www.steine-und-erden.net > 2000 > Ausgabe 4/00 > Baustoffwaagen sicher überprüfen

[Die Industrie der Steine + Erden]






Baustoffwaagen sicher überprüfen

Kontakt: Mörtelwerk Schwutke GmbH & Co. KG, 47138 Duisburg
Michael Timpf, Tel. 02 03/9 94 68 32




Problem

An die Herstellung von Frischbeton und Mörtel werden höchste Qualitätsanforderungen gestellt. Eine Maßnahme zur Sicherung der Qualität ist die regelmäßige Funktionskontrolle der Baustoffwaagen. Entsprechend den Vorschriften des Bundesüberwachungsverbandes Mörtel (BÜV M) e.V. und des Bundesüberwachungsverbandes Transportbeton (BÜV TB) e.V. muss eine Funktionskontrolle mindestens halbjährlich und bei Auffälligkeiten selbstverständlich sofort erfolgen. Dazu werden Baustoffwaagen mit Prüfgewichten belastet. In der Regel verwendet man dazu zwei 50-kg-Gewichte. Jede Waage wird sowohl im entleerten als auch im gefüllten Zustand geprüft. Durch Erfassung der Messwerte und entsprechende rechnerische Überprüfung kann eine Aussage über die Wiegegenauigkeit der Baustoffwaagen getroffen und dokumentiert werden. Die Prüfintervalle werden bei gut ausgelasteten Werken im eigenen Interesse des Unternehmers wöchentlich festgelegt. Dabei hört sich die Tätigkeit "Funktionskontrolle" auf den ersten Blick einfacher an, als sie sich für die Betroffenen in der Praxis darstellt. So müssen die 50 kg schweren Prüfgewichte in teilweise sehr engen Räumlichkeiten gehalten, getragen, angehoben oder abgesenkt werden. Neben der enormen körperlichen Beanspruchung bergen diese Arbeiten eine nicht unerhebliche Unfallgefahr für die Mitarbeiter in sich; so kommt es nicht selten vor, dass während der Transportvorgänge bzw. beim Anhängen der Prüfgewichte diese zu Boden fallen und die Mitarbeiter verletzen. Darüber hinaus werden durch herunterfallende Prüfgewichte auch die Verkehrswege beschädigt, wodurch sich wieder Stolper- und Sturzunfälle ergeben können.



Praxislösung

Im Mörtelwerk Schwutke wurde eine Vorrichtung entwickelt, mit der die Funktionskontrolle von Baustoffwaagen automatisch vom Bedienpult des Maschinenführers vorgenommen werden kann. Ein Einsatz von Personal vor Ort ist nicht mehr erforderlich. Dabei sind die Prüfgewichte dauerhaft mit der Baustoffwaage verbunden. Während des normalen Produktionsbetriebes werden die Prüfgewichte durch eine hydraulische Vorrichtung abgefangen, so dass sie die Baustoffwaage gewichtsmäßig nicht belasten. Im Falle einer Funktionsprüfung wird der Hydraulikzylinder mit einer daran montierten Gewichtsauflage herabgelassen, so dass die Prüfgewichte auf das Waagesystem einwirken. Nach entsprechenden Einstellarbeiten und Dokumentation der Funktionskontrolle wird der Hydraulikzylinder wieder hochgefahren, das Waagesystem von den Prüfgewichten entlastet und der Mischbetrieb kann sofort wieder aufgenommen werden.


Weg/Druck-Diagramm



Erfahrung

Die Idee wurde im Mörtelwerk Schwutke entwickelt und sofort in die Tat umgesetzt. Sie stößt insbesondere bei den betroffenen Mitarbeitern auf eine außerordentlich hohe Akzeptanz. Die Überprüfung der Baustoffwaagen hat damit für die Betroffenen ihren Schrecken verloren. Auch die Geschäftsleitung des Unternehmens steht hinter der Idee, leistet diese doch einen Beitrag zur Erhöhung der Produktqualität und damit zur Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Die beschriebenen Vorteile sowie die einfache Umsetzbarkeit sind sicherlich für viele Unternehmen interessant, die Frischbeton bzw. Mörtel herstellen.







Inhaltsverzeichnis Ausgabe 4/00 | Zurück zu unserer Homepage