Technik

thyssenkrupp stellt größten Kreiselbrecher der Welt vor

Der Größte seiner Art

Auf der Weltleitmesse Bauma 2016 stellte der Geschäftsbereich Industrial Solutions von thyssenkrupp, einer der führenden Anbieter für Planung, Bau und Service rund um industrielle Anlagen und Systeme, erstmals den weltweit größten Kreiselbrecher vor. Der KB 63-130 fällt mit 490 Tonnen Gewicht deutlich leichter aus als sein Vorgängermodell – und das trotz des um rund 14 % gesteigerten Kegeldurchmessers von 130 Inch (rund 3,3 Meter).

Mit einem Durchsatz von bis zu 14.000 t/h erreicht der neue Kreiselbrecher eine Leistungssteigerung von mehr als 30 % im Vergleich zum Vorgänger. Die Neuentwicklung wiegt deutlich weniger, weil sich die Brechtechnik-Spezialisten vom üblichen Konstruktionsprinzip verabschiedet haben. „Die Faustformel lautete früher: Mit wachsendem Durchmesser muss auch die Bauhöhe zunehmen“, erklärt Detlef Papajewski, Leiter des Bereichs Mineral Processing, thyssenkrupp Industrial Solutions. „Weil aber der Anwender in der Regel nur einen größeren Durchmesser braucht, um die Leistung zu erhöhen, ist der Typ KB 63-130 trotz des größeren Kegeldurchmessers nun genauso hoch wie die anderen Brecher der 63 Inch-Baureihe.“

Mehr Leistung

Auch mit seiner Antriebsleistung von 1.500 kW setzt der KB 63-130 technisch neue Maßstäbe. Er löst den Mitte der 1990er-Jahre von thyssenkrupp entwickelten Kreiselbrecher des Typs KB 63-114 ab, der unter anderem in der größten Goldmine der Welt in Indonesien in Betrieb ist. Die 30-prozentige Durchsatzsteigerung in Verbindung mit der deutlichen Gewichtsreduzierung gegenüber dem Vorgängermodell ließ sich nur durch die Verknüpfung von bewährten FEM Berechnungen (FEM = Finite Element Method) in Kombination mit modernsten DEM Simulationen (DEM = Discrete Element Method) erzielen. Die Konstrukteure haben die Gehäuseteile in dem von anderen thyssenkrupp Kreiselbrechern bekannten „Fischbauchdesign“ entworfen. Dieses speziell von thyssenkrupp entwickelte Design reduziert die Spannungen im Brechergehäuse und trägt trotz gewichtsoptimierter Bauweise zur höheren Belastbarkeit bei. Technische Besonderheiten des neuen Brechers sind unter anderem das drehbare Vorgelege zum Einstellen des Zahnflankenspiels sowie die Exzenterlagerung mit oben angeordnetem Kegelrad. Neben einer besseren Auswuchtung der Maschine erlaubt die neue Lagerung eine deutlich kompaktere Bauweise sowie eine wartungsfreundliche Montage und Demontage.

Gewichtsreduzierung

Der neue Kreiselbrecher weist darüber hinaus die typischen Eigenschaften dieser Baureihe auf: Wenn er beispielsweise in einer semi-mobilen Brecheranlage zum Einsatz kommt, lässt sich das Gewicht des Kreiselbrechers vor dem Versetzen durch Ausbau von Bauteilen um rund 200 Tonnen reduzieren. Dabei handelt es sich um Anlagenkomponenten, wie etwa die schwere, mit Brechwerkzeugen bestückte Achse, die sich auch zu Wartungszwecken leicht ausbauen lassen.

Kreiselbrecher
Im Vergleich zum Vorgängermodell erreicht der neue Kreiselbrecher 30 Prozent mehr Leistung.
 
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