Technik

Beumer-Förderanlage in Thailand in Betrieb genommen

Schwieriges Gelände gemeistert

Mit dem neugeschaffenen Bereich Conveying & Loading Systems (CL Systems) entwickelt und realisiert die Beumer Group weltweit komplexe Systemlösungen für unterschiedliche Branchen wie Bergbau oder die Zementindustrie. Zu den Anwendern, bei denen Beumer erfolgreich eine Förderanlage in Betrieb genommen hat, gehört die TPI Polene Public Company Ltd. Der drittgrößte Zementhersteller in Thailand transportiert mit dieser komplexen Systemlösung gebrochenen Kalkstein vom Steinbruch zum Mischbett.

„Die Herausforderung bestand in der Beschaffenheit des Geländes zwischen Steinbruch und Zementwerk“, erklärt Dr. Andreas Echelmeyer, der seit August 2015 die Abteilung Conveying and Loading Systems bei der BEUMER Group am Hauptstandort in Beckum leitet. Denn diese ist ausgesprochen anspruchsvoll. „Wir mussten nicht nur zahlreiche Hindernisse, sondern auch eine steil abwärts führende Förderstrecke berücksichtigen.“ Das Team plante ein komplexes, aber vor allem wirtschaftliches Gesamtsystem aus insgesamt acht Gurtförderern mit einer Streckenlänge von 6.129 Metern. Zudem lieferte Beumer eine PLC-Anlagensteuerung, Übergabe- und Filtersysteme sowie Fremdkörperabscheider.

Ausgelegt ist das System für eine Förderleistung von 2.200 t/h. Das Kernstück des Kalksteintransports besteht aus zwei hangabwärts führenden, generatorisch betrieben Gurtförderern gefolgt von einem Muldengurtförderer mit Horizontalkurven. Das Material gelangt vom Brecheraustragsband zu den ersten beiden Muldengurtförderern. Anschließend wird das Fördergut über ein Beschleunigungsband mit der Geschwindigkeit von 2,6 m/s auf den langen Overland-Conveyor mit v= 4,5 m/s übergeben. Drei weiterführende Förderer transportieren das Material schließlich zum Mischbett.

Wirtschaftlicher Betrieb

Ein besonderes Merkmal der hangabwärts führenden Förderer ist ihre Energieerzeugung. Mit insgesamt 640 kW/h erzeugte Energie, die ins Stromnetz eingespeist wird, tragen sie maßgeblich zu einem wirtschaftlichen Betrieb des Gesamtsystems bei. „Wir haben sehr viel Erfahrungen mit kurvengängigen, generatorisch betriebenen Fördersystemen“, erläutert Dr. Echelmeyer. Hierbei ist z.B. das gezielte und sichere Stillsetzen der Großbandanlage sicherzustellen, um auch bei unvermeidbaren Ereignissen, wie z.B. einem Stromausfall, Probleme auszuschließen. Um den Abzug aus dem Mischbett zu bedienen und die Mühlenvorbunker der Rohmühlen mit dem Material zu beschicken, lieferte Beumer weitere vier Bandanlagen mit einer Gesamtlänge von 989 Metern. Alle Förderer konnten in nur elf Monaten gebaut und montiert werden. Nach der Inbetriebnahme-Phase von drei Monaten folgten noch Leistungstests. Anschließend übergab das Team dem Kunden die Gesamtanlage. „Um einen dauerhaft einwandfreien Betrieb sicherzustellen, haben wir die Montage und die Inbetriebnahme betreut und überwacht“, betont Dr. Echelmeyer. „Dies ist stets Bestandteil unserer Leistung.“ Zum Standardlieferumfang gehört zudem eine intensive Schulung des Bedien- und Wartungspersonals.

Muldengurtförderer
Für den thailändischen Zementhersteller TPI Polene Public Company lieferte Beumer unter anderem einen horizontalkurvengängigen Muldengurtförderer mit einer Länge von 3,5 Kilometern.
 
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