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[Die Industrie der Steine + Erden]






Umlage 1998



Der Vorstand der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft hat in seiner Sitzung am 21. April diesen Jahres u.a. die Umlagerechnung des Jahres 1998 abgenommen und den Beitragsfuß festgesetzt sowie über die Beitragssätze zum Lastenausgleich und zum Insolvenzgeld befunden. Des weiteren wurde die Höhe des Beitragsvorschusses 1999 festgelegt. Die Beratungen ergaben folgende Beschlußfassung:

Der Beitragsfuß beträgt 7,50 DM für 1.000 DM Entgelt in der Gefahrklasse 1 nach folgender Berechnung:

Umlagesoll =

311.246.459,44 DM

./. Anteil fremdartiger
Nebenunternehmen =

23.912.501,54 DM

   

restliches Umlagesoll =

287.333.957,90 DM x 1000

   

Beitragseinheiten =

38.311.194.386

 

Der Beitragssatz für den Anteil am Lastenausgleich beträgt 0,9532 DM für 1.000 DM Entgelt nach folgender Berechnung:

Anteil Lastenausgleich = 7749.292,58 DM x 1000

anrechnungsfähiges Entgelt*) = 8.130.545.152

 

*) Ein Freibetrag bis 209.000 DM je Unternehmen bleibt außer Ansatz und damit beitragsfrei. Ebenso beitragsfrei bleiben die Versicherungssummen der freiwillig Versicherten.

 

Der Beitragssatz für den Anteil am Insolvenzgeld beträgt 1,8379 DM für 1.000 DM Entgelt nach folgender Berechnung:

Anteil Insolvenzgeld =

16.900.115,86 DM x 1000

anrechnungsfähiges Entgelt**) =

9.195.566.900

 

**) Einen Freibetrag sieht das Gesetz hier nicht vor. Beitragsfrei bleiben lediglich die Versicherungssummen der freiwillig Versicherten sowie die Entgelte der Versicherten in den Unternehmen, die nach Insolvenzeröffnung durch einen Insolvenzverwalter weitergeführt wurden.

Der Beitragsvorschuß 1999 wird in Höhe von 100 Prozent des Gesamtumlagebeitrags 1998 eingehoben. Auferlegte Beitragszuschläge oder gewährte Beitragsnachlässe bleiben dabei unberücksichtigt.

Ratenzahlungen zum
1. Juni - 15. September - 1. Dezember
dieses Jahres wurden eingeräumt.

Zahlungen und Schriftwechsel in Beitragsangelegenheiten richten Sie bitte unter Angabe Ihrer Mitgliedsnummer an die Hauptverwaltung der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Postfach 10 15 40, 30836 Langenhagen.

Einzahlungskonto:
Norddeutsche Landesbank Hannover, Konto Nummer 101 358 711, Bankleitzahl 250 500 00.


Verteilung der Ausgaben 1998




Verteilung der Ausgaben 1998

Medizinische und soziale Rehabilitation/Geldleistungen= Ambulante und stationäre Heilbehandlung, Berufshilfe, Renten etc.Prävention= Persönliche und sächliche Verwaltungskosten des Geschäftsbereichs Prävention, Kosten der arbeitsmedizinischen Vorsorge, Kosten der Ausbildung von Sicherheitsfachkräften etc.Vermögensaufwendungen= Beitragsnachlässe, Ausgaben für die gemeinsam getragene Last (Lastenausgleich), Mittel für Insolvenzgeld, Zuführungen zu den Betriebsmitteln und zur Rücklage etc.Verwaltungs- und Verfahrenskosten= Persönliche und sächliche Verwaltungskosten, Aufwendungen für die Selbstverwaltung, Kosten der Unfall-untersuchungen und der Feststellung der Entschädigungen, Kosten der Widerspruchstelle etc.

Bemerkungen zur Umlage 1998


Umlagerechnung 1998
Umlagerechnung 1998 (163 KB)

Allgemeines
Die Berufsgenossenschaften bringen die Mittel zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben im Wege der nachträglichen Bedarfsdeckung durch Beiträge auf. Der Bedarf wird nach Ablauf eines Geschäftsjahres in Form der Umlagerechnung (Gewinn- und Verlustrechnung) ermittelt. Der sich daraus regelmäßig ergebende Überschuß der Ausgaben ist das Umlagesoll, welches auf die zugehörigen Unternehmer nach Maßgabe des Unternehmensumfanges (anrechnungsfähiges Entgelt) und der Unternehmensgefahr (Veranlagung nach Gefahrklassen) umgelegt wird. Neben dem Bedarf der Berufsgenossenschaft ist von den Unternehmern der Anteil am Lastenausgleich ( 176 ff SGB VII) und der Anteil am Insolvenzgeld ( 358 ff SGB III) nach dem Umlageverfahren aufzubringen.

Entwicklung 1998 und Prognose für das Jahr 1999

Die Produktion der Steine und Erden-Industrie wird von der Wirtschaftslage des Baugewerbes als ihrem hauptsächlichen Abnehmer bestimmt. Witterungsbedingt nahm die Produktion zu Jahresbeginn 1998 deutlich zu, aber im Verlauf des Jahres zeigte sich, daß die Baukonjunktur noch zu schwach ist, um positive Anstöße auf die Branchenproduktion zu liefern. Längerfristig werden von der Baukonjunktur auch wieder positive Impulse für die Branche ausgehen, relativ starke Schwankungen parallel zu Baukonjunktur bleiben als Problem aber bestehen (Quelle: Branchenprognose der volkswirtschaftlichen Abteilung der NORD/LB Hannover).

Umlage zur Berufsgenossenschaft
Der Umlageanteil zur Berufsgenossenschaft beläuft sich auf 311.246.459,44 DM. Im Vorjahr lautete diese Zahl 314.222.960,50 DM. Der Rückgang um rd. 3 Mio. DM (-0,95 %) ist im wesentlichen auf die Stagnation der Ausgaben, eine leichte Steigerung der Einnahmen durch Beitragsabfindungen sowie auf eine zur Beitragsfußstützung vorgenommene Kapitalentnahme zurückzuführen. Darüber hinaus hat die um 2,5 Mio. DM geringere Rücklage-überschreitung zur allgemeinen Volumenverringerung beigetragen.Die Aufwendungen für medizinische und soziale Rehabilitation sowie für Geldleistungen haben sich im Gleichklang mit dem Rückgang der Unfallzahlen gegenüber 1997 vermindert, und zwar um 0,9 % (rd. 2,2 Mio. DM). Damit konnten zum ersten Mal seit zwölf Jahren in dieser Ausgabengruppe geringere Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. Minderausgaben, insbesondere im Bereich der stationären Heilbehandlung, haben Mehrausgaben, vorwiegend im Bereich der sozialen Rehabilitation, inzwischen mehr als kompensiert. Zusätzlich ist bei den Rentenleistungen ebenfalls ein - wenn auch geringfügiges - Minus von 0,46% (= 846 TDM) eingetreten. Der Vorstand hat wegen der momentanen Wirtschaftslage durch eine Entnahme aus den Betriebsmitteln in Höhe von rd. 1,7 Mio. DM den rechnerischen Beitragsfuß von 7,5431884994 DM auf 7,50 DM reduziert. Per 31.12.1998 beträgt das Eigenkapital (Betriebsmittel-Soll) damit 224.247.109,38 DM. Es dient vorwiegend zur Deckung der Ausgaben in der einnahmearmen Zeit vom 1. Januar bis zur Fälligkeit der 1. Beitragsvorschußrate am 1. Juni.

Umlage zum Lastenausgleich
Die gewerblichen Berufsgenossenschaften haben übermäßige Belastungen an Renten oder Entschädigungsleistungen untereinander auszugleichen, wenn der Rentenlastsatz einer Berufsgenossenschaft das Viereinhalbfache des durchschnittlichen Rentenlastsatzes aller Berufsgenossenschaften oder der Entschädigungslastsatz einer Berufsgenossenschaft das Fünffache des durchschnittlichen Entschädigungslastsatzes übersteigt bzw. wenn sich der Rentenlastsatz einer Berufsgenossenschaft innerhalb von fünf Jahren auf mehr als das Eineinhalbfache unter Zugrundelegung des durchschnittlichen Rentenlastsatzes erhöht. Der Rentenlastsatz ist das Verhältnis der Aufwendungen für Renten, Abfindungen und Sterbegeld zu den beitragspflichtigen Entgelten. Der Entschädigungslastsatz ist das Verhältnis aller Entschädigungsleistungen zu den beitragspflichtigen Entgelten ( 177 SGB VII). Die Ausgleichslast verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,88 % und betrug für das Jahr 1998 insgesamt 840,4 Mio. DM (1997 = 883,5 Mio. DM). Ausgleichsberechtigt sind die Bergbau-Berufsgenossenschaft und die Binnenschiffahrts-Berufsgenossenschaft. Alle anderen Berufsgenossenschaften sind ausgleichspflichtig. Der Anteil der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft am Lastenausgleich beläuft sich auf 7.836.449 DM (Vorjahr = 8.340.925 DM). Der Betrag erhöht sich noch um Beitragsausfälle in Höhe von rd. 7 TDM und ermäßigt sich um Beitragseinnahmen aus früheren Jahren in Höhe von rd. 93 TDM sowie um eine Rückzahlung aus der Korrekturumlage 1997 in Höhe von rd. 1 TDM, so daß per Saldo rd. 7.749.293 DM auf die zugehörigen Unternehmer nach den maßgeblichen Entgelten umzulegen sind. Der gemäß 180 SGB VII zu berücksichtigende Freibetrag liegt für 1998 bei 209.000 DM. Soweit die Entgeltsumme eines Unternehmens diesen Betrag nicht erreicht, wird ein Beitrag für den Lastenausgleich nicht berechnet.

Umlage zum Insolvenzgeld
Seit Einführung des Gesetzes über Konkursausfallgeld im Jahr 1974 sind von der deutschen Wirtschaft die von der Bundesanstalt für Arbeit geleisteten Konkursausfallgeld-Zahlungen - jetzt Insolvenzgeld - zu erstatten. Diese Erstattung erfolgt mit Hilfe der Unfallversicherungsträger im Wege einer besonderen Umlage.Der Forderungsbetrag der Bundesanstalt für Arbeit für Insolvenzgeld-Zahlungen beträgt für das Jahr 1998 insgesamt 2,0 Mrd. DM (1997 = 2,3 Mrd. DM).Der Umlageanteil der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft am Insolvenzgeld beläuft sich auf 17.106.791,00 DM (Vorjahr = 19.455.307,13 DM). Der Betrag erhöht sich noch um Beitragsausfälle in Höhe von rd. 24 TDM und ermäßigt sich um Beitragseinnahmen aus früheren Jahren in Höhe von rd. 227 TDM sowie um eine Rückzahlung aus der Korrekturumlage 1997 in Höhe von rd. 4 TDM, so daß per saldo 16.900.115,86 DM auf die zugehörigen Unternehmer umzulegen sind. Der Beitrag für das Insolvenzgeld wird in gleicher Weise berechnet wie jener im Rahmen des Lastenausgleichs, jedoch mit der Einschränkung, daß ein Freibetrag nicht eingeräumt wird.Fazit:Auf der Basis des seit dem 1. Januar 1997 geltenden Gefahrtarifs hat sich die Summe der Beitragseinheiten - infolge rückläufiger Gesamtentgelte (-1,87 %) - um 3,19 % verringert. Dem steht eine Minderung des BG-Umlagesolls von 0,95 % gegenüber. Weil von den beiden Berechnungsfaktoren eine mathematische Wechselwirkung ausgeht (Fallen die Beitragseinheiten stärker als das Umlagesoll, steigt der Beitragsfuß), wird der letztjährige Beitragsfuß von 7,37 DM überschritten. Daß sich die Verringerung der Beitragseinheiten stärker als der Rückgang der Entgelte auswirkt, steht im Zusammenhang mit der seit einigen Jahren zu beobachtenden Verschiebung der Lohnsummenstruktur in den Gewerbezweigen zu Gunsten der kaufmännisch/technischen Verwaltungstätigkeit, welche sich auch 1998 fortgesetzt hat. Danach wird - mit steigender Tendenz - rund ein Drittel der Lohnsummen im kaufmännisch/technischen Bereich der Unternehmen verdient, während in den Produktionsbereichen durchgehend eine rückläufige Entwicklung zu verzeichnen ist.

Statistische Übersichten





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