Technik

Restaurierung des Potsdamer Stadtschlosses

Auf der Straße der Geschichte

Es war ein historischer Moment, als 2005 bekannt gegeben wurde, dass das Potsdamer Stadtschloss, das zu DDR-Zeiten komplett abgerissen worden war, nach altem Vorbild wieder aufgebaut werden sollte.

Es folgte bald der Spatenstich zu dem Wiederaufbauprojekt, welches das Ziel hatte, nach und nach die ursprüngliche Fassade mithilfe von Originalsubstanz zu rekonstruieren. Mittlerweile residiert in den sanierten Gebäuden der Brandenburger Landtag. Wer jetzt über die rötlichen und grau gefärbten Pflastersteine vor dem Potsdamer Stadtschloss am Alten Markt spazieren geht, ahnt nicht, welche Geschichte sich darunter verbirgt. Der Bodenbelag vor dem Neuen Landtag und am Alten Markt besteht aus rötlichen Granitgroßpflastersteinen mit geflammter Oberfläche. Diese stammen aus dem Belgrano-Naturstein-Sortiment des Berliner Unternehmens Besco. Das Unternehmen lieferte von 2012 bis 2013 rund 2.500 m² Pflasterplatten sowie diverse Rinnensteine, Stufenanlagen und Sonderelemente. Etwa für den Haupteingang zum Landtagsgebäude, dem ebenfalls rekonstruierten Fortunaportal, fertigte Besco 150 Exklusivplatten, bei denen jedes Element eine Unikatlösung ist.

Fortunaportal
Bei dem durch Spenden wieder errichteten Fortunaportal kamen 150 einzeln angefertigte Platten aus Belgrano-Stein zum Einsatz.

Vorgaben der Denkmalpflege

Die Denkmalpflege bestand beim Stadtschloss Potsdam darauf, dass der gleiche äußerst feinkörnige Granit verarbeitet werden sollte wie am Alten Landtag und dieser somit als ein verbindendes Element zwischen Gegenwart und Vergangenheit fungiert. Gleiches galt für die rötlich bunte Pflasterfläche, die dem historisch verbauten Material und zugleich den heutigen Ansprüchen an die Barrierefreiheit entsprechen sollten. Am angrenzenden Filmmuseum wurden rund 500 Tonnen geschnittene Blöcke, Bodenplatten und Blockstufen aus dem Granitstein Leuco-Gabbro geliefert und damit die drei großen Pflanzflächen auf dem Vorplatz eingerahmt. Das Konzept der WES LandschaftsArchitektur Hamburg Berlin sah einen übersichtlichen Pflasterverband vor, der die Flächen abwechslungsreich gestalten sollte. Um diesen Effekt zu erzielen, wurde in der Umgebung des Neuen Landtags in Potsdam hauptsächlich der Granitstein Leuco-Gabbro als Einfassungselement und für die Pflasterfläche eine rötliche Auswahl an Hartgesteine mit geflammter Ausführung verwendet. Der Farbcharakter der Natursteine bildet sich jeweils durch die Zusammensetzung verschiedener Mineralien aus.

Orientierungspunkt in der Stadt

Das markante Potsdamer Schloss stellte in der Vergangenheit eine wichtige Orientierung innerhalb der schachbrettförmigen Stadt dar. Es ragte schräg in das Zentrum hinein, womit seine Bedeutung als Schnittpunkt der Straßenachsen noch einmal eindrucksvoll unterstrichen wurde. Der Verlust des historischen Gebäudes, das auch als Aushängeschild für die brandenburgische Hauptstadt galt, wog schwer. Mit der Rekonstruktion des historischen Juwels durch den Sanierungsträger ProPotsdam wurde zudem im Zusammenspiel mit den Gebäuden am Alten Markt einer der schönsten Plätze Europas wiederbelebt.

Belgrano-Pflastersteine vor dem Stadtschloss
Große graue Belgrano-Pflastersteine, hier Granitplatten nach historischem Vorbild, wurden in einem regelmäßigen Muster verlegt, was den klassischen Charakter des Stadtschlosses unterstreicht.
 
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