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Zeitarbeit

Sie suchen Ersatz für Ihren kranken Elektriker; Sie brauchen kurzfristig einen Spezialisten für eine bestimmte Aufgabe; Sie suchen Mitarbeiter, die die saisonbedingte Mehrarbeit in Ihrem Unternehmen bewältigen - es gibt viele Gründe, sich von einer Zeitarbeitfirma Mitarbeiter auszuleihen. Diese Mitarbeiter tragen allerdings ein hohes Risiko: Als ständige Neulinge erleiden sie viel häufiger Unfälle als das Stammpersonal eines Unternehmens. Das muss nicht so sein.

Eine von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft erarbeitete Checkliste trägt dazu bei, die Sicherheit und Gesundheit von Leiharbeitnehmern zu erhöhen. Die Checkliste richtet sich an alle Unternehmer, die planen, Mitarbeiter aus der Zeitarbeit zu beschäftigen.

Bezug über:
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, www.vbg.de.



Darauf sollten Sie bei der Auswahl des Zeitarbeitunternehmens achten

  • Hat das Unternehmen eine gültige Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung? Achtung: Hat es diese Erlaubnis nicht, liegt ein sogenanntes fiktives Arbeitsverhältnis vor, und die Arbeitgeberpflichten gehen auf Sie als Entleiher über!
  • Ist das Unternehmen zuverlässig? Fragen Sie nach Referenzen.
  • Verfügt das Unternehmen über geeignete Mitarbeiter? Diplome, Facharbeiter- oder Gesellenbriefe etc. geben darüber Auskunft.
  • Hält das Unternehmen die Arbeitsschutzvorschriften ein? Ist zum Beispiel eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellt?

Diese Angaben braucht das Zeitarbeitunternehmen von Ihnen, um den geeigneten Mitarbeiter für Sie zu finden

  • An welchem Arbeitsplatz wird der Leiharbeitnehmer eingesetzt und welchen Gefahren ist er dort womöglich ausgesetzt?
  • Eine genaue Beschreibung der Tätigkeiten, die der Zeitarbeitnehmer ausführen soll.
  • Die hierfür erforderliche berufliche Qualifikation.
  • Die nowendigen Fähigkeiten und Erfahrungen.


Montagearbeiter

Diese Punkte sind im Arbeitnehmerüberlassungsvertrag festzulegen

  • Welche Tätigkeiten wird der Leiharbeitnehmer ausführen und welche Qualifikationen sind dafür erforderlich?
  • Braucht der Leiharbeitnehmer eine persönliche Schutzausrüstung? Wenn ja, welche? Und wer stellt sie?
  • Ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge zu treffen? Wenn ja, welche? Und wer veranlasst sie?
  • Ist sichergestellt, dass das Zeitarbeitunternehmen oder ein Beauftragter (auch eine überbetriebliche Sicherheitsfachkraft) jederzeit Zutritt zum Tätigkeitsort des Leiharbeitnehmers hat?
  • Ist das Thema Erste Hilfe angesprochen?

Das sollten Sie rechtzeitig in Ihrem Unternehmen abklären

  • Wer prüft den Inhalt des Arbeitnehmerüberlassungsvertrags? Regelt er das, was mündlich vereinbart wurde?
  • Wer führt die Gespräche über die persönliche Schutzausrüstung des Leiharbeitnehmers mit der Zeitarbeitfirma (Einkauf/Personalabteilung/Fachabteilung)?
  • Bei wem muss sich der Leiharbeitnehmer bei Arbeitsbeginn melden?
  • Wer übernimmt die Betreuung des Leiharbeitnehmers?
  • Wer weist den Leiharbeitnehmer ein?

Ihre Pflichten als Entleiher

  • Sie dürfen den Leiharbeitnehmer nur im Rahmen der vertraglich festgelegten Tätigkeiten und seiner beruflichen Qualifikation einsetzen.
  • Sie müssen den Leiharbeitnehmer in den Betrieb integrieren, d. h. insbesondere in die betriebliche Arbeitsschutzorganisation einbeziehen.
  • Sie müssen den Leiharbeitnehmer einweisen, d. h. Sie müssen ihn auf die spezifischen Gefahren seines Tätigkeitsortes hinweisen und die Maßnahmen zur Gefahrenabwehr erläutern.
  • Informieren Sie den Leiharbeitnehmer, wie die Erste Hilfe am Einsatzort geregelt ist. (Wer ist Ersthelfer, wo befindet sich der nächste Verbandkasten?)
  • Soll sich die im Arbeitnehmerüberlassungsvertrag beschriebene Tätigkeit ändern, so müssen Sie die Zeitarbeitfirma informieren.




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