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[Die Industrie der Steine + Erden]






Betonreste automatisch abklopfen

Kontakt: Winfried Grimm, Römerweg 18
89584 Risstissen, Tel. 0 73 92/77 98





Problem

Bei der Produktion von Betonrohren werden sogenannte Untermuffen eingesetzt. Diese werden zur Formgebung benötigt und finden Verwendung bei Rohrdurchmessern von 300 cm bis 1.200 cm. Um eine optimale Muffenqualität zu erreichen, sind die Untermuffen innen mit einem Verschleißring versehen. An diesem Verschleißring verbleiben nach dem Trennen der Untermuffe vom ausgehärteten Rohr Betonreste, die in der Regel von den automatischen Reinigungsanlagen nicht entfernt werden können. Üblicherweise wird dann mit einer Stahlbürste der Betonfilm auf der Stahluntermuffe entfernt, wobei häufig auf dem Verschleißring bis zu fünf Millimeter starke Betonablagerungen zurückbleiben. Da diese jedoch nach jedem neuen Durchlauf der Untermuffe immer mehr aufbauen und den Innendurchmesser verengen, mussten bisher die Betonreste von Hand beseitigt werden. Dazu müssen die Untermuffen mit hohem Kraftaufwand von Hand umgestapelt und die Betonreste mit einem Hammer abgeklopft werden. Arbeiten also, die einen nicht unerheblichen Kraftaufwand fordern: So beträgt das Gewicht einer Stahluntermuffe für ein Betonrohr DN 500 circa 32 kg. Bei einer Tagesproduktion von 200 Rohren stellte das für die betroffenen Mitarbeiter mit den damit verbundenen Zwangshaltungen beim Umstapeln eine erhebliche körperliche Belastung dar.



Praxislösung

In vielen Betonwerken werden zum Reinigen der Stahlformen automatische Muffenreinigungsanlagen eingesetzt. Der Reinigungsvorgang erfolgt hier mit einer rotierenden Stahlbürste, die stufenlos in vertikaler und horizontaler Richtung bewegt werden kann. Damit können die Konturen einer Untermuffe problemlos außen und innen erreicht werden. Der Reinigungstisch, auf dem sich die Untermuffe befindet, rotiert während des Reinigungsvorganges. Da aber die Reinigungsbürste nicht in der Lage ist, den Beton am Verschleißring zu entfernen, wurde jetzt eine Abklopfvorrichtung entwickelt. Diese wird auf der Welle des Antriebsmotors oberhalb der Stahlbürste montiert. Durch die Rotation werden die Reinigungswerkzeuge der Abklopfvorrichtung mittels Fliehkraft nach außen gezogen. Die Welle, auf der sich beide Reinigungswerkzeuge befinden, wird in die Muffenöffnung eingefahren, bis sich die Abklopfvorrichtung auf der Höhe des Verschleißringes befindet. Danach wird die Antriebswelle entsprechend seitlich positioniert. Da diese sich dabei konzentrisch zum sich drehenden Muffentisch befindet, schlagen die Werkzeuge kurz auf den Beton, entfernen die Ablagerungen, richten sich danach mittels Fliehkraft neu aus und erreichen nach 360 Grad wieder den Verschleißring. Die Reinigungskraft kann durch entsprechende Positionierung der Antriebsachse zum Verschleißring verändert werden.


Weg/Druck-Diagramm



Erfahrung

Diese mit geringem finanziellen Aufwand herzustellende Reinigungseinrichtung hat sich in einem Betonwerk bestens bewährt. Dadurch konnte einerseits bedingt durch die sehr hohe und gleichmäßige Reinigungsqualität in einem verfahrenstechnisch wichtigen Bereich die Produktqualität auf konstant hohem Niveau gehalten und andererseits ein Arbeitsplatz so gestaltet werden, dass körperliche Beanspruchungen insbesondere der Wirbelsäule deutlich reduziert werden. Damit leistet diese einfache und doch zugleich wirkungsvolle Innovation einen nicht unerheblichen Beitrag für eine wirtschaftliche Produktion und gesunde Arbeitsplätze in der Beton-Industrie.







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