Industrienachrichten

Lafarge und Holcim planen Zusammenschluss

Elefantenhochzeit

Der größte Zementkonzern der Welt soll entstehen. Der Schweizer Hersteller Holcim und Lafarge aus Frankreich planen eine Fusion. Zusammen würden der Marktführer Holcim und die aktuelle Nummer zwei rund 32 Milliarden Euro umsetzen. Der Zusammenschluss könnte zu steigenden Baustoffpreisen führen.

Als globaler Marktführer im Bereich Zement, Beton und Zuschlagstoffe will das Unternehmen neue Möglichkeiten beim Ausbau von Produktion und kommerzieller Partnerschaften schaffen. Der gemeinsame Pro-forma-Umsatz von Lafarge und Holcim beträgt rund 32 Mrd. Euro und der EBITDA rund 6,5 Mrd. Euro. Die gemeinsamen Aktivitäten wären auf Produktionsstandorte in 90 Ländern auf sechs Kontinenten verteilt. Dadurch ergeben sich Wachstumsaussichten, sowohl in entwickelten Märkten wie auch in Regionen mit hohem Wachstum. Kein Land würde mehr als 10 Prozent des gemeinsamen Nettoverkaufsertrages erwirtschaften. LafargeHolcim wird an der SIX in Zürich sowie an der Euronext in Paris notiert sein. Hauptsitz wäre weiterhin die Schweiz. Das Unternehmen würde schweizerischen Governance-Regeln unterstehen mit einem Verwaltungsrat, der aus der gleichen Anzahl von Mitgliedern von Lafarge und Holcim besteht. Der Verwaltungsratspräsident wäre Wolfgang Reitzle, künftiger Verwaltungsratspräsident von Holcim.

Bruno Lafont, derzeitiger Präsident und CEO von Lafarge, wäre CEO und desig­niertes Mitglied des Verwaltungsrats des neuen Konzerns. Die Konzernleitung würde aus Vertretern des Managements von Lafarge und Holcim gebildet.

Tausch 1:1

Der geplante Zusammenschluss würde als öffentliches Tauschangebot von Holcim für alle ausstehenden Lafarge-Aktien im Verhältnis 1:1 vonstatten gehen. Jeder Lafarge-Aktionär, der seine Titel im Rahmen des öffentlichen Tauschangebotes anbietet, erhält die gleiche Anzahl neu ausgegebener Stammaktien von Holcim. Sollte die Zustimmung der zuständigen Behörden vorliegen, ist der Vollzug der Transaktion zum Ende des ersten Halbjahres 2015 geplant. Bruno Lafont kommentiert die Pläne: „Ich bin zuversichtlich, dass dieser Zusammenschluss unter Gleichen die einzigartige Möglichkeit bietet, um sehr rasch die fortschrittlichste Plattform unsere Branche aufzubauen. Das bedeutet mehr Wachstum bei reduzierten Risiken.“

Bruno Lafont, CEO von Lafarge
Bruno Lafont, CEO von Lafarge

Holcim-Logo

Holcim ist der größte Baustoffhersteller der Welt. Hauptsitz des Unternehmens ist Rapperswil-Jona in der Schweiz. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 70 000 Mitarbeiter. Der Name Holcim ist eine Kombination aus Holderbank – der Ort, an dem das Unternehmen 1912 gegründet wurde – und dem französischen Wort für Zement, ciments.


Lafarge-Logo

Lafarge SA ist der weltweit  zweitgrößte Hersteller von Baustoffen. Sitz des französischen Unternehmens ist Paris. Ende des letzten Jahres waren rund 64 000 Mitarbeiter bei Lafarge beschäftigt. Das Unternehmen existiert bereits seit 1833. Gegründet wurde es von Léon Pavin de Lafarge, unter dessen Namen es zum Weltkonzern wurde.


 
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