Saugbaggersteuerung von Habermann
Programierbares Saugverhalten inklusive
Seit 1927 steht Habermann für Innovation, wegweisende Weiterentwicklungen und effiziente Produkte im Saugbaggerbau. Die Firma hat eine Antwort auf die Frage vieler Gewinnungsbetriebe: Wie können wir Saugbaggeranlagen wirtschaftlicher gestalten und mit relativ kleinen Investitionen optimieren?
In jüngster Zeit sind moderne Saugbaggersteuerungen und effiziente Automatisierungen gefragt, die mit überschaubarem Aufwand den gewünschten Erfolg bringen und sich in kurzer Zeit amortisieren.
Um einen lohnenden Umbau darzustellen, hier ein vereinfachtes Fallbeispiel:
Kieswerk Mustermann
- Saugbagger KBPL 300, 250 kW Antrieb, 65 kW Verbrauch an Jetanlage
- Durchschnittliche Rohrleitungslänge: 250 Meter
- Geodätische Förderhöhe: 6 Meter
- Mittlere Leistung Baggerpumpe:160 kW
- Jahresfördermenge: 230.000 Tonnen in 1210 Betriebsstunden
- Stündliche Fördermenge nach Schöpfrad: 190 Tonnen in der Stunde
- Personalkosten: 30 Euro/Stunde
- Stromkosten: 0,10 Euro/kWh
- Verfügbarkeit Saugbagger-Personalaufwand: 90 Prozent
- Jahresstromkosten: 27.225 Euro
- Theoretische Personalkosten: 40.300 Euro
Dass das Zeitalter der Speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) jegliche alte Automatisierung der Saugrohrführung verbessern kann, steht außer Frage. Während noch um das Jahr 2000 mit konventionellen Pendel-Vakuum-Manometern gearbeitet wurde, die bei Winden mit zwei Geschwindigkeiten insgesamt vier Schaltsituationen zulassen, kann die SPS gesteuerte Automatik heute die einzelnen Bereiche im Saugverhalten dem nachfallenden Material und der Zusammensetzung des Materials präziser und stufenlos anpassen. Die SPS wird durch die Habermann-Tochterfirma Hawi Elektrotechnik GmbH programmiert und ist schon in mehr als 40 Saugbaggern im Einsatz.
Durch elektrische Druckaufnehmer werden die Steuersignale in der SPS schneller verarbeitet und sorgen stets für den optimalen Abstand zwischen Saugmund und dem zu pumpenden Material. Durch technisch einwandfreie Jetanlagen sowie eine SPS gesteuerte Saugrohrautomatik wird hier eine Homogenisierung des Materialflusses am Düsenkopf und im Saugrohr garantiert.
Auch in schwierigen Abbauverhältnissen, in denen die konventionelle Automatik zum Teil erfolglos agierte, konnten mit der SPS-Automatik erste durchschlagende Erfolge erzielt werden. Durch Austausch der Hardware wurde in den ersten Anwendungen eine Steigerung der stündlichen Tonnage von 6 bis14 Prozent bei gleichen äußeren Bedingungen erreicht.
Zurück zum Fallbeispiel. Bei einer Optimierung von angenommen 5 Prozent kann das folgende Auswirkungen haben: 190 Tonnen die Stunde plus fünf Prozent ergibt etwa zehn Tonnen mehr pro Stunde. Bei einer täglichen Arbeitszeit von acht Stunden sind das im Jahr bei zehn Monaten Arbeitszeit 16.000 Tonnen mehr Material – bei gleichem Verschleiß und gleichen Stromkosten.
Jahresfördermenge: 230.000 t somit in 1150 Betriebsstunden
Stündliche Fördermenge nach Schöpfrad nun ca. 200 t/h
Jahresstromkosten somit 25.875 Euro
Theoretische Personalkosten nun 34.500 Euro
Weiteres Einsparpotenzial besteht in der Aufbereitung (Verschleiß/Energie).
Bei einem für diese Optimierung notwendigen Investitionsvolumen von rund 9000 bis 15.000 Euro, je nach vorhandener Steuerung und Saugrohrwinde, hätten sich dessen Kosten schon in kürzester Zeit amortisiert, ungeachtet der nicht zu beziffernden Verschleißkosten.
Des Weiteren ist man mit der SPS in der Lage, eine FU-gesteuerte Jetanlage zu regeln, die abhängig vom Unterdruck und dem Saugverhalten des Saugbaggers die Lösekraft und somit die Energieaufnahme bestimmt. Die vielen einstellbaren Parameter der Jetanlage können auch hier den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.
Die Faustregel dafür:
- großer Unterdruck (evtl. durch locker liegendes Material)
= geringe bis geringste kW-Aufnahme der Jetpumpe - kleiner Unterdruck (evtl. verfestigte oder tonige Schichten)
= Steuern der Lösekraft bis zum Maximum
Sicherlich ist auch bei dieser neuartigen Jetpumpensteuerung langfristiges Einsparpotential vorhanden. Im Zuge der gestiegenen Energiekosten weist Habermann darauf hin, dass sie eine der effizientesten und robustesten Baggerpumpen auf dem Markt anbietet. Der Typ KBPL stellte das in weit mehr als 600 Einsätzen unter Beweis.
Auch bei der Ergonomie des Arbeitsplatzes ist Habermann mit guten Lösungen präsent. Eine größere Steuerkabine und eine gut funktionierende Klimatisierung in der bewährten Leichtbaureihe System 2002 sind Beispiele. Momentan entwickelt die Firma eine kostengünstige, luftgefederte Kabine, um das lästige Rattern eines verschlissenen Laufrades, das jeder Saugbagger-Fahrer kennt, auf ein Minimum zu reduzieren.
