann. Zu den Optionen gehört auch ein hydraulischer Schnellwechsler für den Löffel.
Die Raupenbagger EC140, EC210, EC240, EC290, EC360 und EC460 (14 t bis 46 t) sind echte Volvos: robust, kräftig, mit präzise zupackender Hydraulik und ACS-Steuerelektronik (Advanced Control System), vorbildlicher Rundumsicht, Joystick-Bedienung mit fünf Mikrotastern und eigener Schnellwechslerhydraulik, alles natürlich serienmäßig.
Die Modelle EC240N, EC290N und EC360N in der Ausführung mit langem und schmalem Unterwagen lassen sich gut transportieren und entsprechen voll und ganz den europäischen Vorschriften zum Transport auf öffentlichen Straßen. Die maximale Breite mit 600-mm-Bodenplatten beträgt dann 3,0 m.
Komfort und Fahrerleistung gewinnen durch die geräumige Kabine, die einen umfassenden Überblick bietet. Den verstellbaren Sitz kann der Fahrer ganz auf seine individuelle Arbeitshaltung abstimmen. Hinter dem Fahrersitz befindet sich ein großzügig dimensionierter Stauraum für die Pausenmahlzeit und andere nützliche Dinge. Die Fahrersitze sind auch mit Luftfederung und Heizung erhältlich. Die übersichtliche Instrumentierung liegt genau im Blickfeld des Fahrers.
Mit kurzhubigen Bedienhebeln, die zudem auf verstellbaren Konsolen sitzen, steuert der Fahrer die Bewegungsfunktionen der Ausrüstung komfortabel und präzise. Dabei unterstützt ihn die ACS-Steuerelektronik durch eine jeweils einsatzgerechte Abstimmung der Maschinenleistung, die er über den Betriebsartenwähler vorgeben kann. Mit diesem Betriebsartenwähler kann der Fahrer den gesamten Hydraulikbagger abstimmen. Dabei stehen fünf Leistungsstufen mit insgesamt neun Einstellmöglichkeiten für die Motordrehzahl zur Verfügung. So kann der Fahrer je nach Einsatzsituation die maximale Motorleistung oder Kraftstoffökonomie, den maximalen Betriebsdruck (350 bar) für z. B. Präzisions- bzw. Hebearbeiten oder auch verschiedene Leerlaufstellungen wählen. Mit der Kraftverstärkungsfunktion Power Boost ergibt sich zusätzlich eine zeitweilige (9 s) Steigerung der Hydraulikkraft für Ausleger, Stiel und Löffel.
Alle Modelle werden von zuverlässigen und langlebigen Niederemissions-Turbodieselmotoren angetrieben, die sich durch ihr hohes Drehmoment im niedertourigen Bereich auszeichnen.



Beim Betrieb des EW 460E stehen fünf Leistungsstufen mit insgesamt neun Einstellmöglichkeiten für die Motor-Drehzahl zur Verfügung
Beim Betrieb des EW 460E stehen fünf
Leistungsstufen mit insgesamt neun Einstell-
möglichkeiten für die Motor-Drehzahl
zur Verfügung




Bauma-Debüt für Radlader E-Serie

Mit dem Volvo L220E kommt ein 33-t-Lader auf den Markt, der als Produktionsmaschine für den Felseinsatz und die Rückverladung mit hoher Leistung bei niedrigem Kraftstoffverbrauch aufwartet. Energieschonend und fast spielerisch liefert der Lader eine Tonnenleistung, die ihm so leicht keiner nachmacht.
Der Radstand wurde gegenüber dem Vorgängermodell um 150 mm verlängert. Das bedeutet noch mehr Stabilität bei schwierigen Bodenverhältnissen. Stabiles Fahrverhalten wird auch zusätzlich gefördert durch die in Deutschland serienmäßige BSS-Hubgerüstdämpfung mit Gas-/Flüssigkeits-Druckspeichern, die Nickschwingungen der Maschine dämpft.
Der neue, elektronisch gesteuerte 12-l-Turbodiesel entwickelt bereits im Leerlauf bei 800 U/min ein Drehmoment von 1530 Nm, immerhin 92 Prozent des Spitzendrehmoments von 1765 Nm, das bei energieschonenden 1200 U/min erreicht wird. Der L220E spricht daher schnell und mit hervorragender Schub- und Hydraulikkraft an. Die niedrigen Betriebsdrehzahlen führen zu sparsamem Kraftstoffverbrauch und minimalen Emissionen.
Das Vorgelegegetriebe mit PDM-Kupplungsmodulation schaltet zügig und vor allem ruckfrei und schont damit den Fahrer wie auch die Komponenten der Kraftübertragung. Die Schaltautomatik arbeitet drehzahl- und geschwindigkeitsabhängig und mit stets einsatzgerechter Übersetzung. Dem Fahrer bleibt nur noch, vorwärts, rückwärts oder Kick-down zu wählen.
Das besondere Merkmal des „durchblickoptimierten“ TP-Hubgerüsts von Volvo ist die von der unteren bis zur oberen Hubgerüststellung nahezu gleichbleibende Reißkraft und die vorbildliche Parallelführung. Das Prinzip der patentierten TP-Kinematik hat sich bei anderen Volvo-Radladern seit Jahren bestens bewährt.



Der 33-t-Lader L220E arbeitet besonders schnell und effektiv
Der 33-t-Lader L220E arbeitet besonders schnell und effektiv




Matris – das Maschinendiagnosesystem

Das PC-kompatible Informations- und Diagnosesystem Matris vermittelt ein deutliches Bild der Einsatzgeschichte und des aktuellen Zustands einer Volvo-Baumaschine. Es nutzt die Informationen, die fortlaufend von den Bordrechnern (ECU) der Maschine erfasst und gespeichert werden. Mit einem üblichen Laptop-Computer ist ein rascher Abruf dieser Daten möglich. Die Maschinendaten werden in Form von Stapel- oder Kreisdiagrammen dargestellt, wobei das Einsatzverhalten durch eine Farbcodierung deutlich gemacht wird. Grün zeigt – wie zu erwarten – stets an, dass alles in Ordnung ist. Gelb verweist auf Grenzwerte, und Rot erscheinen natürlich Warnmeldungen. Blau bedeutet, dass die Maschine unterhalb des idealen Temperaturbereichs betrieben wurde.
Anhand der Maschinendaten führt Matris verschiedene Analysen aus. Zu den dabei überprüfbaren Parametern zählen der Nutzungsgrad der Maschine, die Zahl der Arbeitsspiele, die Fahrgeschwindigkeiten, die Verteilung der Gänge/Motordrehzahlen, die Bremsvorgänge, der Einsatz der Differentialsperren sowie die Motor-, Getriebe- und Achstemperaturen. Die Maschinenhistorik kann in einem Diagramm zusammengefasst und durch Einzelprotokolle bestätigt werden. So lässt sich beispielsweise feststellen, wann genau die Motortemperatur 103ºC überschritten hat.
Matris ist gegenwärtig verfügbar für die Volvo-Dumper A30C, A35C, A40 und die Volvo-Radlader L50B-D, L70B-D, L90B-D, L120B-D, L150, L150C-D, L180, L180C-D, L220D und L330C-D. In Kürze werden auch die neuen Knicklenker Volvo A35D und A40D in das Matris-System einbezogen sein.



Das PC-basierte Informationssystem Matris zeigt den aktuellen Zustand der Maschine an
Das PC-basierte Informationssystem Matris
zeigt den aktuellen Zustand der Maschine an




Erdgas für Staplermotoren

Erdgas als Treibstoff ist eine Alternative zu Diesel und Flüssiggas. Einige Großstädte mit fortschrittlich denkenden Verwaltungen sind über das Experimentierstadium schon hinaus, sie setzen Busse und andere Kommunalfahrzeuge mit erdgasbetriebenen Motoren ein. In Kanada nutzen überproportional viele Autofahrer den vorteilhaften Erdgasantrieb. Still bietet jetzt auch Stapler mit Erdgas-Technologie an.
Erdgasbetriebene Gabelstapler haben gegenüber diesel- beziehungsweise flüssiggasbetriebenen Fahrzeugen mehrere Vorteile: Die Betriebskosten liegen niedriger, die Emissionswerte - das ergaben Messungen - sind wesentlich günstiger, im Vergleich zum ohnehin schon gut liegenden flüssiggasbetriebenen Stapler ist beispielsweise der durchschnittliche Schadstoffausstoß an Kohlenmonoxyd (CO) um 90 Prozent, der an Stickoxyd (NOx) um 50 Prozent geringer. Erdgasmotoren verursachen außerdem kaum Geruchsbelästigung und stoßen so gut wie keine Rußpartikel aus. Der Kraftstoff ist darüber hinaus „sicher“. Es ist leichter als Luft und setzt sich nicht am Boden ab – eine der ganz großen Gefahren des Flüssiggases. Erdgasbetriebene Stapler dürfen deshalb in Gruben und Räumen unter Erdgleiche arbeiten. Die Explosionsgefahr ist gering; die Zündtemperatur des Erdgases liegt mit 640°C weit höher als die von Benzin oder Flüssiggas (LPG). Von Bedeutung für die zukünftige Verbreitung des Gasbetriebes dürfte auch sein, dass konventionelle Motoren einsetzbar sind. Nur geringfügig müssen Benzinmotoren mit Druckregler und Gas-Luft-Mischer umgerüstet werden.
Erdgas hat als Treibstoff allerdings einen großen Nachteil: Es hat nur eine geringe Dichte, der Leitungsdruck liegt bei 20 mbar. Der Abnehmer muss deshalb das Gas vor der Verwendung als Treibstoff in eigens dafür konzipierten „Tankstellen“ verdichten und anschließend in den fest auf dem Stapler montierten Gastank füllen. Die Tanks sind trotz der Verdichtung des Gases auf 200 bar relativ groß und brauchen entsprechend druckstarke Wände, was wiederum das Fahrzeug-Gesamtgewicht nach oben treibt.
Zwei Arten von Erdgas-Tankstellen sind zu unterscheiden: Für Langsam- und für Schnellbetankung. Die Langsambetankung erfordert relativ wenig Anlageinvestitionen und erfolgt über Nacht, direkt ab dem Erdgasverdichter. Die Betankung dauert, je nach Füllmenge, bis zu acht Stunden. Sie ist nur für Stapler im Einschichtbetrieb sinnvoll und entspricht in der Vorgehensweise dem Nachladen der Batterie eines Einschichtstaplers über Nacht. Die Schnellbefüllungsanlage ist teurer. Bei dieser Tankart steht das bereits komprimierte Erdgas in Vorrats-Flaschenspeichern jederzeit zur Verfügung. Diese Tankart entspricht dem Tanken von flüssigen Brennstoffen wie Rapsöl, Benzin oder Diesel. Erdgas-Stapler können vorerst nur in großer Zahl eingesetzt wirtschaftlich sein; dort, wo sich eine eigene Gastankstelle also lohnt.

Stapler mit Erdgasantrieb sind eine umweltfreundliche Alternative Stapler mit Erdgasantrieb sind eine umweltfreundliche Alternative
Stapler mit Erdgasantrieb sind eine umweltfreundliche Alternative


Kraftpakete fürs Grobe

Die Großstaplermodelle von Linde, H100, H120, H140 und H150 der Tragkraftklasse 10, 12, 14 und 15 Tonnen, sind Arbeitsgeräte für schwerste Aufgaben in der Bauindustrie. Mit einer neu gestalteten Kabine, einem neu entwickelten Gabelträgersystem und zahlreichen Verbesserungen in punkto Ergonomie setzen die Schwergewichtler Maßstäbe. Im Fahrbetrieb und hier insbesondere auf rauhem Terrain mit maximaler Last zeigen sich die Pluspunkte dieser Konstruktion: Der niedrigere Schwerpunkt garantiert eine hohe Stand- und Fahrstabilität. Bei solchen Kraftakten ist ein stabiler Rahmen gefragt, der bei dieser Baureihe nach unten geschlossen ist. Entsprechend leise verrichten die Boliden ihre Arbeit. Außerdem nutzten die Entwickler den geschlossenen Rahmen, um darin die Antriebskomponenten unterzubringen, die so optimal vor Verschmutzung und Umwelteinflüssen geschützt sind. Fix montierte Gabelzinken und das Wechselsystem sind innerhalb des neuen, besonders robusten Baukastenkonzeptes des Gabelträgersystems möglich.
Das Schnellwechselsystem ist nur durch Austausch der Gabeln nachrüstbar. Ein Zinkenverstellgerät ist als Sonderausstattung erhältlich.


H 100 bis H 150 jetzt mit neuem Gabelträgersystem
H 100 bis H 150 jetzt mit neuem Gabelträgersystem






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