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Neue Wege bei der Ausbildung von Fachkräften für Arbeitssicherheit



Rückblick

Die Ausbildung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit im Bereich der gewerblichen Berufsgenossenschaften kann mittlerweile schon auf eine mehr als 25-jährige Tradition zurückblicken. Die rechtliche Grundlage für die Fachkraft für Arbeitssicherheit wurde im Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit vom 12. Dezember 1973 gelegt. Dieses Gesetz ist in seinen Grundzügen bis heute gültig und stellt immer noch die Basis jeglicher Tätigkeit von Sicherheitsfachkräften (SiFa) dar.



Neue Anforderungen

Die Anforderungen an SiFa haben sich in den letzten 25 Jahren erheblich geändert und erweitert. Neben vorausschauender und systematischer Vorgehensweise ist heute vor allem Handlungs- und Sozialkompetenz gefragt, um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf allen Unternehmens- und Führungsebenen weiterzuentwickeln.

Eine unter breiter Beteiligung der Sozialpartner neu konzipierte Ausbildung stellt die fundierte Handlungs- und Sozialkompetenz der SiFas als Leitlinie voran. Der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung hat am 29. Dezember 1997 diese neuen Lehrinhalte in einem Fachaufsichtsschreiben an die Ausbildungsträger verbindlich festgelegt.



Handlungsorientierte Konzeption

Die dreistufige neue Ausbildungskonzeption verbindet in geeigneter Weise die Vermittlung des erforderlichen Fachwissens mit dem Erwerb methodischer und praktischer Handlungskompetenz. Dabei lernen die Teilnehmer abwechselnd in Seminaren (Präsenzphasen) und im Selbststudium (Selbstlernphasen).

Das Selbststudium erfolgt mittels multimedialer CD-ROM, die die Voraussetzungen für interaktives und abwechslungsreiches Lernen bietet.

In der Grundausbildung (Stufe I) werden alle Gefährdungs- und Belastungsfaktoren erarbeitet und Basiswissen über sichere und gesundheitsgerechte Arbeitssysteme vermittelt.

In der vertiefenden Ausbildung (Stufe II) werden die erworbenen Grundkenntnisse bei der Bearbeitung von Fallstudien erweitert. Dabei werden Methoden zur systematischen Planung, Lösung und Umsetzung von komplexen Arbeitsschutzaufgaben eingeführt und trainiert. In dieser Ausbildungsstufe erfolgt zudem eine Trennung in Ingenieure und Techniker/Meister.

Während die beiden ersten Ausbildungsstufen bundesweit einheitlich erfolgen, wird die wirtschaftsbereichsbezogene Ausbildung (Stufe III) vom jeweiligen Unfallversicherungsträger im Rahmen der UVV "Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (BGV A6) festgelegt. Bei der StBG werden branchenspezifische Gefährdungen und Belastungen beispielsweise aus der Beton- und Betonfertigteilindustrie oder der Gewinnungsindustrie Gegenstand der Stufe III sein.

Mit insgesamt drei bundeseinheitlichen Lernerfolgskontrollen wird die hohe Ausbildungsqualität gesichert.

Die gesamte Ausbildung soll innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein. Bei einem Branchenwechsel oder bei überbetrieblichen Diensten werden die SiFas in der Regel die Teilnahme an der Stufe III bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft nachweisen müssen.



Einführung und Übergangsregelung

Die Berufsgenossenschaften müssen die neue Ausbildungskonzeption ab dem 01.01.2001 anwenden. Die Vorbereitungen auf die Umsetzung sind bei der StBG bereits seit längerem angelaufen. Wo dies möglich war, wurden bereits in den vergangenen Jahren innovative Elemente der neuen Ausbildung in die bisherige Konzeption eingebracht.

Teilnehmer, die mit ihrer Ausbildung noch bis Ende 2000 anfangen, werden nach der alten Konzeption ausgebildet. Die nach alter Konzeption begonnene Ausbildung muss innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden.

Es wird empfohlen, sich baldmöglichst anzumelden, da nur noch wenige Plätze im Grundlehrgang A frei sind.

Für weitere Informationen steht Ihnen der Autor gern zur Verfügung.

Mathias Schmidt, StBG,
Tel. 05 11/72 57-7 81





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