Industrienachrichten

Energiewende mit Pumpspeicherkraftwerk bei Holcim?

Die Holcim (Deutschland) AG und die E.ON AG wollen im Rahmen einer gemeinsamen Studie prüfen, ob in den zwei großen Kreidegruben nahe dem Zementwerk Lägerdorf, Kreis Steinburg, die Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerkes möglich und sinnvoll ist. Hierzu haben die beiden Unternehmen am 20. Mai im Beisein des schlewig-holsteinischen Wirtschaftsministers Jost de Jager einen entsprechenden Kooperationsvertrag zur Prüfung einer erweiterten Nutzung unterzeichnet. „Die Zwischenspeicherung von regenerativ erzeugtem Strom ist Vorraussetzung und Herausforderung der Energiewende“, sagte de Jager.

„Wir freuen uns, dass wir mit E.ON einen Partner gefunden haben, um unsere bereits bestehenden Kreidegruben einer ökologisch sinnvollen und betriebswirtschaftlich interessanten erweiterten Nutzung zuführen zu können“, sagte Leo Mittelholzer, Vorstandsvorsitzender der Holcim (Deutschland) AG.

„E.ON bringt internationale Technologiekompetenz in die Region. Wir arbeiten derzeit an über 500 Technologieprojekten in 13 Ländern. Besonderes Augenmerk liegt auf der Integration der erneuerbaren Energien. E.ON entwickelt hierfür innovative Speicherkonzepte.

Lägerdorf ist ein exzellentes Beispiel, wie diese Technologie vor Ort zur Anwendung kommen kann. Mit Schleswig-Holstein verbinden uns viele Jahre gemeinsamer Arbeit zur Windintegration“, sagt Dr. Urban Keussen, Senior Vice President Technology & Innovation bei der E.ON AG.

 „Die Menschen, die Wirtschaft – darunter auch das Zementwerk Lägerdorf selbst mit seinem Energiebedarf – und die Natur in unserer Region könnten von dem Projekt Pumpspeicherkraftwerk profitieren“, erklärte Morten Holpert, Leiter des Zementwerkes Lägerdorf der Holcim (Deutschland) AG. „Für den Kreis Steinburg handelt es sich hierbei um ein ausgesprochen interessantes Projekt“, betonte der stellvertretende Landrat Dr. Heinz Seppmann.

In direkter Nachbarschaft zum Zementwerk der Holcim in Lägerdorf gibt es zwei große Kreidegruben (Saturn, Schinkel), für die nach dem Ende des Kreideabbaus eine sinnvolle Nutzung gesucht wird. Diese kann durch die Umwidmung zu einem Ober- und Unterbecken eines Pumpspeicherkraftwerks erfolgen. Die Holcim ist Mitbesitzerin der Grube Saturn (gemeinsam mit der Familie zu Rantzau) und alleinige Besitzerin der Grube Schinkel. Im Rahmen einer auf ein Jahr veranschlagten Machbarkeitsstudie soll nun geprüft werden, ob die technisch-wirtschaftliche Umsetzung und Genehmigungsfähigkeit für das Pumpspeicherkraftwerk in Lägerdorf möglich ist. Eine späterer Bau wäre bundesweit einmalig.

Der sich jetzt abzeichnende deutlich beschleunigte Ausbau der neuen Energien wird in Schleswig-Holstein vermehrt zu Netzengpässen führen.

Grund hierfür ist, dass der Stromnetzausbau in der Höchstspannungsebene zeitlich nicht mit der erwarteten Leistungserhöhung und dem Neubau insbesondere von Windkraftanlagen mithalten kann. Speicher für Stromspitzen in windstarken Zeiten könnten helfen, Netzengpässe abzumildern und die Verfügbarkeit von regenerativ erzeugtem Strom, hauptsächlich aus Wind, zu erhöhen.

Ortstermin vor der Grube Schinkel (von links): Matthias Boxberger (Netzvorstand E.ON Hanse AG), Dr. Urban Keussen (Bereichsleiter Innovation E.ON AG), Morten Holpert (Leiter Zementwerk Lägerdorf, Holcim), Leo Mittelholzer (Vorstandsvorsitzender, Holcim).
Ortstermin vor der Grube Schinkel (von links): Matthias Boxberger (Netzvorstand E.ON Hanse AG), Dr. Urban Keussen (Bereichsleiter Innovation E.ON AG), Morten Holpert (Leiter Zementwerk Lägerdorf, Holcim), Leo Mittelholzer (Vorstandsvorsitzender, Holcim).
 
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