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[Die Industrie der Steine + Erden]






Die neue Bagger-Generation

Leistungsstark und vielseitig – wirtschaftlich und sicher

Wirtschaftlicher Maschineneinsatz, Gewinnung ohne übermäßigen Verschleiß, keine zu hohe Maschinenbelastung, unnötige Kosten vermeiden, Verfügbarkeit und sicherer Betrieb – das sind die Anforderungen, mit denen moderne Hydraulikbagger heutzutage in der Baustoffindustrie konfrontiert werden. Gut gelöst ist also halb gewonnen!

Dort, wo Umweltauflagen das Sprengen erschweren oder gar verbieten, ist das mechanische Lösen durch Bagger oft die einzige Alternative. Im stark klüftigen Fels oder im Lockergestein kann das Reißen auch eine wirtschaftlich interessante Lösung sein, da Sprengkosten entfallen, weniger unerwünschte Feinanteile anfallen und Mischungseffekte wirksam werden. Günstige Voraussetzungen für das maschinelle Lösen liegen bei stark geklüfteten, mit Störungszonen durchsetzten Vorkommen vor, bei Verwitterung und Durchfeuchtung, bei ausgeprägten Schichtungen, bei geringen Schichtstärken, bei niedriger Gesteinsfestigkeit und bei niedrigen seismischen Wellengeschwindigkeiten. Die seismische Bodenuntersuchung ist eine interessante Möglichkeit, um Aussagen über die richtige Gewinnungstechnik zu treffen. Klar ist: Das Maschinengewicht bestimmt die Reißleistung. Um Fels mechanisch lösen zu können, sind hohe Eindring- und Zugkräfte unumgänglich. Deshalb eignen sich für solche Aufgaben nur schwere Hydraulikbagger mit großer Hydraulikleistung oder Kettendozir. Natürlich sind Bagger auch bei effizienten Ladearbeiten in der Gewinnung, beim Materialhandling und Beschicken in der Recyclingindustrie oder für vielfältigste Grab- und Erdarbeiten unentbehrliche Helfer. Die Entwicklungsabteilungen der namhaften Hersteller sind ständig darum bemüht, die Effizienz von Hydraulikbaggern, die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sowie die Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt die Sicherheit zu verbessern. Wir stellen Ihnen interessante Neuentwicklungen vor.

 



Erster Komatsu PC600 in der Hartsteingewinnung

Kolbenstangenschutz Die Hartsteinwerke Hof GmbH betreiben im Raum Hof an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze die beiden Steinbrüche Köditz und Tauperlitz. Beide Betriebe gewinnen Diabas, ein sehr hartes und extrem homogenes Gestein aus vulkanischer Aktivität, das primär zu Edelsplitten verarbeitet wird.

Die Geschäftsführung der Hartsteinwerke Hof suchte für den bisher mit Radladern arbeitenden Betrieb Köditz, der übrigens schon seit dem 18. Jahrhundert urkundlich erwähnt ist, eine neue Methode zur Gewinnung des gesprengten Haufwerkes. Ausführliche Untersuchungen und Analysen der bisherigen Lademethode ließen sie nach einer neuen Lösung suchen. Gemeinsam mit dem Komatsu Händler Reif Baumaschinen in Himmelkron und der Komatsu Einsatzberatung für Großgeräte in Hannover näherte man sich einem völlig neuen Konzept – nämlich einem 60-t-Hydraulikbagger mit Tieflöffel. Das neue Ladeprinzip ist in Deutschland noch wenig verbreitet – bietet aber zahlreiche Vorteile. Worum geht es? Zunächst wird gesprengt, und zwar bis zu 15.000 t pro Sprengung – anschließend schafft sich der 60-t-Komatsu-Bagger PC600-6 auf dem Haufwerk, etwa drei Meter hoch, eine Arbeitsebene. Dort angekommen, beginnt er mit der Beladung der SKW´s, wobei zuerst ein Sicherheitsgraben auf der der Bruchwand zugewandten Seite ausgebaggert wird, in den nachbrechendes Gestein rollt. Der Bagger steht bei dieser Lademethode sicher "über dem Geschehen", denn der Fahrer hat aufgrund der erhöhten Position einen guten Blick auf die Lademulden der SKW´s, und Fahrer und Bagger sind vor eventuell aus der Wand nachfallendem Haufwerk geschützt. Ebenso ist aus der erhöhten Stellung die Vorzerkleinerung von Knäppersteinen mittels Stahlkugel möglich, die Fahrerkabine liegt nicht direkt im Spritzbereich des zerstoßenen Materials.

Der neue Tieflöffelbagger wird aber nicht nur in der Gewinnung arbeiten. Auch beim Abbau der bis zu 20 Meter mächtigen Abraum- und Tuffschichten, welche den Diabas überdecken, soll sich der neue 60-Tonner bewähren. Aufgrund seiner Reißkräfte muss das Tuff-Deckmaterial nicht mehr vorgesprengt oder gelockert werden.


PC 600 S

 



Neue Steinbruchbagger-Generation

Die Tieflöffelbagger der PC-Serie von Komatsu bewähren sich in Deutschland bis zum weit über 100 t schweren PC1100. Ganz neu auf dem Markt ist der 286 kW starke PC600-6. Für den ersten Einsatz in der Hartsteingewinnung kombinierten die Systemspezialisten einen SE-Bagger (Version für den Umschlag) mit speziellen Steinbruchausrüstungen. Die Ausrüstung des PC600SE besteht aus einem 6,6-m-Monoblockausleger und einem 2,9 m langen Stiel. So ausgestattet bringt der 60-t-Bagger bis zu 34,2 kN Losbrechkraft und bis zu 28,6 kN Reißkraft-Reserven, die er bei dem stark zerklüfteten Diabas-Haufwerk auch benötigt. Komatsu Partner Lehnhoff-Hartstahl konzipierte für diesen extremen Einsatz einen 3,8-m3-Spezialtieflöffel mit besonderer Panzerung. Zentralschmierung, gepanzerte Frontscheibe und ein FOPS-Fahrerhausschutz (FOPS = Falling Objects Protection System) passen den PC600 optimal an den harten Einsatz (jährlich bis zu 1800 Stunden) an. Zum Schutz der Kolbenstangen konzipierte Reif bewegliche Schutzvorrichtungen sowohl für die Ausleger wie auch für den Stielzylinder.

Da die Spurweite des Unterwagens mechanisch verstellbar ist, lässt sich der Bagger ohne großen Aufwand per Tieflader zum etwa zehn Kilometer entfernten "Nachbar-Steinbruch" Tauperlitz umsetzen. Bessere Auslastung und damit höhere Effektivität sind das Ergebnis. Hersteller, Händler und Lieferant sind eine Partnerschaft eingegangen, die nun in den nächsten Jahren für eine sehr hohe Verfügbarkeit dieses als Schlüsselgerät arbeitenden Baggers sorgen muss. Reif Baumaschinen betreut bisher im Gebiet der Niederlassung Himmelkron schon rund 15 Gewinnungsbetriebe mit zahlreichen Komatsu Großgeräten wie Radladern der Typen WA500/600 und Starrrahmen-Muldenkippern bis zum HD605.

Der PC600 wird in drei verschiedenen Ausführungen mit Auslegern von 6,6 bis 7,6 m und mit Stiellängen bis zu 3,5 m angeboten. Je nach Material kann er mit Löffeln bis 4,5 m3 bestückt werden. Serienmäßig ist er mit dem E-OLSS Loadsensing-Hydrauliksystem mit elektronischer Regelung im offenen Kreislauf ausgerüstet. Herzstück des Hydrauliksystems sind zwei Schrägscheiben-Kolbenpumpen mit je 410 l/min. Fördervolumen. Sie liefern bis zu 350 kg/cm2 Druck in der Betriebsart "Power". Der PC600 wird sowohl im schweren Erd-, Tief- und Kanalbau wie auch in der Gewinnungsindustrie eingesetzt.

 



Fit für schwere Lasten: Der RH 9 von O & K im Brechereinsatz

Kreuztal im Siegerland: Vom stillgelegten Walzwerk war Ende Juli ‘99 nur noch Bauschutt übrig. Bevor aber auf dem Gelände neue Fabrikhallen errichtet werden konnten, waren 10.000 m3 Restmassen zu entsorgen.

Die Trümmerstücke des alten Fundaments wurden von einem Mobilbrecher zerkleinert, den ein RH 9 Hydraulikbagger unermüdlich beschickte. Geschäftsführer Wolfgang Becker der ausführenden Firma Quast fühlt sich in seiner Wahl mehr als bestätigt: "Das ist bereits der zweite RH 9, den wir einsetzen. Der RH 9 kann durch seine hohe Leistung auch für schwere Aufgaben wie diesen Brechereinsatz genutzt werden, ist aber zugleich noch mit normalem Aufwand zu transportieren." Überzeugt ist man bei Quast auch von der Qualität der O & K-Bagger. Fahrer Detlef Durgut schätzt vor allem die Fortschritte beim Bedienkomfort: "Wo ich zuvor ein zusätzliches Fußpedal brauchte, bremst jetzt die Automatik die Drehbewegung des Oberwagens".

 



RH 23 beißt sich durch härtesten Lehm

In der Schweizer Ziegelei Louis Gasser verrichtet ein 50 t schwerer RH 23 Hydraulikbagger von O & K seit kurzem seine Arbeit. Die Wahl fiel auf den RH 23 LC mit Tri-Power-Kinematik, ausgerüstet mit einer 2,5-m3-Klappschaufel und 235 kW Motorleistung, weil sich die Zuverlässigkeit der O & K-Geräte bewährt hatte und durch die nahegelegene Servicestelle sichergestellt wird. Der RH 23 LC ist mit einer hydraulischen Schnellwechseleinrichtung ausgestattet, mit der innerhalb weniger Minuten die Klappschaufel gegen einen Krupp-Hydraulikhammer HM 2500 getauscht werden kann. So können selbst die härtesten Lehmschichten problemlos abgebaut werden.


RH 23

 



Der neue 80-Tonnen-Hydraulikbagger von Case

Hinter der nüchternen Typenbezeichnung 80 verbirgt sich eine Maschine, die aufgrund ihrer technischen Konzeption dem weltweiten Baggermarkt dieser Klasse neue Impulse geben wird. Auf der Intermat 2000 in Paris wurde sie jetzt erstmals der Fachwelt vorgestellt.

Eingebunden ist der 80 in die Alliance-Baureihe, zu der nunmehr sechs Maschinen von sieben bis 80 Tonnen Betriebsgewicht gehören. Haupteinsatzgebiete sind große Erdbaustellen und Umschlagarbeiten in der Gewinnungsindustrie. Hier soll der Typ 80 zusammen mit den neuen Muldenkippern von Case eine neue Lade- und Transportkette bilden.

Angetrieben wird der neue Hydraulikbagger von einem Isuzu-6WJ1TC-15,6-l-6-Zylinder-Motor mit Turbolader und elektronischer Einspritzung. Das 15,6-Liter-Aggregat entwickelt eine Leistung von 332 kW bei 1.800 min-1. Der Kraftfluss läuft über ein dreistufiges unabhängiges Hydrostatsystem mit kompakten Axialkolbenmotoren zu den Planetenendantrieben. Alle hydraulischen Bauteile sind in den seitlichen Fahrwerksrahmen integriert, wobei die Fahrgeschwindigkeit mit einem im Boden angeordneten Fußschalter ausgewählt werden.


Case Poclain 80t

Ein Merkmal dieses Systems mit drei Fahrgeschwindigkeitsstufen ist die Funktion für das automatische Herunterschalten (Downshift). Sie erweist sich als ganz besonders zweckmäßig bei Arbeiten auf schwierigem Gelände oder an Hängen. Während des Betriebs schaltet der Fahrmotor automatisch von hohen zu mittleren Drehzahlen herunter, um so eine höhere Zugkraft zu erreichen. Er kehrt automatisch zu hohen Drehzahlen zurück, wenn die Fahrbedingungen sich wieder normalisiert haben.

Beide Raupenfahrwerke werden gleichzeitig mit dem Fußpedal betätigt. Eine hydraulisch zu lösende Scheiben-Feststellbremse ist an beiden Antriebsmotoren eingebaut, die jeweils mit einem Ausgleichsventil und zweistufigen Sicherheitsventilen ausgestattet sind, um ein Überlasten an Hängen zu vermeiden sowie sanftes Anfahren und Anhalten zu ermöglichen. Zum Hydrauliksystem gehören zwei Verstellaxialkolbenpumpen und eine Zahnradpumpe für die Vorsteuerungen. Dieses intelligente System ist eines der herausragenden Merkmale des Modells 80. Dabei wird das Hydraulik-Fördervolumen dem aktuellen Leistungsbedarf angepasst. Der Fahrer wählt zwischen vier Betriebsarten:

  1. Heavy (schneller und schwerer Einsatz mit hoher Effizienz);
  2. Standard (normale Aushub und Grabarbeiten bei sparsamerem Kraftstoffverbrauch);
  3. Light (leichte Arbeiten) und
  4. Fine (für Hub- oder Nivellierungsarbeiten, die präzise Steuerung verlangen).

Zudem lässt sich in den Betriebsarten Heavy und Standard die Hydraulikkraft kurzzeitig per Knopfdruck um zehn Prozent erhöhen. Besonders vorteilhaft ist dieser zusätzliche "Kraftkick" bei schweren Grab- oder Hubarbeiten. Weitere vorwählbare Funktionen sind: freie Schwenkbewegungen, hundertprozentige Schwenkbremse auf Knopfdruck, automatischer Leerlauf. Der Oberwagen wird von einem Hydro-Axialkolbenmotor über ein Planetengetriebe angetrieben. Die maximale Schwenkgeschwindigkeit beträgt 7,6 min-1 – das Heck hat einen Schwenkradius von 4,1 m.

Die komfortabel ausgestattete, großräumige Kabine lagert auf sechs Fluid-Dämpfern. Einige Merkmale: Frontscheibe mit Sicherheitsglas, verstellbarer, mit Stoff bezogener luftgefederter Sitz mit Kopfstütze und Armlehne, Heizung und Klimaanlage, oszillierender Ventilator, Radiogerät, ausstellbares Dachfenster und Scheiben-Wisch-Wasch-Anlage mit Intervallschaltung. Die Frontscheibe kann nach oben geschoben werden, der untere Teil ist abnehmbar. Die Bedienelemente sind in Konsolen integriert, die in vier Positionen geneigt werden können. Es gibt Berührungsschalter, ein Selbstdiagnosesystem und einen gut lesbaren, beleuchteten LCD-Monitor, der den Fahrer über kritische Funktionszustände informiert.

An Ausrüstungsvarianten sind verfügbar: Zwei Grundausleger mit Längen von 7,25 und 8,40 m und vier Pendelarme mit Längen von 2,95 bis 5,60 m. Die Standard-Tieflöffel fassen 2,20 m3 und 3,06 m3. Die Grabtiefe beträgt bis zu 10,64 m, die Schütthöhe 9,55 m und der Grabradius 15,89 m. Die maximale Losbrechkraft beträgt 41,8 kN.

Der Typ 80 verfügt über ein innovatives Wartungssystem: die Konstruktion der Laufbuchsen für alle Anbaugerätebolzen verlängert die Schmierintervalle. Der Branchenstandard verlangt eine Schmierung nach jeweils 50 Stunden – mit dem EMS-System beim Typ 80 verlängern sich diese Intervalle auf 1.000 Betriebsstunden oder maximal sechs Monate. Oberwagen, Motor und Bauteile sind über einen breiten Wartungssteg mit Handläufen auf beiden Seiten des Baggers gut zugänglich, so dass der Maschinist die täglichen Routinechecks sicher durchführen kann.

 



Sechs neue Raupenbagger von Volvo

EC 140 Alle Raupenbagger der neuen Baureihe – EC140, EC210, EC240, EC290, EC360 und EC460 – verfügen über bewährte Volvo-Technik und eine Reihe nützlicher Neuerungen. Neben der weiter verbesserten Hydraulik, einer neuen Komfortkabine mit vielen Extras für den Fahrer und einem guten Rundumblick sind auch die Bedienhebel in Joystick-Ausführung mit integrierten Funktionstasten sowie der Schnellwechsler zu erwähnen.

Vom kleinsten dieser neuen Raupenbaggerfamilie, dem EC140 mit einem Einsatzgewicht von 14 t, einer Losbrechkraft von 99,5 kN und reiner Reißkraft von 75,7 kN reicht die Spanne bis zum gewichtigsten und stärksten neuen Bagger, dem EC460 mit einer Losbrechkraft von 274,4 kN und reiner Reißkraft von 258,6 kN. Komfort und Fahrerleistung gewinnen durch die geräumige Kabine, die einen guten Überblick bietet. Den verstellbaren Sitz kann der Fahrer auf seine individuelle Arbeitshaltung abstimmen. Hinter dem Fahrersitz befindet sich ausreichend Stauraum. Die Fahrersitze sind auch mit Luftfederung und Heizung erhältlich – die übersichtliche Instrumentierung liegt im Blickfeld des Fahrers. Außerdem ist ein Eigendiagnosesystem vorhanden, welches stets über den Maschinenzustand informiert. Mit kurzhubigen Bedienhebeln in der Art von Joysticks, die zudem auf verstellbaren Konsolen sitzen, steuert der Fahrer die Bewegungsfunktionen der Ausrüstung komfortabel und präzise. Dabei unterstützt ihn die ACS-Steuerelektronik durch eine jeweils einsatzgerechte Abstimmung der Maschinenleistung, die über den Betriebsartenwähler einfach vorgegeben wird. Dem Fahrer stehen fünf Leistungsstufen mit neun Einstellmöglichkeiten für die Motordrehzahl zur Verfügung. Er kann so je nach Einsatzsituation die maximale Motorleistung oder Kraftstoffökonomie, den maximalen Anlagendruck für Hebearbeiten oder verschiedene Leerlaufstellungen wählen. Mit der Kraftverstärkungsfunktion Power Boost lässt sich die Hydraulikkraft für Ausleger und Stiel zeitweilig erhöhen. Für den Massenaushub steht ein Ausleger in Heavy-Duty-Ausführung zur Verfügung. Alle Modelle sind mit Niederemissions-Turbodieselmotoren ausgestattet, die sich durch ihre großen Kraftreserven und ihr hohes Drehmoment im niedertourigen Bereich auszeichnen.


EC 460

 



Roter Cat-Koloss macht langen Hals

Cat 5080 Den größten Abbruchbagger Europas nahm jetzt die Verkehrsbau Union GmbH, Berlin, in Empfang: einen Cat 5080 mit ultralanger Abbruchausrüstung. Die maximale Reichhöhe des Auslegers beträgt 36,4 m über Standebene. Durch Austausch eines Zwischenstücks lässt er sich sogar auf 40 m verlängern. Das Gerät hat ein Einsatzgewicht von 102 t, ein Anbaugewicht von drei Tonnen und ist mit einer Schere vom Typ VTC 40 bestückt. Erster Einsatzort der "Maschine mit dem langen Hals" war die Baustelle an der Nossener Brücke in Dresden. Die dortige Niederlassung der Sächsisch-thüringischen Abbruch- und Sprengtechnik war seit Juli ‘99 mit dem Abbruch eines 40 m hohen ehemaligen Blockheizkraftwerkes aus Stahlbeton beauftragt. Rund 250.000 m3 umbauter Raum waren abzubrechen, dabei fielen rund 1.000 t Bauschutt an. Der Abtransport des Bauschutts war nicht erforderlich, da das Material direkt vor Ort recycelt und wieder eingebaut wird.

 



Demolition-Version des Case 9046

Case 9046 Anlässlich der Intermat 2000 in Paris präsentierte Case eine Sonderversion aus seiner Baggerreihe, den Typ 9046, die zweitgrößte Maschine der Baureihe, in einer speziellen Demolition-Version für den Abbruch. Das Gerät ist mit umfangreichen Schutzausrüstungen, Werkzeugen und Schnellwechselsystem lieferbar. Eine Besonderheit dieser Maschine ist, dass der von einem 216-kW-Aggregat angetriebene 46-t-Bagger seinen Abschmierdienst nur alle 1.000 Betriebsstunden bemühen muss.

 



Der Furukawa 735 LS-Tronic: Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

In der Baustoffindustrie rückt neben der Gewinnung auch das Recycling von Altbaustoffen immer stärker in den Vordergrund. Dies stellt an Hydraulikbagger neue Anforderungen, da sie vielseitig einsetzbar sein müssen. Der Furukawa 735 LS-tronic erfüllt in seiner Klasse diese Anforderungen. Der 90-kW-Bagger, dessen Einsatzgewicht je nach Ausstattung und Ausrüstung zwischen 19,2 und 23 t beträgt, ist mit einem hydraulischen Verstellausleger ausgestattet. Es stehen verschiedene Unterwagengrößen und Unterwagenausführungen zur Verfügung. Die Front und Dachseite der Kabine des neuen Furukawa 735 LS-Tronic sind mit einem FOPS-Schutzgitter ausgestattet, welches als Sonderausstattung angeboten wird. Außerdem können Arbeitsscheinwerfer am Kabinendach sowie ein zusätzlicher Hydraulikkreislauf zum Anschluss weiterer Arbeitsausrüstungen geordert werden. Entsprechend seiner vielseitigen Einsatzmöglichkeiten bietet Furukawa acht Normal- und fünf Felslöffelgrößen an. Die Felslöffel haben ein Inhaltsvolumen von 370 bis 900 l. Für anhaltende Abbauarbeiten im Steinbruch empfiehlt der Hersteller den robusten Monoblockausleger – für Aufgaben mit häufigen Arbeitsplatz- und wechselnden Einsatzbedingungen steht ein hydraulischer Verstellausleger zur Verfügung.

 



Neuer 19,5-t-Hydraulikbagger von Caterpillar

Mit diesem jetzt eingeführten 318B umfasst das Caterpillar-Angebot in der Hydraulikbagger-Klasse mit 17 bis 22 t Einsatzgewicht jetzt drei Modelle. Der 318B wurde als Ergänzung zum größeren 320B entworfen und ist als Ersatzgerät für die älteren Cat-Modell 215C und 215D gedacht. Die wichtigsten Konstruktionsmerkmale:

  • Verbessertes Hydrauliksystem: Höhere Systemdrücke führen zu höherer Grabkraft und mehr Hubkapazität.
  • Ergonomisches Fahrerhaus: Es bietet einen höheren Fahrerkomfort mit dem voll verstellbaren Schwingsitz und den Joystick-Bedienungskonsolen.
  • Vereinfachte Wartung: Ein neuer Kapselfilter für das Hydrauliköl sowie die verbesserte Anordnung der Filter vereinfachen Wartungsarbeiten.
  • Fettgeschmierte Ketten: Die abgedichteten Ketten werden beim Zusammenbau geschmiert, wodurch der Innenverschleiß reduziert und die Lebensdauer verlängert wird.

Cat 318B

Der 318B wird von einem abgasturboaufgeladenen Cat-Dieselmotor 3046T mit 86 kW Nennleistung angetrieben. Das geräumige Fahrerhaus bietet eine gute Rundumsicht und einen hohen Komfort. Sitz und Bedienungskonsole können unabhängig voneinander eingestellt werden. Mit einer kontrastreichen Flüssigkristallanzeige kann der Fahrer die von der elektronischen Steuereinheit geregelten Arbeits- und Leistungsfunktionen überwachen. Alle wichtigen Wartungspunkte sind jetzt zur Kontrolle vom Boden aus erreichbar.

 



Neue Raupenbaggergeneration von O & K in der Mittelklasse

In der weltweit am häufigsten eingesetzten Gewichtsklasse von 21 t präsentiert O & K den neuen Raupenbagger RH 6.5. Das Herz des neuen Baggers ist ein turbogeladener Cummins-Dieselmotor mit integrierter Ladeluftkühlung. Der Sechszylinder leistet 113 kW bei 1.900 U/min. Ein weiteres Kernstück der neuen Leistungsdimension ist die verbesserte Kinematik. Die Ausschütt- und Durchschwenkwinkel wurden optimiert. Die Hydraulikzylinder verfügen über deutlich mehr Hub an Stiel und Ausleger und erzeugen so ein besonders großes Kraftdreieck, welches für kraftvolle und schnelle Arbeitsbewegungen sorgt. Auch der neue O & K verfügt über einen Power-Booster, der in extremen Situationen nochmals eine kurzfristige Steigerung des Arbeitsdruckes bewirkt. Erfreulich: vorhandene RH-6-Grabgefäße können auch weiterhin genutzt werden.

Eine neuentwickelte, O & K-spezifische Regenerativschaltung ermöglicht das energielose Absenken der Ausrüstung mit optimaler Senkgeschwindigkeit. Das spart Kraftstoff, wobei die freigesetzte Senkleistung anderen Verbrauchern zur Verfügung steht. Der RH 6.5 besitzt einen neuen Unterwagen mit automatischer Fahrumschaltung. Lastabhängig vom Fahrdruck erfolgt ein Herauf- oder Herunterschalten zwischen dem ersten und zweiten Gang. Das erhöht sowohl Bedienkomfort als auch Sicherheit. Als größerer Bruder wartet der Raupenbagger RH 12.5 in der 35-t-Klasse ebenfalls mit neuer Kinematik, neuem Cummins-Motor und neuem Unterwagen mit automatischer Fahrumschaltung auf. Mit 186 kW Motorleistung und einem Standard-Löffelinhalt von 2,0 m3 empfiehlt er sich als Leistungsträger für besonders schwere Einsätze.

 



Case-Hydraulikhämmer auf der Intermat 2000

Fünf der insgesamt elf Hydraulikhämmer der Baureihe von 110 bis 3.150 kg Betriebsgewicht bietet Case nunmehr in einer schallgedämpften Baureihe an. Es handelt sich um die leichteren, bei innerstädtischen Abbrüchen eingesetzten Hydraulikhämmer. In Übereinstimmung mit den Standards der ISO 4872 wurden die Geräuschpegel von 85 dB(A) bei zehn Metern Abstand für die drei kleineren Modelle gemessen und bei unter 20 m Abstand für die größeren Hämmer CB 620 S und CE 620 S. Alle Case-Hämmer werden auf dem deutschen Markt über die Vertriebs- und Serviceorganisation von Case Poclain in Heidelberg und 25 Handelspartner vermarktet.


Case Hydraulikhammer





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