9. Fachkolloquium Rohstoffe:

Grundwasserverordnung in der Kritik

Fragen der Rohstoffgewinnung, der Raumplanung und der Verwertung mineralischer Abfälle standen im Mittelpunkt des 9. Fachkolloquiums Rohstoffgewinnung in Schönebeck, Sachsen-Anhalt, das vom Büro Bergbau Geologie Umwelt Dr. Eiserbeck, dem Unternehmerverband Mineralische Baustoffe (UVMB), Leipzig, und der Gesellschaft für Wirtschaftsservice Magdeburg am 15. April 2010 durchgeführt wurde.

Die Themen zur Landesplanung und zum Grundwasserschutz bildeten auch diesmal den Schwerpunkt. Margrit Paepke, Referatsleiterin im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, stellte den 2. Entwurf des Landesentwicklungsplanes Sachsen-Anhalt vor. Gegenwärtig befinde man sich im Stadium der Bewertung der Stellungnahmen, die sich hauptsächlich gegen den Hartgesteinabbau richten.

Der Landesentwicklungsplan nehme im bundesweiten Maßstab eine Vorreiterrolle ein, so UVMB-Geschäftsführer Gert-Dietrich Reuter. Durch die Ausweisung von Vorranggebieten auf Landesebene wurden die jahrelangen Forderungen des UVMB erfüllt. Kritisiert wurde, dass überregional bedeutsame Kiessandlagerstätten und qualitativ hochwertiger Tonlagerstätten ungenügend oder nicht berücksichtigt seien.

Den überarbeiteten Entwurf der Grundwasserverordnung mit geänderten Werten für einige anorganische Parameter stellte Dr. Joachim Woiwode, Referatsleiter im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vor. In wie weit damit die begründeten Bedenken der Industrie ausgeräumt werden können, sei noch nicht abschätzbar, da diese erst einer intensiven Bewertung unterzogen werden müssen, entgegnete Dr. Jörg Demmich von der Knauf Gips KG. Mit Umsetzung der Richtlinie in der alten Form würden beispielweise die Recyclingquote für nicht gefährliche Bau- und Abbruchabfälle von gegenwärtig 90 Prozent auf dann 50 Prozent zurückgehen. Damit kämen ganze Stoffströme zum Erliegen und das Bauen mit Beton im Grundwasser wäre dann nur noch sehr eingeschränkt möglich.

www.uvmb.de

Rohstoffkolloquium in Schönebeck
Rohstoffkolloquium in Schönebeck