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[Die Industrie der Steine + Erden]






Der Beitrag bleibt stabil!

Vor wenigen Tagen haben die unserer Berufsgenossenschaft zugehörigen Unternehmer ihren Beitragsbescheid erhalten. Die Beiträge zur Berufsgenossenschaft sind ein Thema, dem naturgemäß große Bedeutung zukommt und das seitens unserer Mitgliedsfirmen auch mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wird. Nähere Informationen zu diesen Beiträgen finden Sie im Artikel Umlage 1998 in dieser Onlineausgabe unseres Mitteilungsblattes. Ich möchte deshalb hier nur auf eine Frage eingehen, die sich für jeden Empfänger dieser Beitragsbescheide stellt: Wie hat sich der Beitrag im Vergleich zum Vorjahr entwickelt?" Die Antwort lautet: "Im Ergebnis hat sich kaum etwas verändert; die Höhe des Gesamtbeitrags ist praktisch gleichgeblieben."Wenn ich vom "Gesamtbeitrag" rede, so meine ich damit nicht nur die Kosten zur Deckung der Ausgaben der Berufsgenossenschaft, sondern auch die finanziellen Belastungen der Unternehmer durch die beiden Fremdumlagen, nämlich den Beitrag für den Anteil am Lastenausgleich sowie für das Konkursausfallgeld, welches seit dem 1. Januar 1999 die Bezeichnung Insolvenzgeld hat. Von den beiden letztgenannten Rechnungsposten mußte insbesondere das Insolvenzgeld, welches der Bundesanstalt für Arbeit von der deutschen Wirtschaft mit Hilfe der Unfallversicherungsträger im Wege einer besonderen Umlage zu erstatten ist, in den vergangenen Jahren enorme Steigerungen erfahren. Erfreulicherweise hat sich dieser Anstieg im Geschäftsjahr 1998 nicht fortgesetzt, sondern es ist - ebenso wie beim Anteil am Lastenausgleich, mit dem die gewerblichen Berufsgenossenschaften übermäßige Belastungen an Renten oder Entschädigungen untereinander auszugleichen haben - ein Rückgang bei dieser Umlageposition um 13 Prozent bzw. - beim Lastenausgleich - um 7 Prozent eingetreten, der sich auch auf die Höhe der betreffenden Beitragssätze ausgewirkt hat; insoweit ist also eine spürbare Beitragssenkung erfolgt.Es bleiben also noch die Kosten für die Umlage zur Berufsgenossenschaft, genauer gesagt, die Höhe dieses "eigentlichen" BG-Beitrags, die nicht nur von der jeweiligen Entgeltsumme des Unternehmens sowie den Gefahrklassen, sondern auch einem dritten Berechnungsfaktor, dem jährlich neu festzusetzenden Beitragsfuß abhängt. Dieser Beitragsfuß, der maßgeblich von der Höhe des aufzubringenden Umlagesolls, aber auch von der Höhe der Gesamtentgelte beeinflußt wird, mußte leicht angehoben werden, weil sich die Aufwendungen der Berufsgenossenschaft zwar verringert haben, bei den nachgewiesenen Gesamtentgelten aber infolge der ungünstigen konjunkturellen Entwicklung im Baubereich, die sich auch im Steine und Erden-Sektor ausgewirkt hat, ein noch etwas stärkerer Rückgang eingetreten ist. Fazit: Durch die Entgeltentwicklung war eine Anhebung des letztjährigen Beitragsfußes von 7,37 DM um 1,76 % auf 7,50 DM erforderlich. Bei dem Beitragsfuß handelt es sich um eine reine, von der Entgelt- und Ausgabenentwicklung abhängige Rechengröße, welche für sich gesehen nichts über die Höhe des vom einzelnen Unternehmen zu zahlenden Beitrags aussagt. Erst in Verbindung mit den errechneten Beitragseinheiten ergibt sich der Einzelbetrag. Unabhängig von der Entwicklung des individuellen Beitragsanteils zur Berufsgenossenschaft dürfte die angeführte Senkung bei den beiden anderen Umlageposten insgesamt sogar zu einer Entlastung geführt haben.Gestatten Sie mir aber auch an dieser Stelle erneut den Hinweis, daß sich die Beiträge zur Berufsgenossenschaft am wirkungsvollsten durch eine intensive Präventionsarbeit verringern lassen, deren Erfolge sich nicht nur langfristig zeigen, sondern jährlich und auch dieses Mal wieder aktuell in Form der Nachlässe im Rahmen des Beitragsausgleichsverfahrens, mit welchem Unfallfreiheit bzw. ein nur geringes Unfallaufkommen mit speziellen Beitragsnachlässen belohnt wird, zum Ausdruck kommen.Immerhin waren es dieses Mal fast 20 Millionen DM, welche auf die Bankkonten unserer Mitgliedsfirmen zurückgeflossen sind.

Willi Lange Ihr
Willi Lange




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