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Erlebnis im Steinbruch

Beim Expo-Projekt "steinzeichen steinbergen" präsentiert die StBG ihre neuen Erlebniscontainer

Der Expo-Sommer ist in vollem Gange - und die Besucher strömen nicht nur auf das Weltausstellungsgelände, sondern auch zum rund 50 Kilometer entfernten Expo-Projekt "steinzeichen steinbergen" im Weserbergland. Wahrzeichen des Projekts in der Kulisse des aktiv betriebenen Schaumburger Steinbruchs Rinteln/Steinbergen, direkt an der BAB 2 (Ausfahrt Bad Eilsen), ist das imposante Treppenbauwerk "Jahrtausendblick", das mit 220 m ü.N.N. weithin sichtbar ist. Und wer den Aufstieg nicht scheut, den belohnt ein tolles Panorama: Von der Aussichtsplattform hat man nicht nur einen reizvollen Blick weit in das Schaumburger Land, sondern auch auf den Steinbruch mit seinem spannenden Erlebnisparcours. Besucher können erleben und erfühlen, wie Gestein in Natur und Technik Verwendung findet, oder sie nehmen an einer der vielen kulturellen Veranstaltungen - Konzerte, Workshops und wechselnde Ausstellungen - teil.


Aussichtsplattform Aussichtsplattform

Außerdem präsentiert hier die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) ihre spannenden neuen Erlebniswelten; pralle Informationstechnik, transportabel verpackt in zwei Containern.

Diese Erlebnisweltcontainer bieten den Besuchern oft verblüffende neue Erfahrungen zu den Themen "Hören" und "Gehen, Laufen, Stolpern". Die Erlebniswelten halten auf jeweils 18 Quadratmetern Grundfläche eine Vielzahl an Informationen und Mitmach-Aktionen bereit. Im Container "Hören" testen die Gäste das eigene Urteilsvermögen hinsichtlich Lärmeinwirkung. In einer der Hörnischen erfahren sie, was es im Zusammenleben mit anderen Menschen heißt, hörgeschädigt zu sein und wie weit sich dies auf die Lebensqualität und Wahrnehmung auswirkt. Am "Lärmflipper" lässt sich nachvollziehen, wie verschiedene Materialien Schall dämmen und welche z. B. zur Isolierung von Maschinen geeignet sind. Spätestens hier wird klar: Lärm ist schädlich, aber man kann sich wirksam davor schützen!


Die Container Erlebniswelt Lärm Erlebniswelt Gehen Laufen Stolpern

Die Erlebniswelt "Gehen, Laufen, Stolpern" zeigt, dass etwas so Selbstverständliches wie das Gehen als Unfallursache unterschätzt wird. Daher ist das Innere des Containers für den Betrachter beinahe formlos: Runde Wände, unklare Konturen und weich unterlegter Fußboden irritieren den Betrachter. Zusätzlich wird durch Einspielen von Videosequenzen auf fünf Monitoren sowie durch akustische Reize das Gehirn unter Stress gesetzt. Plötzlich ist das "Gehen" nicht mehr so einfach!

Wer noch mehr über Arbeitssicherheit und Gesundheit wissen möchte, findet im StBG-Pavillon gleich neben den Erlebniswelten viel Informationsmaterial. Zusätzlich gibt die Firma Dynamit Nobel einen interessanten Überblick zum Thema "Zündtechnik im Wandel der Zeit".

Die Darstellung von Gesundheitsrisiko und Prävention in den Erlebniscontainern nimmt das Publikum in Steinbergen sehr gut an: Im ersten Expo-Monat haben über 4.000 Interessierte die Erlebniswelten besucht. Nicht nur Westfalen oder Niedersachsen aus dem Umland, sondern Gäste aus aller Welt wollen sich informieren; ob sie nun als Ausflügler, Familien, Schulklassen oder Fachpublikum ins Weserbergland kommen. Gerade die ausländischen Gäste wollen mehr über das deutsche Unfallversicherungssystem wissen. Schulklassen nutzen die Erlebniswelten als Lehreinheit und kommen dabei meist zum ersten Mal mit der Berufsgenossenschaft in Kontakt. Dagegen stellt das Fachpublikum gezielt Fragen zum Thema Arbeitssicherheit und sucht Anregungen für neue Wege der Prävention. Die Mitarbeiter der StBG vor Ort im Steinbruch-Erlebnisparcours freuen sich über die zahlreichen Besucher und geben natürlich gern Auskunft.

Die Kommentare zu diesem Expo-Beitrag der StBG reichen von "Das ist eine absolut interessante und einprägsame Darstellung des Themas" bis zu "Very interesting" und "We should have this in our country". Erfahrungen, wie sie in den Erlebniswelten gemacht werden, sind Grundlage für das Wahrnehmen von Sicherheits- und Gesundheitsrisiken und geben damit Anregungen für das Verbessern der Arbeits- und Lebensbedingungen. Sicherlich wird in Zukunft der eine oder andere Besucher das Gelernte in sein Privat- und Arbeitsleben einbringen - in Baden-Württemberg, Tschechien oder in Mexiko...

Dipl.-Ing. Christof Claus, StBG,
Tel. 05 11/72 57-459, Fax /790





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