Technik

Sprenglochbohrgerät Hausherr HSB 3000

Eiskalter Einsatz in Kasachstan

Ein eiskalter Einsatz stand im Januar für zwei Techniker der Hausherr System Bohrtechnik auf dem Programm. Etwa 4.000 Kilometer von Deutschland entfernt, in der nordkasachischen Provinz Qostanay, wurde ein neues Sprenglochbohrgerät vom Typ HSB 3000 in Betrieb genommen.

Das kontinental geprägte Klima in dieser rohstoffreichen und fruchtbaren Steppenlandschaft lässt die Temperaturen im Winter auf bis zu - 40°C absinken und im Sommer auf bis zu + 40°C ansteigen. Diese Bedingungen stellen insbesondere in den Wintermonaten harte Anforderungen an Mensch und Maschine und erfordern teilweise erhebliche Anpassungen. Bei Temperaturen von unter -30°C und teils heftigem Schneesturm fand dieser Ersteinsatz in einer Gold- und Kupfererzmine eines russischen Rohstoffkonzerns statt. Hier werden jährlich etwa 50 Millionen Tonnen teils erzhaltiges Gestein durch Bohren und Sprengen gelöst, aus dem in der angeschlossenen Weiterverarbeitungsanlage etwa 4.000 Tonnen Kupfer und 3 Tonnen Gold gewonnen werden.

Arktikpaket inklusive

Da die HSB 3000 bereits einige Wochen zuvor vor Ort angekommen und über einen längeren Zeitraum dem extremen Wetter schutzlos ausgesetzt war, musste das Bohrgerät nach dem Eintreffen der Hausherr-Techniker zunächst grob von Eis und Schnee befreit werden. Der endgültige Auftauvorgang wurde dann durch das installierte Arktikpaket erledigt. Dieses Paket besteht aus einer Kombination von verschiedenen Heizsystemen sowie einer speziellen Kupplung, die es dem 354-kW-Caterpillar-Dieselmotor ermöglicht, vollkommen lastfrei zu starten. Tieftemperaturgeeignete Batterien, ein zusätzlicher Anlasser sowie die intelligente Kupplungssteuerung ermöglichen so den problemlosen Start des vorgewärmten Dieselmotors, auch bei den extremen Witterungsverhältnissen. Der temperaturbedingten erhöhten Sprödbruchgefahr bei Strukturbauteilen wurde bereits bei der Projektierung der Maschine durch die Auswahl geeigneter Werkstoffe sowie durch die spätere Verwendung spezieller Schweißzusatzstoffe Rechnung getragen. Während der einwöchigen Inbetriebnahme wurden neben dem Bedienungspersonal auch die Mitarbeiter der Service- und Instandhaltungsabteilung des Kunden ausführlich geschult und mit dem Gerät vertraut gemacht. Die Arbeiter wurden sowohl theoretisch als auch praktisch mit dem Hydraulik- und Elektriksystem vertraut gemacht und gründlich in die Wartung eingewiesen.

Bei der HSB 3000 handelt es sich um ein robust konstruiertes Tieflochhammerbohrgerät der neuesten Generation, ausgestattet mit einem zweistufigen Hochdruckkompressor, welcher eine Luftmenge von 25 m³/min. bei einem Druck von 25 bar liefert. In der kasachischen Mine werden das ganze Jahr über, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche Sprenglöcher mit einem Durchmesser von 165 mm bei einer Tiefe von bis zu 15 Meter in den massiven Fels gebohrt, sodass Maschinenlaufzeiten von bis zu 6.000 Stunden pro Jahr keine Seltenheit sind. Das Bohrgerät erreicht hier nun eine sehr gute Durchschnittsleistung von über 20 Meter in der Stunde.

Sprenglochbohrgerät
Im Winter muss das Sprenglochbohrgerät auch bei -40 Grad funktionieren.
 
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