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Einheitlicher EU-Führerschein bringt Befristung der Lkw-Fahrerlaubnis

Künftig Gesundheitsüberprüfung alle fünf Jahre

Mit der zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Fahrerlaubnisverordnung gibt es ihn nun auch in der Bundesrepublik: den neuen, einheitlichen EU-Führerschein. Der "Neue" im handlichen Scheckkartenformat ist benutzerfreundlicher als das alte Papiermodell, außerdem enthält die neue Plastikkarte zahlreiche Merkmale, die ihn vor Fälschungen schützen.

Mit der Anpassung ändern sich auch die Klasseneinteilungen; außerdem müssen sich die Bundesbürger an neue Bezeichnungen gewöhnen, denn an die Stelle des vertrauten Zahlensystems tritt nun eine Buchstaben-Klassifikation. So wird aus der für den Bereich der Steinbruchs-BG wichtigen Fahrerlaubnisklasse 2 die neue Klasse C bzw. CE (mit Anhänger). Das Führen von Lkw bis 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht - bisher mit Klasse-3-Schein möglich - erfordert zukünftig die Klasse C1 bzw. C1E. Bei Neuerwerb des Führerscheins C/CE (Lkw über 3,5 t zulässigen Gesamtgewicht) wird dieser generell zunächst nur für fünf Jahre erteilt

Auch wenn seit Jahresbeginn nur noch der "Neue" ausgestellt wird, bleiben die alten Führerscheine weiterhin gültig. Wer seinen Schein nach dem alten Fahrerlaubnisrecht erworben hat, darf alle Fahrzeuge und Züge, die er damit bisher bewegt hat, auch in Zukunft führen. Ein Umtausch ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

 

Änderungen für ältere Lkw-Fahrer

Für einen Teil der älteren Lkw-Fahrer bringt die Fahrerlaubnisverordnung wesentliche Änderungen. Wurde der Klasse-3-Schein vor dem 31. Dezember 1998 erworben, bleibt alles beim alten: Bei einer Umstellung auf die neue Klasse C1 bzw. C1E für Lkw zwischen 3,5 und 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht bzw. Züge mit einem Anhänger, dessen zulässige Gesamtmasse die Leermasse des Zugfahrzeuges nicht überschreitet, ändert sich nichts.

Auf Antrag erhalten Inhaber der alten Führerscheinklasse 3 auch die Fahrerlaubnis C/CE mit einer Beschränkung auf bisher in Klasse 3 fallenden Züge - hierzu zählen vor allem dreiachsige Züge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 12 t oder Fahrzeugkombinationen aus einem Zugfahrzeug zwischen 3,5 und 7,5 t und einem Anhänger, dessen zulässiges Gesamtgewicht die Leermasse des Zugfahrzeuges überschreitet. Diese, eingeschränkte Klasse C/CE wird allerdings nur bis zum 50. Lebensjahr befristet erteilt. Inhaber der alten Führerscheinklasse 2 (jetzt: C /CE) müssen bei Erreichen dieser Altersgrenze ebenfalls ihre Fahrerlaubnis verlängern lassen.

 

Verlängerung erst nach Gesundheitscheck

Voraussetzung für die jeweils auf fünf Jahre befristete Verlängerung ist der Nachweis über ausreichendes Sehvermögen und eine ärztliche Bescheinigung aus der hervorgeht, daß keine für das sichere Führen eines Kraftfahrzeuges bedeutsamen Beeinträchtigungen vorliegen.

Spezielle Übergangsfristen gelten für diejenigen, die bei Inkrafttreten der neuen Fahrerlaubnisklassen bereits 50 Jahre alt sind oder das 50. Lebensjahr bis zum 31. Dezember 1999 vollenden. Wer vor dem 1.1.2000 das 50. Lebensjahr vollendet (hat), muß den Umtausch spätestens bis zum 31.12.2000 durchführen.

 

Der Sehtest

Der Sehtest gilt als bestanden, wenn die Tagessehschärfe mit oder ohne Sehhilfe auf dem einen Auge mindestens 0,8 und auf dem anderen 0,5 der vollen Sehschärfe beträgt. Werden diese Werte nur mit Korrektur (Brille, Kontaktlinsen) erreicht, darf die Sehschärfe auf keinem Auge weniger als 0,05 betragen. Eine Korrektur mit Gläsern ist bis maximal +/- 8,0 Dioptrien zulässig.

Was die Größe des Gesichtsfelds betrifft, sieht die Fahrerlaubnisverordnung in der Horizontalen beidäugig einen Wert von 70 Grad nach rechts und links vor. Vertikal sind 40 Grad nach unten erforderlich. Doppeltsehen und Schielen - auch zeitweilig - sind nicht zulässig.

 

Konzentriert, reaktionsschnell und belastbar

Bei der von einem Arzt vorgenommenen Gesundheitsuntersuchung - diese kann auch beim Hausarzt erfolgen - wird zum einen die Reaktionsfähigkeit überprüft. Außerdem geht es darum, inwieweit der Fahrer belastbar ist und wie es um seine Orientierungs- und Konzentrationsleistung bestellt ist.

Darüber hinaus untersucht der Arzt, ob die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit durch etwaige Krankheiten beeinträchtigt wird. Hierzu gehören etwa

  • Störungen des Herz-/Kreislaufsystems,
  • schwere Bluterkrankungen,
  • Diabetes,
  • Erkrankungen des Nervensystems bzw. Störungen der Sinnesorgane,
  • Körperbehinderungen,
  • psychische Erkrankungen und Sucht.

In Zweifelsfällen, bei denen unklar ist, inwieweit die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist, wird ein Facharzt hinzugezogen.

Bei Fragen zu den wichtigsten Neuerungen mit der Einführung des EU-Führerscheins kann man sich an die zuständige örtliche Fahrerlaubnisbehörde wenden.





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