Wettbewerbsvorteil: Lebensqualität durch „Gute Arbeit“

Helmut Ehnes

Gute Arbeit erfordert heute mehr denn je das Engagement aller Beteiligten. Arbeit ist Teil unseres Lebens und damit Lebensqualität, und zwar in vielfacher Hinsicht. Ging es früher in erster Linie ums „Überleben durch Arbeit“, so wird inzwischen großer Wert auf die Qualität, die Gestaltung der Arbeit gelegt. Das hat seinen guten Grund. Konnten sich Arbeitgeber früher aussuchen, wem sie wie lange Lohn und Brot geben wollten, so führt der demografische Wandel mittlerweile dazu, dass der Wettbewerb um die besten Köpfe in vollem Gang ist.

Mehr und mehr wird deutlich, dass Arbeitsqualität nicht nur über die Lohntüte definiert wird. Faktoren wie Bildungsangebote, Arbeitsbedingungen, Betriebsklima, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gesundheitsangebote des Arbeitgebers, das Image des Betriebes in der Öffentlichkeit und auch saubere, sichere und gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung werden inzwischen nachgefragt, wenn sich Unternehmen um qualifizierte Mitarbeiter bewerben oder diese möglichst lange im Betrieb halten wollen.

Besonders schwer tut sich einmal mehr der Mittelstand, wenn es darum geht, sich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen. Der Mittelstand hat eben schlanke Führungsstrukturen, hat keine spezialisierte Personalabteilung mit Gesundheitsförderern, investiert oft zu wenig in Aus- und vor allem Weiterbildung der Beschäftigten oder kann oft nicht die geregelten Arbeitszeiten von Großunternehmen bieten. Und dennoch: Der Mittelstand ist und bleibt die tragende Säule der deutschen Wirtschaft.

Hier Unterstützung zu bieten – dies ist das gemeinsame Ziel der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) und der „Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland“. Weil gute Arbeitsorganisation, erfolgreiche Unternehmensführung und guter Arbeitsschutz untrennbar miteinander verbunden sind, engagiert sich die BG RCI sowohl in der „Offensive Mittelstand“ als auch in der INQA. Nach zehn Jahren erfolgreicher Arbeit ist die INQA des Bundesarbeitsministeriums für diese anspruchsvolle Aufgabe jetzt fit gemacht worden. Am 15. Mai stellte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen persönlich in Berlin die Neuausrichtung vor. Die Initiative konzentriert sich jetzt auf die vier Themen Personalführung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit sowie Wissen & Kompetenz und hat hierfür namhafte Themenbotschafter gefunden.

Besonders erfreulich ist, dass als zentrales Instrument der Initiative der bewährte Unternehmens-Check der Offensive Mittelstand „Guter Mittelstand: Erfolg ist kein Zufall“ ausgewählt wurde. Der Check, der inzwischen in einer nutzerfreundlicheren Online-Version (www.inqa-unternehmenscheck.de/check/index.html) vorliegt, bietet allen, insbesondere aber den mittelständischen Unternehmen, einen Einstieg, um ihren Betrieb anhand der elf Erfolgsfaktoren, die erfolgreiche Unternehmen auszeichnen, kritisch zu analysieren und Verbesserungspotentiale zu erkennen.

Sollten Sie einzelne der elf Themen des Unternehmens-Checks vertiefen wollen, so sei Ihnen das jetzt im Schäffer-Poeschel Verlag erschienene Fachbuch „Unternehmensführung für den Mittelstand“ empfohlen, in dem Rezepte für die elf Erfolgsfaktoren von namhaften Autoren beschrieben sind. Außerdem enthält das Buch Praxisbeispiele und beleuchtet den Zusammenhang zwischen den elf Themen und gutem Arbeitsschutz.

In diesem Sinne wünschen wir allen Mitgliedsunternehmen nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch im Arbeitsschutz viel Erfolg.

Ihr Helmut Ehnes