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Glasfaserbeton im Stein-Design

Wie der Erlebniswelt-Container "Hören" zu seiner Fassade kam

 

Ziel der StBG war es, einen artgerechten Werkstoff als Bekleidungsmaterial für den ersten Erlebniswelt-Container "Hören" zu finden. Außerdem standen als Aufbauhöhe für die Fassade, inclusive der Unterkonstruktion, nur 90 Millimeter zur Verfügung, da die Container über öffentliche Straßen transportiert werden müssen. Aufgrund dieser Kriterien sowie der allgemein optimalen Eigenschaften für diese Anwendung fiel die Entscheidung, den Werkstoff Glasfaserbeton zu verwenden. Bauteile aus Glasfaserbeton zeichnen sich durch hohe Druck- und Biegezugfestigkeit, Schlagzähigkeit und Unbrennbarkeit aus. Da Materialstärken von zehn bis fünfzehn Millimeter in der Regel ausreichend sind, weisen diese Bauteile extrem niedrige Gewichte auf. Die gute Formbarkeit und das detailgetreue Abbildevermögen lassen das Material zu einem idealen Fassaden-Werkstoff werden.

Der Entwurf für die Container-Bekleidung stammt von der "Bonner Kommunikationsgruppe Feldes + Hall", die Ausführung oblag der Firma Durapact in Haan, den Formenbau übernahm die Firma IVW GmbH. Vorgabe durch die StBG war, thematisch die Produkte und Erzeugnisse der Mitgliedsfirmen zu berücksichtigen. Sand, Natur-, Pflaster- und Bausteine wurden nach ästhetischen Gesichtspunkten angeordnet. Zunächst wurden sie auf dem Boden im Maßstab 1:1 ausgelegt. Die Fläche wurde aus Gewichtsgründen in drei Felder aufgeteilt. Anschließend gossen die Mitarbeiter nach dem Verschließen der Fugen Polyurethan in einer Stärke auf, so dass an der dünnsten Stelle eine Materialdicke von circa zehn Millimetern gegeben war. Dieses Formenmaterial ist so dünnflüssig, dass jede Kontur, Unebenheit, Pore usw. abgebildet wird.

Die Struktur Glasfaserbeton oder textilbewehrter Beton besteht aus einer Feinbetonmatrix mit den Komponenten Zement, Sand, Wasser, Zusatzstoff und Zusatzmitteln sowie einer Armierung aus alkaliwiderstandsfähigen AR-Glasfasern. Der Feinbetonmatrix werden nun zwölf lange Kurzfasern beigemischt, so dass keine unbewehrten Schichten entstehen können. Dieser sogenannte "Premix" wurde auf die Matrize in mehreren jeweils etwa drei bis fünf Millimeter dicken Lagen aufgespritzt, die zusätzlich mit Matten und Gelegen aus AR-Glasfasern armiert wurden. Mit diesen Glasfaser-Flächenprodukten können Bauteile gezielt an den Stellen ver-stärkt werden, die stärksten Belastungen ausgesetzt sind. Die Container bieten nur am äußeren Rand Befestigungsmöglichkeiten. Die Schale aus Glasfaserbeton wird daher über einlaminierte L-Anker an einer Tragkonstruktion aus Vierkantrohren befestigt.

Zunächst war eine farbliche Behandlung der Bekleidungselemente entsprechend den Originalsteinen vorgesehen. Nach Begutachtung der ersten Platte fiel die Entscheidung, die Platten grau zu belassen. Dadurch konnte einerseits ein Verfremdungseffekt und andererseits ein optimaler ästhetischer Gesamteindruck erzielt werden.





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