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Schockieren oder belehren?

Neue Untersuchung zur Wirkung von Autobahnplakaten

Welche Art von Autobahnplakaten spricht Autofahrer am stärksten an? Eine wissenschaftliche Untersuchung im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates hat jetzt gezeigt, daß die Kontroverse zwischen den Befürwortern von schockierenden Plakaten einerseits und von witzigen oder belehrenden Plakaten andererseits nicht generell zu entscheiden ist. Vielmehr kommt es auf bestimmte Kriterien an, die von den Plakatmotiven erfüllt werden müssen, damit sie von den Kraftfahrern angenommen werden.

Demnach muß ein Motiv die Aufmerksamkeit des Fahrers erregen, schnell erfaßbar und verständlich sein.

Ein Plakat muß dem Fahrer zudem die Möglichkeit eröffnen, eigenverantwortlich zu handeln. Plakate dürfen keine Bevormundung beinhalten. Sie müssen das Besondere des Autobahnfahrens berücksichtigen und eine Belebung und Bereicherung der auf den Autobahnen häufig erlebten Eintönigkeit darstellen.

Rein belehrende Plakate führen meist nicht zu den gewünschten Verhaltensänderungen. Insbesondere junge Fahrer fühlen sich durch die Machart an Autoritäten erinnert, von denen sie sich distanzieren wollen. Witzige Plakate dagegen werden oftmals nicht akzeptiert, weil sie nicht den Ernst der Situation reflektieren. Schockierende Plakate können nach dem ersten Aufmerksamkeitseffekt zu Ablehnung und Verdrängung führen, wenn keine Handlungsalternativen eröffnet werden.

Erfreulich ist, daß die aktuellen und geplanten Autobahnplakate des DVR und der Berufsgenossenschaften bei der Untersuchung als sehr gut beurteilt wurden.



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