Technik

Eine der größten Cat-Raupen in Radevormwald eingesetzt

Felsreißer mit Kampfgewicht

Mithilfe einer Cat D11T – mit zehn Metern Länge und fünf Metern Höhe eine der größten Raupen der Welt – führt Sanders Tiefbau in Kooperation mit Rhiem & Sohn die Erdarbeiten für eine neue Sportanlage mit den dazugehörigen Funktionsgebäuden in Radevormwald im Bergischen Land durch.

Es ist eine der größten Baumaßnahmen der Stadt in den vergangenen Jahren. Material der Bodenklasse 6 bis 7 wird ausgebaut, umgelagert und wieder verdichtet eingebaut. Insgesamt sind das rund 25.000 Kubikmeter. Um den Fels zu reißen, ist die nötige Leistung in Höhe von 634 kW (832 PS) aufzubringen. Die Raupe in der 110-Tonnen-Klasse bringt auch das erforderliche Eigengewicht mit. Alleine der Schild macht 17 Tonnen und der Aufreißer rund zehn Tonnen aus. Weitere Leistungsdaten der Raupe: ein Hubraum von 32,1 Litern. „Mit der D11T ist es die wirtschaftlichste Art, diese Arbeiten auszuführen. Wir können sie zum Aufreißen von Fels und zum Materialtransport verwenden. Und mithilfe ihrer Laufwerkskette und ihrem Einsatzgewicht zerkleinert sie auch noch praktischerweise das aufgerissene Material“, so der Geschäftsführer von Sanders Tiefbau, Karl-Willi Fleischer.

Raupe
Schiebt die Raupe Material vor sich her, hat sie eine ganze Felswand vor dem Schild.

Gefühlvolle Steuerung

Bedient wurde das Spezialgerät von Unternehmer Berthold Winz. Er gilt als einer der besten deutschen Cat-Fahrer. „Man denkt gar nicht, wie gefühlvoll man eine D11T steuern muss“, erklärt Berthold Winz. Dabei setzt er den Ripper in einer Schicht an und bleibt dann einfach in der Spur. „Gegenzusteuern wäre hier ein grober Fehler, sonst wäre die volle Leis­tung dahin“, ergänzt er. Schiebt er Material vor sich her, dann hat er eine ganze Felswand vor sich. Das Fassungsvermögen variiert zwischen 27 und 44 Kubikmeter, was in etwa drei Sattelzügen entspricht.

Neben der D11T kommen auch eine Cat-Raupe vom Typ D6N, ein Minibagger 302.5C sowie der Kettenbagger 336DL als weitere Geräte der Marke Caterpillar auf der Sportplatzbaustelle zum Einsatz. „Als ich unsere Mitarbeiter fragte, wofür wir auf der Baustelle noch einen Minibagger brauchen, wenn wir einen Kettenbagger haben, kam die Antwort von Berthold Winz, dass wir damit die Ketten der Raupe sauber machen. Mit einer Schippe kommt man hier nicht weiter“, erzählt Karl-Willi Fleischer.

Region mit schwierigen Bodenverhältnissen

Beim Umgang mit Fels betritt die Sanders Gruppe Neuland. „Baumaßnahmen am Niederrhein oder im Bergischen Land stellen sich komplett anders dar“, so Fleischer. „Rund um den Firmensitz in Schwalmtal haben wir es vornehmlich mit kiesig-sandigen und lehmigen Bodenverhältnissen zu tun.“ Radevormwald stellt für den neuen Sportplatz insgesamt 2,6 Millionen Euro im Haushalt bereit. In der Gemeinde fehlt es bisher an freien Sportanlagen für die drei Schulen und die zukünftige Sekundarschule. Auch die örtlichen Vereine sollen den Sportplatz nutzen dürfen, insbesondere der vor fünf Jahren neu gegründete Fußballverein. „Wer das Gelände sieht, dem erklären sich die Ausgaben von selbst. Der felsige Untergrund sorgt dafür, dass es sich hier um eine sehr aufwendige Baumaßnahme handelt“, so Bürgermeister Josef Korsten.  

Reißzahn
Auch der Reißzahn wurde eingesetzt.
 
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