Technik

Nutzfahrzeuge fahren günstiger auf „grünen Reifen“

Kraftstoffeffiziente Qualitätsreifen helfen Transportunternehmen, Betriebskosten signifikant und dauerhaft zu senken und die Wirtschaftlichkeit ihrer Flotte zu erhöhen. Zudem verringern diese so genannten „grünen Reifen“ die CO2-Emissionen von Lkw oder Bussen deutlich. In den kommenden Jahren wird die Nachfrage nach „grünen Reifen“ stark steigen. Ihr Marktanteil soll bis 2020 auf bis zu 80 Prozent anwachsen. Das sind die Ergebnisse einer Studie der Technischen Universität München im Auftrag des Spezialchemie-Konzerns Lanxess.

Anlass der Erhebung ist die Einführung des neuen EU-Reifen-Labels, das mehr Transparenz für Reifenkäufer schaffen soll. Mit dem auffälligen Etikett müssen seit dem 1. November 2012 nicht nur Pkw-, sondern auch alle Nutzfahrzeug-Neureifen gekennzeichnet sein. Das Label bewertet die Modelle in den Kategorien Rollwiderstand (Spritverbrauch) und Nasshaftung (Sicherheit) von „A“ (optimal) bis „G“. Zudem macht es Angaben zur Lautstärke des Rollgeräuschs. „Grüne Reifen“ erhalten auf dem neuen Label besonders gute Noten.

„Steigende Kraftstoffkosten belasten Speditionsbetriebe zunehmend“, erläutert Werner Breuers, Vorstandsmitglied der Lanxess AG. „Die Angaben auf dem neuen EU-Label verhelfen den Unternehmen zu einem wirtschaftlicheren Betrieb ihrer Flotte, indem sie die Reifenmodelle mit der besten Kraftstoffeffizienz kennzeichnen. Unsere innovativen Hochleistungskautschuke spielen bei der Herstellung dieser Qualitätsreifen eine entscheidende Rolle.“

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess, weltweit führender Hersteller von Synthesekautschuken, ermöglicht es mit seinen modernen Hochleistungskautschuken der Reifenindustrie bereits heute, die hohen Anforderungen der Europäischen Union zu erfüllen und Bestwerte bei der neuen Reifen-Kennzeichnung zu erreichen – sowohl bei der Kraftstoffeffizienz als auch bei der Sicherheit.

Enormes Sparpotenzial

Gut ein Drittel der Kosten eines Transportunternehmens fallen laut Studie für das Betanken der Flotte an. Entsprechend lohnen sich Investitionen für Betriebe, die den Verbrauch ihrer Fahrzeuge senken wollen. Eine Möglichkeit ist das Umrüsten auf kraftstoffeffiziente Qualitätsreifen mit optimiertem Rollwiderstand. Bei schweren Fahrzeugen wie Lkw oder Bussen wirkt sich der Rollwiderstand noch einmal deutlich stärker auf den Verbrauch aus als bei vergleichsweise leichten Pkw. Allein 40 Prozent seines Kraftstoffs, so die Studie, benötigt zum Beispiel ein Lkw, nur um den Rollwiderstand zu überwinden – Energie, die für den Antrieb des Fahrzeugs nicht mehr zur Verfügung steht.

„Grüne Reifen“ verringern den Rollwiderstand eines Nutzfahrzeugs um bis zu vier Prozent. Wie sehr sich diese Eigenschaft rechnet, verdeutlicht folgendes Beispiel: Ein Spediteur, der 50 Sattelzüge mit einem Gewicht von jeweils 40 Tonnen und einer jährlichen Laufleistung von jeweils 200.000 Kilometern unterhält, kann mit ihnen pro Jahr bis zu 500.000 Euro Kraftstoffkosten sparen. Zudem profitiert die Umwelt vom Einsatz „grüner Reifen“. Die in dem Beispiel genannte Spedition würde jährlich rund 1.600 Tonnen weniger CO2-Emissionen verursachen. Außer dem verbesserten Rollwiderstand bieten „grüne Reifen“ weitere wirtschaftliche Vorteile für Transportunternehmen. Laut Studie können Unternehmen dank besserer Runderneuerungseigenschaften und längerer Laufleistung ihre Kosten zusätzlich senken.

Gemäß der Studie ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach „grünen Reifen“ sowohl für Pkw als auch für leichte und schwere Nutzfahrzeuge (Reifen der Kategorien C1, C2 und C3) dank der Einführung des neuen EU-Labels weiter steigen wird. Bis 2020 soll der Marktanteil von Modellen, die in der Rollwiderstandsklasse mit „A“ oder „B“ bewertet werden, 80 Prozent betragen.

Lkw
Lkw rollen dauerhaft sparsamer auf rollwiderstandsarmen Qualitätsreifen. Der Spezialchemie-Konzern Lanxess macht die Produktion von diesen so genannten „grünen Reifen“ erst möglich. // Foto: schaltwerk
 
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