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[Die Industrie der Steine + Erden]






Bohranlagen, Bohrhämmer, Bohrkronen

Mehr und mehr hat sich in den letzten Jahren die Erkenntnis durchgesetzt, dass nur exakt niedergebrachte Bohrlöcher einwandfreie Sprengungen ermöglichen. Der Schwerpunkt bei der Entwicklung von Gesteinsbohrmaschinen und Bohrlochhämmern liegt deshalb neben der Erhöhung der Leistungsfähigkeit bei der Verbesserung der Bohrgenauigkeit. Darüber hinaus sind viele Hersteller bestrebt, die Komponenten „Antriebseinheit“, „Kompressor“, „Kabine“ und „Entstaubungsanlage“ zu kompakten Einheiten zusammenzustellen. Deutliche Fortschritte sind auch bei der Erhöhung des Komforts in den Führerhäusern zu verzeichnen. Auf den folgenden Seiten geben wir einen Überblick über neue Entwicklungen und stellen Leistungsdaten von einigen Geräten vor.



Neues Senkhammer-Allroundbohrgerät bis 152 mm Lochdurchmesser

Bis zu 25 Prozent mehr Bohrleistung als bislang gewohnt verspricht Atlas Copco für sein neues Senkhammer-Raupenbohrgerät ROC L6 (technische Daten siehe Tabelle) bei Lochtiefen bis zu 36 m und Bohrdurchmesser zwischen 92 und 152 mm. Das Allround-Produktionsbohrgerät, das auf der diesjährigen Bauma Premiere hatte, bestand inzwischen seine ersten Bewährungsproben. In einem Steinbruch im Sauerland stieg die Produktivität mit dem neuen ROC L6 nach Angaben des Herstellers in einem Testeinsatz um 13 Prozent, verglichen mit der zuvor eingesetzten Senkbohrausrüstung. Dort werden Löcher mit 115 mm Durchmesser zum Abbau 21,5 m mächtiger zerklüfteter Kalksteinbänke gebohrt. Bei Anröchte, wo unter ähnlichen Bedingungen 92 mm-Löcher in 16 m-Strossen abzuteufen sind, erreicht man mit einem ROC L 6 jetzt 16 Prozent mehr Bohrfortschritt. Das neue ROC L6 ist mit 272 kW (365 PS) 27 kW stärker als sein Vorgänger, das ROC 860. Vor allem aber liefert sein Schraubenkompressor jetzt pro Minute 17,7 m3 Spülluft mit 25 bar Überdruck für einen noch besseren Austrag des Bohrkleins: 5 bar mehr als beim Vorgänger: Die in den ersten Einsätzen festgestellte höhere Brutto-Bohrleistung geht aber auch auf das Konto des neuen Wechselmagazins, das einen schnelleren Bohrgestängewechsel ermöglicht.
Es fasst acht Bohrrohre, die für einen gleichmäßigen Verschleiß in beliebiger Reihenfolge entnommen werden können. Beim Bohren hilft die doppelte Bohrrohrführung: sie erleichtert das Anbohren und gewährleistet einen geraden Lochverlauf. Mit einem niedrigen Schwerpunkt und Pendelfahrwerk lässt sich das ROC L6 auch in schwierigem Gelände sicher und schnell (3,4 km/h) verfahren. Außerdem verschafft ein äußerst beweglicher Ausleger, der ohne Umstecken auch Hebellöcher bohren kann, dem Gerät einen großen Aktionsradius.
Es kann wahlweise mit den Senkbohrhämmern COP 34, COP 44 oder COP 45 bestückt werden, die sich wegen ihrer hohen Leistung bei niedrigem Energieverbrauch schon auf anderen Geräten einen Namen gemacht haben. Mit dem COP 34 erreicht das Bohrgerät in Basalt mit einer ballistischen Bohrkrone (Durchmesser 95 mm) laut Atlas Copco immerhin eine Nettobohrleistung von einem Meter in der Minute.



Senkhammerbohrgerät ROC L6 (272 kW)
Senkhammerbohrgerät ROC L6 (272 kW)

Atlas ROC L6
Typenbezeichnung ROC L6
Gewicht (kg) 18.500
Bohrlochdurchmesser (von/bis) 92 - 152
max. Bohrlochtiefe (m) 36
Antriebsmotor
Hersteller CAT
Leistung (kW) 272
Drehzahl (min-1) 2000
Fahrwerk
Rad/Raupe Raupe
Geschwindigkeit (km/h) 3,4
Steigfähigkeit (%) 45
Entstaubungsanlage
Hersteller/Typ AC/DCT
Leistung (m3/min) 87
Reststaubgehalt (mg/m3) 16
Verdichter
Hersteller/Typ AC/XRV9
Luftmenge (m3/min) 17,7
Druck (bar) 25




Bohrwerkzeuge für Tunnelvortrieb und Gesteinsbohren

Seit März vermarktet Atlas Copco seine Gesteinbohrwerkzeuge weltweit nur noch unter dem Namen „Secoroc“. Bislang wurden sie von Land zu Land unterschiedlich vertrieben, entweder unter den Namen „Atlas Copco Rock Tools“ - wie in Deutschland - oder aber unter „Secoroc“. Der schwedische Bohrstahlhersteller „Secoroc“ gehört seit 1988 zur Atlas Copco-Gruppe. Jetzt wurden die neuen Hochleistungsbohrkronen der Secoroc-Baureihe „Focus-21“ für das Strossen- und Produktionsbohren in sehr harten und abrasiven Gesteinen vorgestellt. Dabei sollen sie laut Atlas Copco 30 Prozent höhere Standzeiten und bis zu 20 Prozent mehr Bohrfortschritt erzielen.
Möglich macht das eine neue Kronenart mit besonders großen Stiften, kurzem Kopf, großem Freiwinkel der Randstifte und großen Spülrillen und Kanälen für einen schnelleren Bohrkleinaustrag. Die neue Bohrkronen-Baureihe gibt es in den Durchmessern von 64 bis 152 mm, mit flacher oder Drop Center-Front, Rückschneide oder Standard-Kronenkörper für Gewinde FI38 (T38), FI45 (F45), FI51 (T51), ST58 und ST68.

Hochleistungs-Bohrkronen der Baureihe Focus-21
Hochleistungs-Bohrkronen der Baureihe Focus-21


Ein weiteres, neues Secoroc-Produkt ist der 6-Zoll-Senkbohrhammer COP 64.2. Dieser nach Angaben von Atlas Copco „zuverlässigste Senkbohrhammer auf dem Markt“ ist die Weiterentwicklung des bewährten Hammermodells COP 64. So wurde u. a. die Konstruktion des Rückschlagventils verbessert, dass Zentrumsrohr verstärkt und neue Puffer- und Kompressionsringe eingebaut. All das verlängert die Wartungsintervalle. Dank eines speziellen Reparatursatzes ist ein verschlissener COP 64.2 binnen einer halben Stunden wieder so gut wie neu. Dieser sogenannte Economy Kit enthält alle dafür nötigen Ersatzteile. Statt, wie früher bei Beschädigungen äußerer Teile üblich, einen neuen Hammer anschaffen zu müssen, kann der Bohrgeräteführer mit dem Kit vor Ort ein und denselben Hammer bis zu dreimal „auffrischen“, was deutlich die Bohrkosten senkt.


6“-Senkbohrhammer COP 64.2
6“-Senkbohrhammer COP 64.2




BTD-Hausherr und Furukawa gemeinsam am Markt

Im Vorfeld der diesjährigen Bauma unterzeichneten die beiden renommierten Hersteller von Großlochbohrgeräten BTD-Bohrtechnik GmbH aus Unna und der japanische Hersteller Furukawa Rock Drill (FRD) einen Vertriebs- und Servicevertrag. Die BTD-Bohrtechnik übernimmt ab sofort den Vertrieb und den Service von Furukawa-Bohrgeräten in Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen und weiteren osteuropäischen Ländern. Beide Partner verfügen über eine lange Tradition und umfangreichen Erfahrungsschatz in der Konstruktion und Herstellung von Großbohrlochgeräten.
Die Produktpalette von BTD basiert auf den bekannten Hausherr-Bohrgeräten, wobei das übernommene Know-how des Sprockhöfeler Traditionsunternehmens konsequent weiterentwickelt wurde. Zwei Baureihen werden angeboten: Die Senkhammer Großbohrlochgeräte der Baureihe HSB sowie die kombinierten DTH und Drehbohrgeräte der Baureihe HBM. Beide Produktgruppen wurden in den letzten Jahren komplett überarbeitet und präsentieren sich heute als Geräte, die hohe Produktivität, beste Arbeitsbedingungen und größtmögliche Rentabilität miteinander verbinden. Die technischen Daten und die Leistungsmerkmale des Bohrgerätes HBM 80, welches auf der Bauma vorgestellt wurde, sind in der Tabelle dargestellt.


HBM 80
HBM 80


BTD HBM 80
Typenbezeichnung HBM 80
Gewicht (kg) 24.000
Bohrlochdurchmesser (von/bis) 90 - 152
max. Bohrlochtiefe (m) 36 - 54
Antriebsmotor
Hersteller CAT
Leistung (kW) 186 - 298
Drehzahl (min-1) 2000 - 2100
Fahrwerk
Rad/Raupe Raupe
Geschwindigkeit (km/h) 2,3
Steigfähigkeit (%) 35
Entstaubungsanlage
Hersteller/Typ diverse
Leistung (m3/min) 30 - 50
Reststaubgehalt (mg/m3) L 10
Verdichter
Hersteller/Typ AC/XRV9
Luftmenge (m3/min) 7 - 22
Druck (bar) 12,5 - 20
Drehbohren
Drehzahl von/bis (min-1) (min-1) -90 / 125
Drehmoment (Nm) 4.100 - 5.200


Großbohrlochgeräte von Furukawa tragen die Typenbezeichnung HCR 900/1200/1500. Je nach Ausführung des Auslegers und der Lafette werden innerhalb dieser Serie unterschiedliche Ausführungen angeboten. Herzstück der Großbohrlochgeräte sind die völlig neukonzipierten Hydraulikhämmer der HD 700er Baureihe. Zur maximalen Leistungsübertragung vermindert das duale Dämpfersystem während des gesamten Bohrvorganges rücklaufende Schockwellen durch festes Anliegen des Bohrkopfes am Gestein. Dieses System begrenzt Leistungsverluste und ermöglicht richtungsstabilere Löcher durch Reduzierung der erforderlichen Gesamtvorschubleistung
Ein zusätzlicher Vorteil besteht in der erhöhten Lebensdauer von Schaft und Gestänge. Eine deutliche Erhöhung der Rückzugleistung ermöglicht die bewährte Schnellvorrichtung (Quick E.D.) zum Lösen eines steckengebliebenen Gestänges. Darüber hinaus erlaubt eine hydraulische Bohrregelung die automatische Justierung des Schlag- und Vortriebsleistung in Anpassung an sich verändernde Gesteinsbeschaffenheiten.
Aber auch die eigentlichen Bohrgeräte haben einige technische Besonderheiten zu bieten: So verfügen z. B. der HCR 1200/1500 über ein selbstjustierendes Bohrsystem. Durch automatische Regelung der Stoß-, Vortriebs- und Drehkraft und des Dämpfungsdruckes passt sich das System ständig den sich verändernden Gesteinsbeschaffenheiten an. Damit wird die Bohrleistung und die Lebensdauer der Bohrwerkzeuge erhöht und der Brennstoffverbrauch reduziert. Ein Hochleistungskompressor erhöht die Ausspülluftmenge, was ebenfalls ein schnelles Bohren ermöglicht. Der Permutations-Drehgestängewechsler erlaubt dem Bediener, mittels eines einzigen Hebels-Bohrstangen ein- bzw. auszubauen und zu wählen, welche Stangen aus dem Gestell zu verwenden sind, um die Abnutzung gleichmäßig auf alle Stangen zu verteilen. Große Bedeutung hat Furukawa der Gestaltung der Fahrerkabine beigemessen. So verbessern große Fenster vorne und an der rechten Seite deutlich das Sichtfeld. Alle Kabinen haben Klimaanlage und werden zur Staubvermeidung mit gefilterter Luft versorgt. Eine Ausstattung mit ROPS und FOPS ist selbstverständlich.
Die Fahrersitze in den EW-Modellen haben Federaufhängung und sind auf einem Drehgestell angeordnet, damit sich Sitz- und Bedienerkonsole gemeinsam bewegen können. Mit einem einzigen Multifunktionshebel wird die Vortriebseinrichtung gesteuert. Ein Joystick mit Fingersensoren ermöglicht die Ansteuerung des Kompressors und des Gestängewechslers. Die übersichtliche Anordnung der Anzeigeinstrumente an der vorderen rechten Säule ermöglicht es dem Bohrgeräteführer die Maschinenfunktionen zu steuern, während er gleichzeitig den Bohrvorgang im Auge behält. Die mit grasdruckversehenden aufklappbaren Wartungsklappen sind so angeordnet, dass die täglich auszuführenden Wartungsarbeiten ebenerdig ausgeführt werden können. Die technischen Daten des Lafettenhammer-Bohrgerätes HCR 1200 EW sind in Tabelle 2 dargestellt.



HLR 1200
HLR 1200


Furukawa HLR 1200 EW
Typenbezeichnung HLR 1200 EW
Gewicht (kg) 12.900
Bohrlochdurchmesser (von/bis) 76 - 102
max. Bohrlochtiefe (m) 26
Antriebsmotor
Hersteller Cummins
Leistung (kW) 149
Drehzahl (min-1) 2500
Fahrwerk
Rad/Raupe Raupe
Geschwindigkeit (km/h) 3,1
Steigfähigkeit (%) 58
Entstaubungsanlage
Hersteller/Typ FRD
Leistung (m3/min) 30
Reststaubgehalt (mg/m3) 20
Verdichter
Hersteller/Typ PDS 265 - 532 A
Luftmenge (m3/min) 8,1
Druck (bar) 10




Vermeer erweitert Produktlinie

Von Vermeer wurde jetzt die größte Horizontalbohreinheit D 80 x 120 Navigator vorgestellt. Bei diesem Gerät wird erstmals auch bei einer größeren Anlage ein Zahnstangensystem eingesetzt. Die Zahnstangenkonstruktion sorgt für einen reibungslosen Betrieb und besitzt ein schmales Zahnstangenprofil. Die Zahnstange ist in Abschnitte unterteilt und zwecks problemloser Wartung angeschraubt. Die D80 x 120 liefert ein Drehmoment von 16.217 Nm und verfügt über eine Rückzugskraft von 36.288 kg. Diese starke Kombination ermöglicht Bohrungen auch unter ungünstigen Bodenbedingungen und bietet ausreichend Rückzugskraft für längere, schwer einzuziehende Produkte. Die Anlage verfügt über eine eingebaute Spülpumpe mit einer maximalen Zirkulationsrate von 757 l/min, wodurch auch Bohrlocherweiterungen problemlos möglich sind und Bohrmotore sicher angetrieben werden können.
Ein weiteres wesentliches Merkmal der neuen D80 x 120 ist eine hochmoderne Bedienstation, die auch bei langen Bohrungen für einen ausreichenden Bedienkomfort sorgt. Der Steuerplatz ist erhöht und mit einem elektronisch gesteuertem dreh- und neigbaren Sitz ausgestattet. In die Schub- und Rotationshebel sind Kippschalter für die Konter- und Brechzangen, Flüssigkeitspumpe, Funk etc. integriert. Die Bohrdruckanzeige, ein Durchflussmesser und die Anzeigeinstrumente für die Spülpumpe sind ergonomisch günstig zwischen den Bediener und dem Bohransatzpunkt angeordnet. Die eingesetzten Bohrstangen haben eine Länge von 6 m und ermöglichen einen Mindestbiegeradius von 60 m.


Horizontalbohreinheit Navigator
Horizontalbohreinheit Navigator




Bohrtechnik aus Italien

Das italienische Unternehmen Fraste ist seit 1964 Hersteller hydraulischer Bohrmaschinen. Mit seiner Erfahrung bei der Entwicklung und Konstruktion von Bohranlagen hat das Unternehmen heute eine feste Position in der internationalen Bohr-Industrie. Fraste fertigt Bohrmaschinen für Wasserbrunnen, Bodenuntersuchungen und Umweltbohrungen. Das Produktionsprogramm umfasst eine große Anzahl an Anlagen mit unterschiedlichen Zugleistungen, Drehmomenten und Drehgeschwindigkeiten. Hauptstandbeine des italienischen Unternehmen sind die beiden Serien „Multidrill“ und „FS“.
Die Serien "Multidrill" umfasst Bohranlagen bis 1.000 kgm Drehmoment und 5 t Zugleistung. "FS" umfasst Bohranlagen bis 3.000 kgm Drehmoment und 40 t Zugleistung. Möglich sind Bohrungen mit direktem und entgegengesetzten Flüssigkeitsumlauf, mit Imlochhammer, mit Schraubstangen sowie Kernbohrungen. Jetzt wurde auch ein automatisches Bohrstangenladesystem vorgestellt, dass auf allen Fraste-Bohrmaschinen eingesetzt werden kann. Mit diesem System wird die Handhabung der Bohrstangen völlig automatisiert, wodurch Zeit und Geld gespart wird und zugleich eine der für den Bohrarbeiter gefährlichsten und schwierigsten Arbeiten wegfällt.


Automatisches Bohrstangenladesystem auf Multidrill XL montiert
Automatisches Bohrstangenladesystem
auf Multidrill XL montiert




Hydraulische Bohrhämmer von Boart Longyear

Seit 15 Jahren werden die Hydraulikhämmer der HD-Serie weltweit im Über- und Untertagebergbau eingesetzt. Diese stehen für hohe Leistung, Wirtschaftlichkeit und sehr gute Zuverlässigkeit. Boart Longyear hat diese Erfahrungen und viele neue Eigenschaften in die neue Serie BL HD 155–165 eingebracht. Besonderes Augenmerk wurde auf eine einfache Wartung gelegt. Die Änderung des Systems des Zusammenfügens aller Gehäuseteile der Hydraulikhämmer spart Dichtungen und Montagezeit. Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass keine komplizierten Montagevorgänge notwendig sind.
Viel Schlagenergie geht verloren, wenn Einsteckenden nicht die optimale Position zum Schlagkolben haben. Die meisten Dämpfungssysteme bieten eine variable Schlagposition, basierend auf Andruck und reflektierende Energie. Um dieses Defizit zu überbrücken, wurde ein patentiertes Kombisystem eingebaut, welches umgehend auf Andruck und reflektierte Last reagiert. Das Einsteckende wird bei jedem Schlag in der richtigen Position gehalten und die optimale Dämpfung bleibt gewährleistet. Mit Ausnahme des Spülgehäuses, der Lager und Dichtungen sind alle anderen Komponenten aus Stahl hergestellt. Alle Haupttrennflächen sind gegen das Eindringen von Wasser und Schmutz geschützt, Kolben und Ventile arbeiten in auswechselbaren Buchsen und machen so das System wirtschaftlicher. Bei problematischen Gesteinsformationen empfiehlt sich der Einsatz von Rückschlageinrichtungen, die das Lockern festgebohrter Bohrstangen erleichtert.
Der BL HD 155 – 165 kann jederzeit durch Einbau eines der vorhandenen Vordergehäuse modifiziert werden. Die Möglichkeit der Veränderung des Leistungsausstoßes in Verbindung mit einer Palette von verschiedenen Hydraulikmotoren macht die Bohrhämmer der Serie BL HD 155 - 165 ideal für den Einsatz im Tunnelbau sowie für das Langlochbohren.



„Super 60“ Langlochbohrausrüstung

Neben den Standardwerkzeugen für drehschlagendes Bohren im Hartgestein hat Boart Longyear die neue Bohrausrüstung „Super 60“ entwickelt. Dieser Bohrstrang wurde in das Programm aufgenommen um dem vermehrten Einsatz von Hochleistungsbohrhämmer für Langloch- und Oberflächenbohrungen Rechnung zu tragen. Obwohl schon seit geraumer Zeit bekannt ist, dass hydraulische Bohrgeräte schneller und effizienter als Imlochhammerbohrgeräte arbeiten, gab es Probleme bei der Geradheit und bei der Spülung im Fall von Tiefenbohrungen mit großen Durchmessern. Der „Super 60“-Bohrstrang besteht aus Bohrrohren mit einem Durchmesser von 76 mm.
Ein verstärktes Gewinde, ausgelegt für einen großen Spülkanal, erlaubt Bohrungen von Durchmessern 93 bis 115 mm mit einer Bohrungstiefe von bis zu 30 m. Die steife Konstruktion des Bohrstranges sorgt dafür, dass Bohrlochabweichungen minimiert werden.




Tieflochbohrhämmer von Walter Bohrtechnik

Walter Bohrtechnik, Heilbronn, ist ein bekannter Hersteller von Tieflochbohrhämmer, Bohrkronen, Bohrrohre und Zubehör sowie Spezialarmaturen. Einen Überblick über die angebotenen Tieflochbohrhämmer gibt die Tabelle 4. Darüber hinaus bietet Walter sog. Turbospüler an, die immer dann zum Einsatz gelangen, wenn aufgrund schwieriger Bohrbedingungen Probleme beim Bohrkleinaustrag auftreten. Wird der Bohrhammer angehoben, teilt sich durch den Einsatz des Turbospülers der Luftstrom so auf, dass etwa die Hälfte der Luftmenge durch 12 Bohrungen hinter dem Bohrhammer steil nach hinten strömen und das Bohrloch reinigen. Durch Bohrungen in der Blasluftbüchse kann eine genau definierte Luftmenge während des Bohrvorganges ständig zugeführt werden, wodurch ein besserer Bohrkleinaustrag ermöglicht wird. Der Turbospüler wird zwischen Bohrhammeraußenrohr und Verschlussklappe oder an beliebiger Stelle im Bohrstrang montiert.




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