Unternehmen Zukunft

Helmut Ehnes

Was haben Automobile und Unfallversicherung gemeinsam? Beide blicken auf eine wechselvolle Geschichte zurück und sind inzwischen 125 Jahre alt. 1885 begründete Bismarck die Sozialversicherung in Deutschland und mit ihr auch die Unfallversicherung. 1886 erfand Carl Benz seinen legendären Benz Motorwagen. Heute stehen beide vor gewaltigen Herausforderungen und müssen Zukunft gestalten.

Eng mit der Entwicklungsgeschichte des Fahrzeugs verbunden war stets das Thema Sicherheit. Und auch für die Unfallversicherung war die Fahrzeugsicherheit immer ein bedeutendes Thema. Das zeigt sich einerseits bei den Wegeunfällen, andererseits aber auch bei Fahrzeugunfällen aller Art, die sich inner- und außerbetrieblich ereignen. Weltweit kamen allein 2010 1,3 Millionen Menschen im Straßenverkehr ums Leben, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO ermittelt hat. Meilensteine der Fahrzeugsicherheit waren die Entwicklung des Luftgummireifens, des Sicherheitsgurts, des Airbags, die Satellitennavigation oder auch neue Erkennungssysteme für Fußgänger.

Jetzt kreuzten sich die Wege von Automobilindustrie und Unfallversicherung erneut in Berlin. Dort fand vom 18. bis 22. Mai zum elften Mal die Michelin Challenge Bibendum statt, die unter dem Motto „Moderne Mobilität im Straßenverkehr – sauber, sicher, vernetzt“ alles nach Berlin lockte, was etwas zur Mobilität von morgen beizutragen hat. Der Termin hätte besser nicht gewählt sein können, denn am 11. Mai 2011 begann das von der UN - Vollversammlung ausgerufene Jahrzehnt für Sicherheit im Straßenverkehr. Und deshalb war auch die BG RCI gerne bereit, unser Mitgliedsunternehmen Michelin mit einem attraktiven Ausstellungsstand rund um die Sicherheit zu unterstützen.

Neben der Sicherheit ging es vor allem um Energieeffizienz und alternative, umweltschonende Fahrzeugantriebe. So las sich die Liste der Teilnehmer wie das Who’s who der Branche: Daimler, MAN, Volvo, Iveco, Renault, Opel, Audi, Citroen, Peugeot, Ford, Porsche und Nissan waren vertreten. Daneben aber auch viele Zulieferfirmen, ganz neue Namen und auch Energieversorger – insgesamt mehr als 75 Aussteller mit 270 Fahrzeugen mit modernster energieeffizienter Antriebstechnik. Über dem Ausstellungsgelände am alten Flughafen Tempelhof wehte so etwas wie Gründerzeit-Wind. So konnten sich Dank der Initiative von Michelin Politik, Wissenschaft, Studenten, Journalisten und Öffentlichkeit über die neuesten Trends informieren und die meisten Fahrzeuge mit Batterie-, Gas-, Brennstoffzellen- oder Hybridantrieb sogar selbst auf Herz und Nieren prüfen.

Dass die neue Zeit inzwischen nicht nur beim Pkw, sondern auch bei Lkw, Bussen und Gabelstaplern angebrochen ist, zeigten Ausstellungsobjekte und Studien aus diesem Segment eindrucksvoll. Vielleicht ist die Firma mit eigenem Windpark, Solarfeld und damit angetriebenen Produktionsanlagen heute noch Vision, aber es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis diese Technik auch in den Rohstoffbetrieben Einzug hält und innovative Unternehmer den CO2-neutralen Betrieb realisieren.

Umwelt, Energieeffizienz und Sicherheit sind zwar scheinbar Themen, die nichts miteinander zu tun haben. Bei näherer Betrachtungsweise erkennt man aber eines: wer diese Aufgaben mit Ideenreichtum, Unternehmergeist und systematisch angeht, wird zu den Gewinnern gehören, denn sie zählen zu den Faktoren, die letztendlich über wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg entscheiden.