www.steine-und-erden.net > 2001 > Ausgabe 4/01 > Anlagen zur Luftreinhaltung Flachschlauchfilter von Lühr

[Die Industrie der Steine + Erden]






Anlagen zur Luftreinhaltung Flachschlauchfilter von Lühr

Eine durch Stäube, Gase oder Dämpfe schadstoffbelastete Atmosphäre kann in vielen Industriezweigen auftreten. Zum Erfassen, Fortleiten und Abscheiden dieser Schadstoffe werden unter anderem GS-geprüfte Flachschlauchfilteranlagen der Firma Lühr herangezogen.

In der Steine und Erden-Industrie entstehen Stäube zum Beispiel bei der Gewinnung und Aufbereitung von Naturstein (Schotter, Splitt), bei der Herstellung von Zement, Kalk und Gips sowie in Asphaltmischanlagen. Danebentreten entsprechende Stäube auch in anderen Industriezweigen, wie bei Verbrennungsanlagen, Gießereien, Hütten- und Stahlwerken sowie in der chemischen und keramischen Industrie auf. Für die unterschiedlichen Stäube ist in aller Regel entsprechend den geltenden Arbeitsschutz- und Umweltschutzanforderungen die Verwendung von Entstaubungsanlagen erforderlich.
Die Anlagen der Firma Lühr sind wie folgt aufgebaut:



Filteranlagen-Konstruktion

Die Filtergehäuse sind als Stahlblechkonstruktion ausgeführt. Sie werden durch entsprechende Lochplatten in den Roh- und Reingasbereich unterteilt. Auf der Reingasseite befinden sich Türen, so dass die Filtertaschen bequem zugänglich sind. Als Filterelemente werden horizontal oder vertikal angeordnete Flachschläuche verwendet, die von der Reingasseite aus eingeschoben werden. Die Flachschlauch-Elemente können innerhalb des Gehäuses exakt fixiert werden. Im Lochplattenbereich sind sie ohne Verwendung einer Verschraubung staubdicht befes-tigt. Das textile Filtermaterial wird von außen nach innen durchströmt; Partikel werden zurückgehalten. Die Rohgasführung zu den Filterelementen kann wahlweise von oben, von unten oder zugleich von oben und unten erfolgen.



Abreinigungsverfahren

Zum Zwecke der automatischen Regenerierung eines Filters wird nacheinander jeweils eine Gruppe von Schläuchen entgegen der Filtrierbeaufschlagung von Spülgas durchströmt. Die Abreinigung wird zusätzlich durch eine oder mehrere aufeinanderfolgende Beschleunigungen und Verzögerungen des Filtermaterials verstärkt. Alle Abreinigungsverfahren sind für horizontal und vertikal angeordnete Flachschlauchelemente verfügbar.



Druckluftabreinigung, on line (Baureihe DF/SDF)

Innerhalb des Reingaskanals sind vor jeder Schlauchöffnung leicht herausnehmbare Druckluftverteilungsrohre angeordnet. Druckluft und Reingas werden nacheinander als Spülluft, jeweils zwei benachbarten Schlauchreihen gleichzeitig, über aerodynamisch ausgebildete Injektoren zugeführt, so dass die Schlauchreihen paarweise kurzzeitig kräftig entgegen der Filterrichtung beaufschlagt und von der angelagerten Staubschicht befreit werden. Bei Bedarf kann der Roh- und Reingasbereich des Filtergehäuses kammerweise unterteilt werden, so dass sich die Möglichkeit ergibt, einzelne Kammern für Inspektionen oder Reparaturen stillzusetzen, während die übrigen Kammern weiterhin zur Filtrierung zur Verfügung stehen.

Flachschlauchfilter, Baureihe DF
Flachschlauchfilter, Baureihe DF





Verfahrbarer Mitteldruck, off line (Baureihe MWF/SMWF)

Das Abreinigen sämtlicher Flachschlauchreihen erfolgt schrittweise nacheinander mittels bis zu zwei im Reingasraum verfahrbarer Spülluftdüsen. Dabei wird die Spülluft von einem Mitteldruckventilator pulsierend jeweils einer Flachschlauchreihe zugeführt, während die beidseitig benachbarten Flachschlauchreihen vom Rohgas nicht beaufschlagt werden. Als Abdichtung längs des Spülwagenlaufweges dient eine im Dauerbetrieb bewährte Lippendichtung. Bei Gefahr einer Unterschreitung des Wassertaupunktes im Filter wird der Spülventilator zwecks Spüllufterwärmung durch einen das Ventilatorgehäuse eng umschließenden elektrischen Lufterhitzer unterstützt.

Baureihe MWF
Baureihe MWF




Verfahrbare Druckluftabreinigung, off line (Baureihe DWF/SDWF)

Die Abreinigung sämtlicher Flachschlauchreihen erfolgt schrittweise nacheinander mittels bis zu zwei im Reingasraum verfahrbarer, mit Druckluftzuführung und Injektoren ausgerüsteter Vorrichtungen. Jede Vorrichtung überdeckt drei Filterschlauchreihen, von denen die mittlere bei der Abreinigung etwa 0,5 Sekunden mit Druckluft und Reingas beaufschlagt wird. Als Abdichtung längs des Spülwagenlaufweges dient eine im Dauerbetrieb bewährte Lippendichtung. Gegenüber Abreinigungsvorrichtungen, bei denen Spülluft aus der Umgebung angesaugt wird (Baureihe MWF/SMWF), entspricht die Temperatur des Spülgases in etwa der Temperatur des Reingases. Nur in Ausnahmefällen ist eine zusätzliche Aufheizung der Druckluft erforderlich.

Flachschlauchfilter, Baureihe DWF, Zweifachausführung
Flachschlauchfilter, Baureihe DWF,
Zweifachausführung




Kammerweise Druckluftabreinigung,off line (Baureihen DFK/SDFK)

Flachschlauchfilter ohne Abreinigungsvorrichtung
  Flachschlauch-Element horizontaler Einbau
Flachschlauchfilter
ohne Abreinigungsvorrichtung
  Flachschlauch-Element
horizontaler Einbau


Die Flachschlauchreihen werden bei dieser Bauart kammerweise abgereinigt. Das Filtergehäuse ist dabei in Abreinigungsbereiche (Kammern) unterteilt. Jede Kammer ist für sich absperrbar mit dem Reingassammelkanal verbunden. Die Zuführung der Druckluft erfolgt schrittweise nacheinander für jeweils zwei Schlauchreihen einer Kammer über leicht herausnehmbare Druckluftverteilungsrohre und mit diesen verbundenen Injektoren, allerdings erst, nachdem die Kammer mittels der zugeordneten Absperrklappe vom Reingaskanal abgetrennt wurde. Von der Kammerumschaltung ausgehende Schwankungen der Durchsatzmenge können auch bei geringer Kammerzahl in Grenzen gehalten werden. Bei Bedarf kann der gesamte Rohrgasbereich des Filtergehäuses kammerweise unterteilt werden, so dass einzelne Kammern für Inspektionen bzw. Reparaturen stillgesetzt werden können, während die übrigen Kammern weiterhin zur Filtrierung zur Verfügung stehen.
Im Gegensatz zu einer Druckluftabreinigung, on line (Baureihe DF/SDF), werden bei allen off line-Abreinigungen Wiedereinlagerungen entfernter Partikel vom Filtermaterial und außerdem ein Rückschlagen des Filtermaterials auf das Stützelement, unmittelbar nach der Abreinigungseinwirkung, vermieden. Aus diesem Grunde arbeiten off line-Verfahren energiesparend und filtermaterialschonend. Der Restpartikelgehalt im Reingas ist geringer als bei der Anwendung einer Druckluftabreinigung on line.
Bei der GS-Prüfung der Flachschlauchfilteranlagen wurden mechanische, elektrische und pneumatische Ausrüstungsteile geprüft. Maßnahmen gegen Staub-brände und Explosionsgefahren waren nicht Gegenstand der Prüfung. Die im Filtergehäuse angeordneten Schau- bzw. Einstiegsöffnungen entsprechen insbesondere hinsichtlich ihrer Abmessungen den Normen und sind zugänglich angeordnet. Vor den reingasseitig angeordneten Türen befindet sich eine Arbeitsbühne, die für den Filterwechsel benutzt werden kann. Der Zugang zur Arbeitsbühne ist als Steigleiter ausgeführt, da in aller Regel von einer Benutzungsfrequenz von weniger als einmal pro Woche ausgegangen werden kann. Die Arbeitsbühne ist mit Geländern als Absturzsicherung versehen. Die Handlaufhöhe beträgt 1,10 m, Zwischenleiste und Fußleiste sind vorhanden. Inspektions-, Wartungs- und Schmierstellen sind zugänglich angeordnet. Montage und Transport von Einzelteilen der Filteranlage erfolgt mittels Aufhängeöse im Krantransport.
In der Betriebsanleitung befinden sich insbesondere Angaben über regelmäßige Kontrollen sowie Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten.
Die derzeit ausgestellten Prüfbescheinigungen für Flachschlauchfilteranlagen gelten bis zum 31. Dezember 2005.

Baureihe DFK, Zweifachausführung
Baureihe DFK, Zweifachausführung




Dipl.-Ing. Jürgen Koch, StBG
Tel.: 05 11 / 72 57-971





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