Arbeitssicherheit | International

EU-OSHA prämiert Ideen zum Thema Instandhaltung

Sichere und gesunde praktische Ansätze ausgezeichnet

Beim 10. Europäischen Wettbewerb für gute praktische Lösungen würdigte die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) den herausragenden Beitrag, den acht Organisationen und Unternehmen in ganz Europa zugunsten einer sicheren Instandhaltung geleistet haben. Der Wettbewerb ist Teil der EU-OSHA-Kampagne für gesunde Arbeitsplätze zum Thema sichere Instandhaltung. Die Beiträge wurden unter der Schirmherrschaft des ungarischen Ratsvorsitzes der Europäischen Union am Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (28. April) vorgestellt.

Die Beiträge stammten von Organisationen unterschiedlichster Größe und aus einer großen Bandbreite von Wirtschaftszweigen, die daran interessiert sind, ihre guten praktischen Lösungen vorzustellen und auszutauschen. In einer neuen Broschüre werden die guten praktischen Lösungen der acht Gewinner und 15 weiteren hervorgehobenen Unternehmen präsentiert.

„Die ausgezeichneten Unternehmen und Organisationen haben einen außerordentlichen Beitrag zur Förderung von guten praktischen Lösungen für eine sichere Instandhaltung geleistet“, betonte László Andor, das für Beschäftigung, Soziales und Integration zuständige Mitglied der Europäischen Kommission. „Diese guten praktischen Lösungen stehen im Einklang mit unserer Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (2007-2012), deren Ziel es ist, die Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern und Arbeitsunfälle in der EU um ein Viertel zu senken.“

Als Vertreter des ungarischen EU-Ratsvorsitzes begrüßte Kolos Kardkovács, Staatssekretär im ungarischen Arbeitsministerium, die positiven Auswirkungen auf eine sichere Instandhaltung und erklärte: „Ein Mangel an sorgfältiger Instandhaltung kann schwerwiegende Folgen für die Sicherheit haben, was sich wiederum auf die Produktivität und Rentabilität auswirkt.“

Die Gewinner des 10. Europäischen Wettbewerbs für gute praktische Lösungen mit dem EU-Kommisar, dem Direktor der EU-OSHA und der Cartoonfigur Napo – bekannt aus europäischen Arbeitsschutzfilmen
Die Gewinner des 10. Europäischen Wettbewerbs für gute praktische Lösungen mit dem EU-Kommisar, dem Direktor der EU-OSHA und der Cartoonfigur Napo – bekannt aus europäischen Arbeitsschutzfilmen

Jukka Takala, Direktor der EU-OSHA, lobte die Qualität der Beiträge: „Bei unserem Netzwerk der Focalpoints in den teilnehmenden Mitgliedstaaten und der Türkei gingen Hunderte von Beispielen guter praktischer Lösungen ein, und die besten einzelstaatlichen Beispiele wurden für den europäischen Wettbewerb für gute praktische Lösungen nominiert.“ Die Spitzenbeiträge zeigten alle, welch entscheidende Rolle eine regelmäßige Instandhaltung bei der Verhütung von Gefahren und der Bewältigung von Risiken spielt, und unterstrichen so die Schlüsselbotschaften der Kampagne für gesunde Arbeitsplätze.

Bei den Gewinnern handelt es sich um Voestalpine Hytronics GmbH und Voestalpine Weichensysteme GmbH (Österreich, Eisen- und Stahlherstellung) für die Verwendung von Technologie und Organisation für sichere Instandhaltung; Protón Electrónica SLU (Spanien, elektrische Ausrüstung) für die Koordinierung von Reparatur und Instandhaltung mit dem Kunden; Actavis Ltd (Malta, pharmazeutische Produkte) für ihre proaktiven und reaktiven Maßnahmen zur Verbesserung der Instandhaltungssicherheit; Skellefteå Räddningstjänst (Schweden, Feuerwehr) für die Entwicklung von sicheren Arbeitsabläufen für Feuerwehrleute; Sonae (Portugal, Einzelhandel) für ihr Management von präventiver und korrektiver Instandhaltung; GHT - Glass Handling Technic Vof (Niederlande, Gartenbau) für die sichere und effiziente Instandhaltung und Reparatur von Treibhäusern; Tarmac Quarry Materials (Vereinigtes Königreich, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) für ihre kompetenten Instandhaltungsteams sowie STIB-MIVB (Belgien, Beförderung) für ihr umfassendes Instandhaltungskonzept von der Entwicklung bis zum Arbeitsbereich.

 
Weitere Informationen

EU-OSHA-Logo

http://osha.europa.eu/de/about/competi-tions/good-practice-award_2010-2011/ index_html



Sichere Instandhaltung in der Baustoffindustrie

Höhere Produktivität und weniger Unfälle: diese Ziele erreicht ein neues Qualifikationssystem für Mitarbeiter in der Instandhaltung bei Tarmac West Region Mining and Quarrying in England. Dafür wurde das britische Unternehmen jetzt ausgezeichnet.

Tarmac West Region Mining and Quarrying betreibt eine Reihe von großen Steinbrüchen sowie zahlreiche Asphalt- und Betonsteinwerke. Bei Instandhaltungsarbeiten sind die Mitarbeiter verschiedenen Gefährdungen ausgesetzt; dazu zählen Arbeiten in der Höhe sowie in Behältern und engen Räumen, das Heben von Lasten sowohl durch Körperkraft als auch mit Anschlagmitteln und auch das Arbeiten auf oder in der Nähe von Gewässern.

Die Initiative

Das Unternehmen erkannte, dass die Kenntnisse der Mitarbeiter in der Instandhaltung verbessert werden mussten, um Störungen und Unfälle zu vermeiden. Ergänzend zu systematischen Gesprächen bei Neueinstellungen, um das Niveau der persönlichen und technischen Kompetenzen festzustellen, wurde ein Rollenprofil für Bereichsleiter und Mechaniker entwickelt. Alle zwei Jahre wird nun untersucht, wie sich bei jedem einzelnen Mitarbeiter die Kompetenzen entwickeln. Dies erfolgt in den Kernbereichen Fertigkeiten, Wissen und Erfahrung. Für Bereichsleiter wurde flankierend ein Forum geschaffen, in dem ein Erfahrungsaustausch in zweijährigen Abständen ermöglicht wird.

Die „toolbox talks“ (Unterweisungen zum Arbeitsschutz) für Mechaniker wur­den weiterentwickelt. Die Trainingsinhalte wurden mit den Beschäftigten abgestimmt, um die Praxisrelevanz und die Eignung auf die Bedürfnisse der Zielgruppe sicherzustellen.

Parallel wurde ein „Managed Maintenance System“ flächendeckend für alle Standorte eingeführt, um die Produktivität zu erhöhen. Mit diesem Ziel soll die Zahl geplanter Instandhaltungsarbeiten erhöht und die Häufigkeit ungeplanter Eingriffe zur Störungsbeseitigung mit den damit verbundenen hohen Risiken für die Mitarbeiter gesenkt werden.

Kriterien aus dem Bereich Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umwelt wurden in die regelmäßige Be­wertung wirtschaftlicher Faktoren integriert. Hierzu zählen jetzt unsichere Handlungen, Beinaheunfälle, die regelmäßige Sicherheitsüberprüfung von Arbeitsmitteln, die Vorbildrolle im Arbeitsschutz, der richtige Einsatz Persönlicher Schutzausrüstung und viele weitere Aspekte.

Der Erfolg

Mit der Initiative konnten unfallbedingte Ausfälle, die Zahl von ärztlichen Behandlungen und auch unsichere Ereignisse ohne Ausfallzeit gesenkt werden. Die Anzahl der Verletzungen bei Instandhaltungsarbeiten wurde von 2009 auf 2010 um 28 Prozent gesenkt. Und auch die Produktivität wurde messbar erhöht: 63 Prozent der Asphaltmischwerke hatten weniger Stillstandszeiten als im Jahr 2009.

Die Kampagne

Als Bestandteil der Europäischen Kampagne 2010-2011 zum Thema sichere Instandhaltung hat die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zum zehnten Mal den Europäischen Wettbewerb für gute praktische Lösungen („European Good Practice Award“) im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit ausgerichtet.

Das Ziel des Wettbewerbs besteht darin, Arbeitgebern und Arbeitnehmern in ganz Europa anhand von Beispielen die Vorteile der Anwendung guter praktischer Lösungen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit aufzuzeigen.

 
Weitere Informationen

Broschüren-Titel