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Bewegender Bundesstraßenbau

Um dem Verkehrsaufkommen auf der völlig überlasteten Bundesstraße 15 zwischen Regensburg und Landshut entgegenzuwirken, entsteht die neue Bundesstraße B15n mit einer komplett neuen Streckenführung und einer Betonfahrbahn zwischen Schierling und Neufahrn.

Die B15 ist eine wichtige Verbindung zwischen der A93 und der A92, zwei Autobahnen, die den Norden Deutschlands mit Niederbayern verbinden. Durchschnittlich benutzen bis zu 18.000 Fahrzeuge täglich diese Strecke. Das geht weit über die Leistungsgrenze einer zweispurigen Bundesstraße hinaus. Zusätzlich bremsen zahlreiche Ortschaften den Verkehr – die B15 gilt als schlecht geführt.

Schon früh war daher klar, dass nur eine vierspurige Bundesstraße Abhilfe schaffen kann. Die B15n wird damit 130 Kilometer lang sein.

Waschbetonoberfläche

Nun steht der erste, 22 Kilometer lange Abschnitt von Saalhaupt bis Neufahrn in Niederbayern kurz vor seiner Fertigstellung. Das Besondere an diesem neuen Abschnitt: Er ist aus Beton in konventioneller Deckenbauweise mit Waschbetonoberfläche erstellt worden. Niedrige Kosten und eine Dauerhaftigkeit von über 30 Jahren überzeugten bei der Auftragsvergabe: Vorteile, durch die Beton bereits bei 40 Prozent der Autobahnausschreibungen als Baustoff gewinnt.

Auf dem mit etwa 13.500 Tonnen Kalk-Zement Mischbindemittel in jeweils 40 Zentimeter dicken Lagen gefestigten Unterbau konnte der eigentliche Bau der Fahrbahn nun endlich beginnen. Als erstes erhielt sie eine widerstandsfähige Frostschutzschicht. Auf diese folgte eine 25 Zentimeter dicke, hydraulisch verfestigte Tragschicht, die dafür sorgt, dass Lasten nach unten abgefangen werden. Auf einem Vlies wurde dann die eigentliche, 27 Zentimeter dicke Betondecke eingebaut. Dank zweier Betongleitschalungsfertiger geschah das im Schnellverfahren über die gesamte Breite.

Für den zweilagigen Einbau fuhren zwei Fertiger direkt hintereinander, damit der erste den Unterbeton und der zweite direkt danach den Oberbeton einbauen konnte. Der Oberbeton enthielt eine Körnung von acht Millimetern. Auf ihn wurde ein Kontaktverzögerer aufgesprüht, um im Nachgang die obersten Millimeter ausbürsten zu können, damit der gewünschte griffige und leise Belag entsteht. „In dieser Bauweise schaffen die Fertiger einen Meter in der Minute. Da sie dabei pro Stunde etwa 200 Kubikmeter Fahrbahnbeton verarbeiten, stellten wir eine mobile Betonmischanlage direkt neben der B15n auf“, berichtet Oberbauleiter Frank Anders von der Heilit+Woerner Bau GmbH.

Beton trennt auch die beiden zweispurigen Fahrbahnen: Eine Betonschutzwand sorgt dafür, dass im Falle eines Unfalls das Auto oder der Lkw in den Verkehr zurückgeleitet werden und nicht in den Gegenverkehr geraten. Die Betonschutzwand wurde direkt vor Ort im Gleitverfahren eingebaut.

Bundesstraße
Sowohl der Unter- als auch der Überbau der neuen B15 wurden aus Beton hergestellt, bei dem für die Fahrbahndecke der Zement CEM I 32,5 R von Heidelberg-Cement zum Einsatz kam. // Foto: HeidelbergCement, Steffen Fuchs
 
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