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Improvisierte Reinigung: Schwere Handquetschung

In einem Unternehmen wird der Beton mit einem Transportkübel, der an einen Gabelstapler angebaut ist, zur Produktionsmaschine transportiert. Der für die Betonversorgung zuständige Mitarbeiter ist auch für die Reinigung des Betonvorratsbehälters zuständig. Bei dieser Tätigkeit ereignete sich der Unfall.

Der Arbeiter fuhr zunächst mit dem Gabelstapler unter den Vorratsbehälter und drückte die Verschlussklappe auf. Dann stellte er unter den Hebel des Verschlusses ein Kantholz auf den Boden. Dieses hielt nun den Verschluss offen. Anschließend fuhr er den Gabelstapler zurück. Nun war die Stirnseite des Behälters frei zugänglich. Der Arbeiter schlug dann mit einem Hammer gegen den zu reinigenden Trichter, um Betonanbackungen zu lösen. Die Hammerschläge bewirkten aber, dass das Kantholz, welches den Verschluss offenhielt, umkippte. Der Verschluss klappte zu und die linke Hand des Arbeiters, mit der dieser sich an der Schliesskante abstützte, wurde eingequetscht.

 

Hinweise zur Arbeitssicherheit

  • Erst nach dem Unfall wurden eine Öse und eine Sicherungskette angebracht. Zur richtigen Nutzung der Kette ist zu beachten, dass Kettenglieder nicht auf Biegung beansprucht werden dürfen.
  • Wegen der starken Lärmentwicklung der Arbeitsweise ist der Reinigungsvorgang auf andere Art und Weise durchzuführen.
  • Der Unternehmer gab bei der Unfalluntersuchung an, dass sein Personal unterwiesen worden sei, die Arbeiten durch Abspritzen der Übergabe von oben zu erledigen. Für die Umsetzung dieser Festlegung hat er jedoch nicht gesorgt.
  • Zur sicheren Durchführung der Reinigungsarbeit muss die geöffnete Verschlussklappe in ihrer Position gehalten werden. Hierfür muss der Unternehmer die Voraussetzungen schaffen und eine sichere Arbeitsweise durchsetzen.

Arbeitsweise zum Öffnen der Verschlussklappe mit Öse und Anschlagkette, die nach dem Unfall angebracht wurden Betonübergabe mit geschlossener Entleerung





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