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[Die Industrie der Steine + Erden]






Präventions-Lösungen der StBG international gefragt

Hoher Besuch war am 17. Mai 2001 bei der Hauptverwaltung der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) in Langenhagen zu Gast: Der Generaldirektor der Arbeitsinspektion der Mongolei, TS. Enkhtaivan, und die ILO-Projektkoordinatorin aus Ulan Bator, Norjinlkham Mongolmaa, waren gemeinsam mit Wolfgang Freiherr von Richthofen, Labour Administration Branch, vom Hauptquartier der International Labour Organisation (ILO - Internationales Arbeitsamt) aus Genf einer Einladung der StBG gefolgt. Die International Labour Organisation (ILO) ist eine Organisation der United Nations (UN) und verfolgt die Aufgabe, für gleiche Arbeits- und Sozialstandards weltweit zu sorgen. Da eine direkte Gesetzgebungskompetenz nicht besteht, geht man seit langem sehr erfolgreich den Weg, über spezielle Abkommen, die im ILO-Parlament verabschiedet werden, Politik zu betreiben. Das Ziel ist dann, dass einzelne Länder die entsprechenden ILO-Abkommen, wie beispielsweise zur Kinderarbeit oder zum Arbeitsschutz, ratifizieren und sich damit selbst verpflichten, die entsprechenden Mindeststandards einzuhalten.
Konnte man die Beziehung zwischen ILO und Berufsgenossenschaften in der Vergangenheit eher als gespannt bezeichnen, so ist in jüngster Zeit eine deutliche Entspannung eingetreten. Konzepte der Berufsgenossenschaften, insbesondere zur Betreuung von kleinen und mittleren Unternehmen, finden mehr und mehr Beachtung und gelten als Modelle für Länder, die noch nicht über ausgeprägte soziale Sicherungssysteme verfügen. In diesem Zusammenhang war auch der Besuch der beiden hochrangigen Vertreter der Mongolei gemeinsam mit Herrn von Richthofen in der Hauptverwaltung der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zu sehen. Die Mongolei bemüht sich derzeit, neben den traditionellen landwirtschaftlichen Strukturen handwerkliche und industrielle Strukturen aufzubauen. Natürlich stellt sich dabei die Frage, wie man ein soziales Sicherungssystem aufbauen kann, ohne die aufkeimenden industriellen Aktivitäten in ihrer Entwicklung zu behindern. Insofern war bei dem Besuch am 17. und 18. Mai 2001 eine Vielzahl von Fragen zu besprechen:
Zunächst berichtete Ulrich Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, über den Aufbau des sozialen Sicherungssys-tems in der Bundesrepublik Deutschland im Ganzen. Danach interessierten Fragen der Selbstverwaltung am Beispiel der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft. Die Funktion des Vorstands und der Vertreterversammlung sowie deren Ausschüsse wurden erläutert. Eine wichtige Rolle spielte die Finanzierungsfrage des Gesamtsystems, wobei Ulrich Schmidt darauf hinwies, dass gerade beim Entstehen neuer wirtschaftlicher Strukturen das berufsgenossenschaftliche System eine optimale Möglichkeit biete, von vornherein einen gewissen Anteil der aufzuwendenden Mittel für Prävention einzusetzen. Dabei habe man noch den Vorteil, dass der finanzielle Umfang des Gesamtsystems überschaubar bleibe und sich nach und nach entsprechend dem wirtschaftlichen Wachstum entwickeln könne. Setze man von Anfang an konsequent auf Prävention, so seien die Chancen groß, ein langfristig tragfähiges Unfallversicherungssystem gestalten zu können.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs erläuterte der Leiter des Geschäftsbereiches Prävention, Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, die Handlungsmaximen der Präventionsarbeit. Zunächst interessierten Fragen der personellen Besetzung des Präventionsbereiches und der einzelnen Handlungsfelder. Danach ging es ganz gezielt um Präventionsaktivitäten für kleine und mittlere Unternehmen. Wie kann man den Unternehmer eines Kleinbetriebes gewinnen, sich um die Arbeitssicherheit Gedanken zu machen? Wie kann man die Beschäftigten motivieren, sich sicherheitsgerecht zu verhalten? Wie kann man den Betrieben helfen, ihre Organisationsstruktur systematisch aufzubauen? Dies waren einige der Fragen, die intensiv besprochen wurden. Dipl.-Ing. Ehnes konnte dabei auf über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannte Erfolgsrezepte wie das Unternehmermodell, den Förderpreis Arbeit l Sicherheit l Gesundheit oder das Organisationssystem für Kleinunternehmen „Sicher mit System“ verweisen.
Nach der Theorie ging es in die Praxis: Was lag näher, als die Gäste zu den Schaumburger Steinbrüchen in Steinbergen zu führen, bestand dort doch nicht nur die Möglichkeit, einen aktiven Steinbruch zu besichtigen, sondern sich auch im Erlebnispark „steinzeichen steinbergen“ Informationen des dezentralen EXPO-Projektes zu verschaffen.
Der Zeitplan gestattete es, dass Generaldirektor Enkhtaivan im Beisein der beiden Geschäftsführer des „steinzeichen steinbergen-Erlebnisparks“, Herrn Wärmer und Herrn Kolmeyer, auch noch die neue Ausstellung in Steinbergen „Umwelt findet Stadt“ eröffnen konnte. In seinen prägnanten Worten zeigte sich Enkhtaivan sehr angetan von dem, was in Steinbergen geleistet worden sei. Es sei für ihn eine unverzichtbare Erfahrung, dass sich Unternehmen, die Rohstoffe in der Natur abbauen, auch in einer derart umfassenden Art und Weise um Fragen des Umweltschutzes und der Rekultivierung kümmern. Man verabschiedete sich schließlich mit den besten Wünschen und der Bereitschaft, auch in Zukunft im Rahmen der eigenen Möglichkeiten beim Aufbau eines tragfähigen mongolischen Systems behilflich zu sein.


Hoher Besuch bei der StBG (im Bild v. links): U. Schmidt, stellvertr. Hauptgeschäftsführer der StBG, N. Mongolmaa, ILO-Projektkoordinatorin, Mongolei, TS. Enkhtaivan, Generaldirektor der mongolischen Arbeits- und Sozialbehörde, B. Neitzert, Erster TechnischerAufsichtsbeamter, Bonn, H. Ehnes, Leiter des Geschäftsbereiches
Prävention StBG, W. v. Richthofen, International Labour Organisation (ILO), Genf
Hoher Besuch bei der StBG (im Bild v. links): U. Schmidt, stellvertr. Hauptgeschäftsführer der StBG,
N. Mongolmaa, ILO-Projektkoordinatorin, Mongolei,
TS. Enkhtaivan, Generaldirektor der mongolischen Arbeits-
und Sozialbehörde, B. Neitzert, Erster Technischer
Aufsichtsbeamter, Bonn, H. Ehnes, Leiter des
Geschäftsbereiches Prävention StBG, W. v.
Richthofen, International Labour Organisation (ILO), Genf


  Die Gäste erlebten anhand der Lärmpyramide der StBG, mit welchen Hilfsmitteln Unternehmer und Versicherte über Risiken am Arbeitsplatz so aufklärt werden können, dass es zu einer möglichst lang anhaltenden
Erfahrung beiträgt
Die Gäste erlebten anhand der Lärmpyramide der StBG,
mit welchen Hilfsmitteln Unternehmer und Versicherte über
Risiken am Arbeitsplatz so aufklärt werden können, dass
es zu einer möglichst lang anhaltenden Erfahrung beiträgt


Als abschließendes Highlight stand im Erlebnispark ein Besuch in der Multivisions-3-D-Show zum Thema Stein auf dem Programm
Als abschließendes Highlight stand im Erlebnispark ein
Besuch in der Multivisions-3-D-Show zum Thema „Stein“ auf dem Programm


  Generaldirektor Enkhtaivan eröffnet die Ausstellung Umwelt findet Stadt. Im Bild v. links: Geschäftsführer Kolmeyer des steinzeichen steinbergen-Erlebnisparks, W. v. Richthofen, ILO, N. Mongolmaa, TS. Enkhtaivan sowie Geschäftsführer Wärmer des steinzeichen steinbergen-Erlebnisparks
Generaldirektor Enkhtaivan eröffnet die Ausstellung
„Umwelt findet Stadt“. Im Bild v. links: Geschäftsführer
Kolmeyer des „steinzeichen steinbergen-Erlebnisparks“,
W. v. Richthofen, ILO, N. Mongolmaa, TS. Enkhtaivan
sowie Geschäftsführer Wärmer des
„steinzeichen steinbergen-Erlebnisparks“


International Labour Organisation (ILO)
steinzeichen steinbergen




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