Industrienachrichten

VDBUM Nachwuchspreis

Neue Plattform für die Interaktion von Forschung und Praxis

Zum ersten Mal verlieh der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik, VDBUM, in diesem Jahr im Februar einen Nachwuchspreis an vier Jungakademiker. Gewürdigt wurden beispielgebende Forschungs- und Entwicklungsleistungen, die Baumaschinen, Komponenten und Bauverfahren wirtschaftlicher, sicherer und energieeffizienter machen. Der in der Baumaschinenbranche einzigartige Preis ist attraktiv dotiert und wird nach dem erfolgreichen Auftakt künftig jährlich verliehen.

Die intensive Zusammenarbeit des VDBUM mit relevanten Instituten verschiedener Fachhochschulen und Universitäten verleiht nicht nur der Arbeit des Verbandes und seiner Fachgremien zusätzliche wissenschaftliche Substanz, sie führt auch zu neuen, griffigen Ideen. So startete der Verband im Sinne der Nachwuchsförderung im vergangenen Jahr erstmals einen Studentenwettbewerb. Mit dem attraktiv dotierten Nachwuchspreis sollen Studierende und Jungakademiker ausgezeichnet werden, denen es gelingt, praxisrelevante Ansätze zu entwickeln, welche die Wirtschaftlichkeit von Baumaschinen und Komponenten steigern. Im Mittelpunkt muss eindeutig der Nutzen für Anwender stehen. Als preiswürdig gelten darüber hinaus Verbesserungen bei Arbeitssicherheit und Energieeffizienz. Eine hochkarätige Jury aus Kapazitäten in der praktischen Anwendung, der Forschung und der Entwicklung von Baumaschinen entschied über die besten Arbeiten. Im Rahmen des diesjährigen VDBUM- Großseminars wurden die ersten Nachwuchs-Preisträger dieses neu initiierten Wettbewerbes geehrt.

VDBUM-Vorstand Dirk Bennje betonte in seiner Laudatio: „Die Anzahl und die Qualität der Einsendungen haben uns beeindruckt und lassen uns für die Zukunft der Baumaschinenbranche in Deutschland zuversichtlich nach vorne blicken.“

Mit dem Nachwuchspreis bietet der VDBUM jungen Forschern neben dem attraktiven Preisgeld eine Plattform zur umfassenden Präsentation ihrer Ergebnisse. Im Gegenzug soll die Aufmerksamkeit von Studierenden und Jungakademikern damit ebenfalls auf die Arbeit des VDBUM gelenkt werden, denn die eigene Nachwuchswerbung ist auch für Verbände eine Daueraufgabe.

Der VDBUM-Nachwuchspreis wird nach der erfolgreichen Premiere jährlich ausgeschrieben und vergeben. Die nächste Bewerbungsrunde beginnt im August 2013. Beteiligen können sich Bildungseinrichtungen, Fachhochschulen und Universitäten. Vergeben werden jeweils pro Kategorie ein erster und ein zweiter Preis, wobei sich die Sieger über 2.500 und die Verfolger auf Platz zwei über 1.000 Euro freuen dürfen.

Wettbewerbssieger: Florian Sontheim, Dr. Filip Baranski, Matthias Näther und Martin Coenen (von links). Namen, die man sich merken sollte, meinen die VDBUM Vorstände Peter Guttenberger (ganz links) und Dirk Bennje (ganz rechts).
Wettbewerbssieger: Florian Sontheim, Dr. Filip Baranski, Matthias Näther und Martin Coenen (von links). Namen, die man sich merken sollte, meinen die VDBUM Vorstände Peter Guttenberger (ganz links) und Dirk Bennje (ganz rechts).

Die Preisträger

1. Preis Kategorie Komponente

Der erste Preis in der Kategorie Komponente ging an Dr. Ing. Filip Baranski von der Ruhr-Uni Bochum, Arbeitsgruppe Baumaschinentechnik. Baranski entwickelte im Rahmen seiner Arbeit „Vibroakustische Analyse von Kettenfahrwerken“ ein Berechnungsverfahren, mit dem es durch Simulation des Bewegungsverhaltens ohne Messung gelingt, die Geräuschemission eines Kettenfahrwerkes zu ermitteln.

So können bereits während der Entwicklungsphase Maßnahmen ergriffen werden, die zu leiseren Maschinen führen.

2. Preis Kategorie Komponente

Dipl.-Ing. Florian Sontheim von der FH Köln hat mit seinem Team vom Kölner Labor für Baumaschinen die Weiterentwicklung von Reißzähnen mit Hilfe bionischer Ansätze vorangetrieben.

Der strukturoptimierte Reißzahn anhand natürlicher Vergleichsobjekte kann die Wirtschaftlichkeit in der reißenden Gewinnung von mineralischen Rohstoffen erheblich steigern, denn durch die erhöhte Strukturfestigkeit bei gleichzeitiger Reduzierung des Gewichts kann mit größerer Kraft auf das Gestein eingewirkt werden.

1. Preis Kategorie Maschine

Dipl.-Ing. Martin Coenen von der FH Köln wurde für seine Arbeit „Effizienter Gleitschalungsfertiger für den Straßenbau“ ausgezeichnet. Durch Optimierung der Prozesssteuerung und den Einsatz eines hydraulischen Hybridantriebs kann die Energiebilanz des Fertigers wesentlich optimiert werden.

Die Jury würdigte speziell die ganzheitliche Betrachtung des Leistungsspektrums der kompletten Maschine zur Optimierung der Energiebilanz.

2. Preis Kategorie Maschine

Dipl.-Ing. Mathias Näther von der TU Dresden hat mit seinem Team ein Simulationsmodell mit dem Namen Enprovi entwickelt, das die Untersuchung und Bewertung des energetischen Verhaltens unterschiedlicher Antriebskonzepte ermöglicht.

Die Simulation bietet Konstrukteuren die Möglichkeit, das Zusammenspiel der verschiedenen Antriebskomponenten schon während der frühen Entwicklungsphase zu untersuchen. Die kostenintensive Anfertigung realer Prototypen entfällt oder kann auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Zum Einsatz kam das Simulationsmodell bereits bei der Entwicklung eines neuen Bohrverfahrens für die lärmarme Gründung von Offshore Windkraftanlagen.

Skulptur
 
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