Technik

„Die Betonpumpe ist schuld!“

...oder doch die mangelnde Pumpfähigkeit des Betons?

Gibt es auf einer Baustelle Probleme beim Betoneinbringen, hört man oft: „Das liegt an der Betonpumpe!“ Mal ist die erreichbare Betonfördermenge zu gering, mal steigen die Leistungsparameter der Betonpumpe scheinbar unerklärlich in die Höhe oder offensichtlich pumpbare Betonmischungen lassen sich nur schwer bis gar nicht mit Betonpumpen fördern.

Ursachenforschung

Vermehrt bewirken Betonrezepturen für die verwendete Pumpen- / Förderleitungskonstellationen einen zu hohen Rohrleitungswiderstand oder neigen sogar zur Entmischung. Erschwerend hinzu kommen oft noch Schwankungen bei den Ausgangsmaterialien, insbesondere bei Sand und Flugasche. „Aber die Konsistenzklasse wurde doch eingehalten. Bei der Prüfung des Ausbreitmaßes floss das Material fast vom Klapptisch!“ Leider ist der Zusammenhang zwischen dem sichtbaren Fließverhalten und der ableitbaren Pumpfähigkeit des Betons heute nicht mehr allgemeingültig anwendbar.

Jeder einzelne Bestandteil der Betonrezeptur hat sowohl Auswirkungen auf die konstruktiven Anforderungen des Bauvorhabens, als auch auf die Pumpfähigkeit des Betons. Zusätze im Beton, die mit dem Ziel beigemischt werden, den Wassergehalt und den Volumenanteil an Zement zu reduzieren, können in gleichem Maße die Pumpfähigkeit des Betons negativ beeinflussen.

Ob und wie hoch die Auswirkung der einzelnen Substanzen auf die Pumpfähigkeit ist, ist bis dato unbekannt. Eine frühzeitige und enge Kooperation von Auftraggeber, Betonlabor und Pumpenbetreiber und -hersteller kann unliebsamen Überraschungen bei der Betonage auf Baustellen vorbeugen. Pumpversuche mit Versuchs-Betonmischungen in Laborgröße können Variationsmöglichkeiten simulieren, um die Pumpfähigkeit eines Betons positiv zu beeinflussen.

Diagramm
Abhängigkeit zwischen Förderdruck und Fördermenge verschiedener Betonrezepturen.

Das „Sliper“

„Mit kleinen, zumeist chemisch unterstützten Veränderungen an den Betonrezepturen können erwiesenermaßen große Auswirkungen auf die Pumpbarkeit der Betone erzielt werden. Unter Umständen kommt man zur Erkenntnis, eine andere Pumpenkonstellation wie ursprünglich vorgesehen in die Arbeitsvorbereitung einzuplanen“, sagt Dr. Knut Kasten, der bei Putzmeister in der Entwicklung für den Bereich Anwendungstechnik verantwortlich zeichnet. Doch mit der Unsicherheit soll jetzt Schluss sein. Hierfür wurde von Dr. Kasten ein neues Rheometer mit der Bezeichnung „Sliding Pipe Rheometer“ – kurz Sliper – entwickelt.

Rheometer sind Messinstrumente zur Ermittlung des Fließ- und Verformungsverhaltens von Massen – in diesem Fall von Betonen oder Dickstoffen. Das Sliper erlaubt die Untersuchung der Pumpfähigkeit von Betonen sowohl im Labor als auch vor Ort auf der Baustelle.

Unscheinbar im Aussehen, bietet das Gerät jedoch einen großen Nutzen: Erstmals kann damit der erforderliche Druck zum Pumpen unterschiedlicher Betonrezepturen und eine Aussage zu den erzielbaren Fördermengen innerhalb kürzester Zeit experimentell ermittelt werden. Putzmeister kann somit eine zielgenaue Maschinenauslegung bestimmen und eine technisch und wirtschaftlich optimale Lösung für die jeweilige Aufgabe finden. Angeboten wird die auf einem ausgeklügelten Computerprogramm basierende Analyse und zugehörige Beratung ausschließlich als Dienstleistung.                 L

Dr. Knut Kasten beim Messen mit dem Sliding Pipe Rheometer.
Dr. Knut Kasten beim Messen mit dem Sliding Pipe Rheometer.
 
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